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Sinn III

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Sinn III

Bd. 8, Sp. 159
Sinn III das Wort ist allg., doch ist die Anwendung des Wortes im Rip, Nfrk viel umfangreicher als südl. davon; wo Allg. steht, gilt dies also nur für das Rip, Nfrk; die rhfrk. u. mosfrk. Belege sind immer bes. bezeichnet (nur Bed. 2 ist auch hier allg.; s. die Schlussbemerkung); Rhfrk sin-, –e- Sg. u. Pl.; Mosfrk zen [im Senkungsgeb. -əę-, –a-, –ǫ-, -ę- usf.), Pl. nur ze·n.; Rip zen [selten im Senkungsgeb. -ø-, –-, –ǫ-], Pl. nur ze·n.; Berg zen, Pl. ze·n.; Eup zęnə, Pl. zę·n.; SNfrk zen [um Kemp-Dülken -ę-], Pl. ze·n.; Klevld zen, –ē-, Pl. nur ze·n., zen m.: 1. meist nur Sg. t. geistige Fähigkeit, Tätigkeit. a. Verstand, Einsicht, nur in einzelnen Wend.: Der S. steht mir net derno; wo häs de dengen S. (u. Pl. deng S.)? wo ist deine Überlegung; seng S. op jet stelle (rechte) Rip, Nfrk. De S. verliere den Verstand v. Schleid-Hellenth. Sech jet us dem S. schlage Rip, Nfrk; busse (ausserhalb) S. sen geisteskrank, bezecht, vor Zorn erregt sein Malm, Monsch, Eup; b. Sennens s. Eup-Raeren; ech dach en mengem S. nach dem Nhd.; ech sall et em S. hale werde dran denken Rip, Allg.; em S. behale beim Zusammenrechnen (drei em S.) Rip, Allg., auch Siegld; en de S. (Pl.) riffele grübeln, nachdenken, überlegen Köln-Stdt; jet met S. on Verstand dohn Rip; van (de) S. sin, afsin besinnungslos, bezecht sein SNfrk; va Senne(n) sen Rip, auch Trier-Stdt, Birkf; se han sech van Sennen gedronke sinnlos bezecht Jül. Et küt mir zo S. ich habe darüber nachzudenken uWupp 1870; me kann den Esel wall an't Water driwen, äwwer dat he süppt, het men te S. zu warten Mettm-Velbert. — b. Ansicht, Meinung, Gesinnung, in vielen Wend. u. RA.: Et es minge S. meine Ansicht, das Richtige, mein Geschmack, ich habe Zuneigung dazu Erk, SNfrk. Do stonnt mich de S. (Pl.) net no dazu bin ich nicht aufgelegt MGladb, Nfrk, Rip. Der S. ängert sech wie der Wengk (Wind) MGladb. Apreleweər en Frauwes. sin veränderlek van Anbegenn Klev. Der erschte S. es der beiste (beste) Aach-Stdt. So männige Minsch, so m. S.; so m. Wuərsch, so m. Penn; so m. Köpp, so m. S.; vill K., v. S., v. Wüərsch, v. P. Selfk, Rip, Nfrk; hondert Mensse, h. S.ə, h. Worste, h. Penne Emmerich. So völl Köpp, so v. S., sät de Frau, du schlog se en Kar Kappesse öm Kref, u. so ähnl. Selfk, Mörs, Wermelsk. Viel Käpp, v. S., v. Äsch, v. Winn (Winde) Simm. Vill Heder (Häupter), v. S., v. Hase, v. Spreng Prüm, Daun. Doə häste minne S. da stimmen wir überein Kref; de hät en ägene S. eine Ansicht nicht wie andere Siegld, Allg; de hät fahrende S. schwankt in seiner Ansicht oder Absicht Sieg-ODollend. Wenn alle enne S. hädden, dann liepe (liefen) se met de Köpp tegenənander (gegeneinander) Mörs, Kref, Ess u. Prüm-Mürlenb 1860, — kösche (könnten) se all en e Hus wuəhne MGladb-Rheind. Me moss jedderenge singe S. losse seine persönliche Auffassung Aach-Stdt. — Eines Manns es eines Senns der rechte Mann beharrt auf seiner Ansicht Köln-Stdt. Die sind enes Sennes derselben Meinung; ek si des Senns der M., habe vor, bin willens; des S.s ben ek och Elbf, Allg., auch Mosfrk. — Aus den Auen, aus dem S. wie nhd. Allg., auch Rhfrk, Mosfrk. Schlag der dat us dem S.! denke nicht mehr dran, erstrebe es nicht mehr Rip, Nfrk. Se steəke (stechen) se all en en Kleər (Kleider), ävvel net en ene S. MGladb-Geneiken. Dat will mi nich in den S. damit bin ich nicht einverstanden Gummb, Allg. Düərn Leppe, spetze Kenn haue de Düvel em S. Jül. Me kann et nit jederen nor sine S. maken Nfrk, Allg. — Mit Affekt verbunden, durch Attrib. bes. bezeichnet: Krus (krauses) Hor, kr. S. (Pl.) (kromm H., kr. S. Nfrk; krolle H., kr.ə S. Aach) unberechenbare Ansichten oder Wünsche; mit Forts. sitz der Düvel medden dren Rip, Nfrk; je stiver der Nacke, je kruser der S. MülhRh; e Külche (Grübchen) em Kenn hät kr.ə S. Köln-Stdt, Sol. Je alder der Mann, je stiver (unbelehrbar) der S. Aach-Gressenich. Wie friər (zäher, struppiger) et Hoər, wie sänker (sanfter) der S. Selfk. Fruher S. un gode Mot spart dem Kend rech of de Rot (Rute) Köln-Stdt. Woder (Leute von Heinsb-Waldenr) hant gruəte S. (prahlen gern); gr. Täsche, doch nicks dren! Neckspr. Ärm S. ha trübselig sein, schlechte Launen haben; ä. S. krige; ä. S.s werde u. ärms S. w. Köln-Stdt, Aach, SNfrk, Geld, auch Kobl-Stdt; koə S. han (krige) bösen S. haben, nicht gut gelaunt sein SNfrk, Eup, Aach, Jül; spetze Kenn, kodde S. Köln-Stdt, MGladb; gecke S. h. (kr.) dass. Aach; schleite S. h. (kr.) dass.; sur S. h. (kr.) Heinsb; verdriəhnde (verdrehten) S. h. (kr.) MGladb, Mörs; knörr S. h. Mörs; gou (gute) S. han (ken g. S.) (nicht) aufgeräumt sein Aach, Rip, Nfrk; dann kriste mol anger (andere) S. du kommst aus der traurigen Stimmung zu einer mehr heitern ebd. — c. Willensmeinung, Neigung, Gefallen, Lust (auch bei 1 b kann dieser Sinn schon vorliegen). De Mensse S. es Los (Lust), se fällt so wäll op e Kuhdreck as op en Ros Mörs-Xanten. Mensche S. es M. Leəve (wo et fällt, do blift et op kleəve) des M. Wille ist sein Himmelreich Aach, u. so Köln, Dür, MGladb, Kref, Geld, Klevld. Op Wiver un Gewenn steiht aller Welt S. Köln-Stdt. Der hät kenen S. för (zu) so wat kein Interesse, keine Lust Gummb, Allg.; ek häbb ärge S. op enen Appel starkes Verlangen Kemp, Allg.; dor häbb ek S. in (drin), all noch wat S. in (drin) Lust dazu Kemp, Klevld, — an (dran) Rees, Dinsl; e hät de S. dorop gestallt Aden-Liers. Moder, wennt gej min Hose (Strümpfe) breijt (strickt), dann br. min H. met Kütte (Waden), en anders hitt (heissen) ek Spilleben, en so well ek niet hitte; ek well h. Annekathrin, dann häbbe de Jonges S. in min! Klev. Den ennen hät S. in de Moder, den andern in (op) de Dochter Mörs, Rees, Ess. De Wolf (Fuss) verlüst (-liert) sing au (alte) Hor, ävver net sing au S. Monsch, Rip. Se hau (hatte) nu höre S. (ihre Absicht) fonge (gefunden) Aach-Stdt. Dat es mi nich am S. das tue ich ungern; nu es et em am S. te arbeən jetzt passt ihm das Arbeiten Gummb-Schwarzenbergisch; jet em S. han etwas beabsichtigen; ech wor em S. ich hatte vor; et es mer net em S. es passt mir gar nicht Rip, WEif, Bernk-Etzerath; aine met S.ə verschleisse ihn sanft behandeln Kobl-Stdt; van Senns sin beabsichtigen Klev, Aach, Eup; van S. sin Rees-Haldern; de es van S.ə sech te bestane (heiraten) MGladb-Rheind; hei hat de Kopp nit nor de S. stohn es passt ihm so nicht Mörs-Ginderich; zu Sinns auf gehörige Art, zweckdienlich, fürsorglich, nach meinem Behagen, ordnungsliebend uMos 1787; ze Sönns Monsch, MüEif; te Sinns; der mackt mi dat (nich) te S.; du häs dek nich te S. ömgesiəhn nicht gehörig umgesehen; der mackt dat te S. richtig, ordentlich, nach alter Meinung Gummb-Schwarzenbergisch. — d. übertr. von Sachen, in Wend.: De Sach (dat Arbede, Lache usf. van dir) hät (kene) S. ist (nicht) vernünftig ins Werk gesetzt, hat (keinen) Grund u. Zweck Rip, Allg.; de Plant hät S. wächst gut voran Geld-Aldekerk; et hät kene S., dat ech dat dohn, dat ech dohin gohn usf. es hat keinen Zweck Rip, Allg.; dat kümmt op en dommen S. herut das wird Unsinn Gummb-Berghsn. — 2.a. Sinnesorgan, in der Wend. mit Pl. t.: Den hät sin fif S. ni bejen (beieinander) es ist ein zerstreuter Mensch Mörs, Allg., auch Rhfrk, Mosfrk (s. siwwe S. Neuw-Datzeroth); de finf S. se mer vergang! so erschrak ich Trier-Mettnich. Wie stönnt de Senncher, esu of esu? wird gefragt, wenn man mit dem Kinde spielt u. die emporgehobene rechte Hand nach rechts u. links dreht Aach-Stdt. — Sg. t. De würd nich op enem S. doll (sondern auf allen) er wird ganz verrückt, hat eine fixe Idee, er ist ganz wankelmütig Gummb-Schwarzenbergisch, Mettm, Sol. — b. Sg. t. das Geschlechtsglied des Ebers, das beim Schlachten ausgeschnitten wird u. dazu dient, die Säge einzufetten Bo-Volmershv. — Siegld hat allg. gebräuchl. nur: em S. ha planen, beabsichtigen u. em S. behale; nicht allg. mdl.: dat hät känn S. u. de hät en ägene S.; Rhfrk (ausser den o. angegebenen einzelnen Belegen) nur allg.: ebbes im S. han; hall dat im S.; Mosfrk: em S. han; Senns sein.
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Cotta, M. (2026). „sinniii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sinniii/rhwb?formid=S18561
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Cotta, Marcel. „sinniii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sinniii/rhwb?formid=S18561. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sinniii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sinniii/rhwb?formid=S18561.
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