steckflusz,
m.,
krankheitsflusz (
eigentlich übersetzung von griech. ῥεῦμα;
vgl. auch flusz 3
c th. 3
sp. 1856
und hauptflusz 1
th. 4, 2
sp. 611)
im menschlichen körper, welcher plötzlichen tod durch ersticken herbeiführt, deshalb auch in anlehnung an sticken
verb. als stickflusz (
s. unten)
bezeichnet, während unser wort von 1stecken
verb. 19
seinen ausgang zu nehmen scheint, '
flusz, welcher stecken macht und so einen schlagartigen tod herbeiführt'
; vgl. die entsprechende vorstellung unter schlagflusz (
th. 9
sp. 417)
und Höfler
krankheitsnamenbuch 163
a;
zu starkes geblüth befördert den zufall und mäszige lebensweise beugt ihm am besten vor Zinck
öcon. lexic. 2804;
mit unserer krankheit scheint identisch unten steckkatarrh;
vgl.: catharr ist bekandt, und heisset ein steckflusz, ein flusz so aus dem haupt auf die brust fällt
bauernlexicon (1728) 43;
in der form stöckflusz: als (
der geizige) endlich beschlossen, die sach zu richten, erstickt er an einem stöckflusz Abraham a S. Clara
etwas für alle 2, 406 (
vgl. unten seine vorliebe für den steckkatarrh:
unser wort war ihm gewisz ungewohnt). steckflusz
catarrhus suffocativus, suffocatio Steinbach 1, 467; (
darauf) antwortete er (
der quacksalber), es wäre nichts anders, als ein wenig geleuterte kreide mit schwefel und bolus vermischet, und er hätte es dem kinde vor den steckflusz gegeben
medizinischer maulaffe (1719) 217;
am deutlichsten ist mit bezug auf das fallen der krankheit aus dem kopf auf die brust (
s. oben): es ist ihr ein steckflusz gefallen, dasz sie schon nicht mehr reden kann Reuter
der frau Schlampampe krankheit und tod 130 (3, 13); bis ihm zuletzt noch gar ein steck- und schlagflusz fällt Stoppe
Parnasz 172.
nur das plötzliche der krankheitserscheinung hebt hervor: N. N. ... den 25. tag mit einem steckflusz überfallen, und wenig stunden hernach todes verblichen Harsdörffer
teutscher secretarius (1656) V v 6
b; als ob ihn eine ohnmacht oder steckflusz befiele
cavalier im irrgarten 450;
allgemeiner: gegen abend verlohr er die kraft auszuwerfen und der steckflusz trat ein, der ihn aber nach 4 stunden verliesz, worauf er wieder frey athem holen konnte Gottsched
anmuthige gelehrsamkeit 1, 733; ach wehe! ach wehe! ach! ich kriege einen steckflusz!
deutsche schaubühne 4, 89; er wollte noch etwas sagen, aber der steckflusz nahm überhand, er fing an zu röcheln und nach einigen fruchtlosen versuchen ihm zu helfen verschied er einige minuten darauf Nicolai
Seb. Nothanker 2, 122; (
der kalte nordwind wehte so stark, dasz) die häuser niederstürzten und schutt und steckfluss siebenmal mehr menschen, als die pest, den lebensfaden kürzten Pfeffel
poet. versuche 5, 95; und wäre er allen umständen nach an einem steckflusse gestorben
insel Felsenburg 300
lit. denkm.; wäre dieser (
husten) nicht noch zur rechten zeit gekommen, so wäre ich ... an einem steckflusse ohne rettung gestorben Rabener 1, 57; und als das haupt unsrer bande an einem nicht ganz natürlichen steckflusse starb Pfeffel
pros. versuche 1, 193;
das schnelle und plötzliche eintreten des todes wird gekennzeichnet: ich denke, sie lesen die zeitung, sonst musz ich ihnen noch sagen, dasz er gestern, da er bey herrn von Gros visite machte, ganz plötzlich an einem steckflusz gestorben ist Eva König
an Lessing (
werke 13, 355); endlich starb denn auch Wilhelms zweite frau plötzlich an einem steckflusz Jung-Stilling 1, 500; man sprengte aus, sie (
die ermordete) sey plötzlich an einem steckflusz gestorben Heinse
Ardinghello 2, 294;
neben schlagflusz: denn da sterben ihrer viel, ohne vorhergehende langwierige kranckheit, plötzlich und unvermuthet, entweder an einem steck- oder schlagflusse, oder sie werden erschlagen, erschossen, erstochen Sperling
Nicodemus quaerens (1719) 2, 154; der arzt fürchtet, dasz die äuszere entzündung ins gehirn schlagen, oder dasz ein steck- oder schlagflusz dazu kommen könnte Schiller
briefe 6, 237; aber es ist alles eitelkeit. ein fieber, ein steckflusz; so sind wir dahin, und unsere kleider bleiben dahinten Gellert 3, 405.