Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
semala
9. Jh.s: ‚Mehl, feines Weizenmehl; oryza, po-
lenta, simila, similago, subtilis farina‘ 〈Var.:
sim-; -il-, -ul-〉. Das Subst. ist aus lat. simila f.
‚feinstes Weizenmehl‘ entlehnt. Es nimmt dann
die Bedeutung ‚Gebäck aus feinem Weizen-
mehl‘ an und wird schließlich zur Bezeichnung
eines kleinen Brotes, das nicht mehr notwendig
aus Weizenmehl gebacken sein muss. – Mhd.
sëmele, sëmel, simele, simel st./sw.f. ‚feines
Weizenmehl, Weizenbrot, Brötchen‘, frühnhd.
semel f. ‚feines Weizenmehl, Semmel‘, nhd.
Semmel f. ‚Brötchen, ein etwa handgroßes
rundliches Gebäck‘.
Nhd. Semmel ist im Bair. das geläufige Wort für
‚Brötchen‘, das Alem. verwendet ‚Weck‘, nörd-
liche Dialekte ‚Brötchen‘. In der Gegenwarts-
sprache wird indessen Semmel in der Bedeutung
‚Brötchen‘ überregional verstanden.
Daneben stehen mit abweichender Bed. die
Dialektformen rhein. zęmələ (pl. tantum) ‚Wei-
zenkleie‘ und zīəməl f. ‚Graubrot, Brot mit Klei-
enanteilen‘, die die Semantik mit den Nachbar-
sprachen teilen (s. u.).