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standort

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

standort m.

Bd. 17, Sp. 780
standort, m. ort, wo jemand oder etwas steht. lexicalisch erst von Adelung gebucht, doch vereinzelt schon im 17. jahrh. bezeugt: zu idwederem wechsel, werden virerley perschonen erfodert; und zwar 1. des standohrtes zwo; als: eine, so gelder auf wechsel gibet (1. remittent); di ander: so geld auf wechsel nimt (2. trassent): 2. anderer ohrte zwo ... Butschky hochd. kanz. (1659) s. 618. seit Möser sehr häufig. 11) von menschen. 1@aa) ganz eigentlich der ort, wo einer (gerade) steht: bey diesen worten setzte Christian die schüssel mit den gesetzen auf eine ... tafel, und nahm seinen standort auf der untersten stufe wieder ein. (vorher: auf der untersten stufe des throns stand Christian mit der gesetzschüssel.) Siegfr. v. Lindenberg4 2, 231; Mehlhorn für seine person war herbeigesprungen, und stand auf dem umgelegten kutschenschlage fest, ... bis ihn der kutscher von seinem standort wegfluchte, um den wagen aufzustellen. J. Paul 51 (Katzenb. 1), 46; Erwin sah von seinem standorte aus mit befriedigung, wie seine frau so gut aufgehoben war. Keller 7, 91. gewöhnlich der ort, von wo aus man etwas betrachtet, beobachtet ('der ort, wo man stehet, besonders in rücksicht auf ein aus demselben vollbrachtes geschäft, oder auch in rücksicht auf das verhältnisz gegen andere dinge'. Adelung, vgl.standpunkt), posten eines beobachters u. ähnl.: der laurer stand da in süszes entzücken verschwebt ... zum glück ermannte sich noch seine besinnungskraft und risz ihn gerade zur rechten zeit aus der zaubervollen ekstase. er sputete sich, seinen standort zu verlassen. Musäus volksm. 2, 24 Hempel; wenn sie sich diese lust noch nicht gemacht haben, gnädigster prinz, so empfehle ich ihnen diesen standort, den ausgesuchtesten vielleicht in Venedig, diese herrliche erscheinung (den sonnenaufgang) zu genieszen. Schiller 4, 336; möchte doch Klopstock auf dem kirchhofe zu Rommishorn, als dem standorte, wo der blick das wasserbecken des Rheinstromes am herrschendsten umfaszt, ... ein ähnliches naturfest gefeyert haben, wie auf der waldigen halbinsel am wasserbecken der Limmat! Matthisson erinnerungen (Wien 1815) 3, 75; daher macht uns das reisen so vieles vergnügen, weil mit den immer wechselnden standorten auch die ansichten der natur immer wechseln. Kleist 5, 61 Schmidt; nach einigen kreuz- und quergängen befand ich mich an dem rande eines wassers, das von meinem standort aus etwa hundert schritte lang und vielleicht halb so breit sein mochte. Storm 1, 262. — standort eines jägers oder schützen, von wo er auf das wild oder nach dem ziele schieszt. Krünitz 169, 624. 1@bb) standort wird dann auch in freierer anwendung auf geistiges gesagt, besonders bei autoren des 18. jahrh., während die heutige sprache dafür ausschlieszlich standpunkt gebraucht, vgl. Paul 432; die vorstellung eines ortes, von wo aus man etwas oder die welt im ganzen betrachtet, ist fast überall deutlich: auch die güter zu Selispuer, Buer, Garte ... liegen scheinbar in dieser gegend, und man sieht es hier auf diesem standorte durchscheinen, dasz der graf Walbert ... der enkel Widekinds gewesen. Möser osnabr. gesch. 1, 318; sich aus dem gesichtspunkte des erzehlers in den wahren standort einer jeden person versetzen können ... das ist es, was dazu (zur dramatisierung einer erzählung) nöthig ist. Lessing 7, 5 (Hamb. dram. 1); so tretet zu mir her, und betrachtet, was ihr fehler nennt, aus meinem standorte. 221 (49); so fiel er seinem bruder, aus furcht, er möchte seine poetische rede in prosa fortsetzen, hastig in das wort, und überraschte mich nicht weniger durch die unerwartete lebhaftigkeit mit welcher auch er von seinem militärischen standtorte ab, in das feld seiner verlassenen kunst überging. Thümmel reise 5, 111; so wie es nun zwar überhaupt nützlich ist, dasz der schriftsteller seinen kunstrichter auf den standort führe, aus welchem er sein werk ansah und bearbeitete. Bürger 135b; welches ist der standort und die entfernung, woraus der heutige Deutsche einen deutschen Homer betrachten soll? 136a; auf seinem standorte war es ihm (Vellejus Paterculus) nicht gegeben, die ganze kunst als ein lebendiges ... anzusehen. Göthe 37, 38; es würde ihnen nicht unangenehm gewesen sein, die geschichte meiner seele zu lesen und den seltsamen standort zu kennen, von dem ich damals die welt sah. briefe 2, 5; wie manchmal, von diesem standorte betrachtet, sinken die gröszten gebäude ins kleine, wie bürgershäuser vom münster gesehen. 26; jemehr uns aber dieses schreckhafte gemählde zurückstöszt, desto stärker werden wir von dem bilde sanfter humanität angezogen, das sich in Karlos, in seines freundes, und in der königinngestalt vor unsern augen verkläret. und nun, lieber freund, übersehen sie das stück aus diesem neuen standort noch einmal. Schiller 6, 67; wie angenehm überraschend, bey einer noch so grossen verschiedenheit des standorts und bey dem weiten abstand, den die verhältnisse in der wirklichen welt nöthig machen, ihrem vorurtheilfreyen geist auf dem felde der ideen in dem nemlichen resultat zu begegnen! 10, 278 (ästhet. br. 2); wer nun unter den priestern ruhiger und bescheiden war, dachte, es komme auf ein gewisses masz des mehr oder weniger in der unklarheit nicht gerade an, und verhielt sich klüglicher weise friedlich auf dem gewonnenen standort. Keller 5, 294. — so auch von dichtungen: im anfange gar kein standort und kein gesichtspunkt, den Pindar doch seinen verworrensten oden so sorgfältig ... einwebt. Herder 1, 321 Suphan; die Aesopische fabel nämlich war gleichsam die grenze zwischen dichtung und moral ... aus diesem standort musz man sie ... nie entfernen. 15, 542; denn nur in dieser hinsicht sind gedichte zu beurtheilen, ob sie einen weiten oder engen, einen nahen oder entlegenen, einen finsteren oder hellen, ... erhabenen oder niedrigen standort haben wollen. Novalis 3, 61 Meiszner. 1@cc) zuweilen mit aufgabe des begriffes des stehens, auf gehende angewendet: in diesem letzten teile (des festzuges) ... hatten wir dreie unsern standort gewählt, um als verdoppelte phantasiegebilde im schattenbilde der vergangenheit mitzuziehen. Keller 2, 164. 1@dd) aufenthaltsort; besonders ort, wo truppen 'stehen': bedenket also, dasz ihr an jedem ort, wo ihr euren standort nehmet, so gleich eine ganze stadt vorstellet. Heilmann Thuc. 1012 (7, 77); Kottwitz? mit den dragonern der prinzessin? hier in der stadt? ... der standort, den ich ihm bestimmt heiszt Arnstien! Kleist 3, 103 Schmidt (pr. v. Homb. 5, 1). 22, 2@aa) von thieren, besonders standort des wildes, vgl.stand 4, l. 2@bb) als naturwissenschaftlicher ausdruck von pflanzen: standort heiszt bei einem gewächse die stelle, wo es eingewurzelt ist. jedes gewächs hat seinen naturgemäsz eigenthümlichen standort, und erfordert ihn auch, nebst boden, lage und clima ... die hauptrücksichten beim standorte der waldbäume sind: ob sie frei oder im dichten stande sind, der sonne, dem winde u. s. w. ausgesetzt oder im schatten und schutze stehen ... bekannt ist auch, dasz je nach dem standorte das holz besser oder schlechter ist. Behlen 5, 673; verhältnisz (der pflanzen) zu ihren umgebungen. ... B. zum planeten — standort. a. zur luft — höhe des standorts. Oken 2, 287; vgl. 300. so zunächst von pflanzengattungen, die stelle, wo sie vorkommen; doch auch von der einzelnen pflanze im eigentlichsten sinne: er wies auf einen jungen fichtenbaum, der vom bergwasser ... losgerissen war von seinem standort. Freytag 8, 47 (ahnen 1, 1, 3). — von da aus bildlich: die conservative partei ... habe die geographische ausdehnung, deren sie in der heutigen bevölkerung fähig sei, erreicht und trage nicht das wachsthum in sich, um zu einer nationalen majorität zu werden; ihr naturgeschichtliches vorkommen, ihr standort sei beschränkt in unsern neuen provinzen. Bismarck ged. u. erinn. 2, 182. 2@cc) von leblosen dingen: unterdesz paukte und dröhnte ostwärts der kanonendonner unaufhörlich, weisze dampfballen zeigten den standort der batterien. Freytag d. kronprinz 56; statt des götzen nach der mode (Voltaire), überdeckt Minervens schild, an dem standort der pagode, des erhabnen Rousseau bild. Thümmel reise 3, 79.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Standort

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Standort , des -es, plur. die -orte, und -örter, (S. Adelung Ort ) der Ort, wo man stehet, besonders in Rücksicht au…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Standort

    Goethe-Wörterbuch

    Standort [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Standort

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Standort , der Inbegriff der Verhältnisse, wie Lage, Bodenbeschaffenheit, Klima etc., von denen das Wachstum einer besti…

  4. modern
    Dialekt
    Standortm.

    Pfälzisches Wb.

    Stand-ort m. : 'bestimmter Platz, Stelle für eine Siedlung, Niederlassung, Bodenschätze usw.', -oʳt [ BZ-Lug ]; vgl. Ort…

  5. Spezial
    Standort, eines Buchesm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Standort , m eines Buches местонахождение , ср книги

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stan+dort

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