Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Sensenmann
Sensenmann
Sense f. ‘scharfes, gebogenes Metallblatt an einem langen Stiel zum Gras- und Getreideschnitt’, ahd. segansa (9. Jh.), mhd. segense, segens, kontrahiert (md.) seinse, sēnse, sense, mnd. seyse, nhd. Sense steht (mit Umstellung der Suffixverbindung) neben ahd. (9. Jh.), asächs. segisna, mnl. seisene (daneben aber auch seinse, seine), nl. zeis. Zugrunde liegt das (mit Bindevokal versehene) Suffix germ. -asnō, -isnō als Weiterbildung eines alten es/os-Stammes (germ. *segasnō-, *segisnō-, *sagisnō-); vgl. lat. sacēna (aus *sacesnā) ‘Haue, Picke des Pontifex’. Dentalsuffix zeigen dagegen mnd. segede ‘Sichel’, mnl. sichte, nl. zicht ‘kleine Sense’, aengl. sīþe, engl. scythe, anord. sigðir ‘Schwert’, sigð ‘Sense, Schwert’, norw. sigd ‘Sichel’. Die genannten Formen sind verwandt mit Säge (s. d.) und gehören zu der dort angeführten Verbalwurzel ie. *sē̌k- ‘schneiden’. – Sensenmann m. Bezeichnung für den Tod (17. Jh.), den schon das Mittelalter als Schnitter mit der Sense in Totentanzbildern darstellt. Vgl. auch Jerem. 9, 20 f.: „Der Tod ist … in unsere Häuser gekommen. … Die Leichen sollen liegen … wie Garben hinter dem Schnitter.“