Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Seidelbast m.
Seidelbast m.
Seidelbast m. Der Name des im zeitigen Frühjahr blühenden Strauches ist in der heutigen Gestalt (seit 1551) eine Umformung von frühnhd. Zeidelbast, mhd. zīdelbast, dessen erstes Glied wegen des seidigen Glanzes von Blüten und Bastgewebe an Seide (s. d.) angelehnt wird. Mhd. zīdelbast ist seinerseits eine Umbildung von voraufgehendem ahd. zigelinta (11. Jh.), vgl. auch (für die Frucht) zigelintberi (10. Jh.), indem das erste Kompositionsglied im Hinblick auf die früh blühende, daher auch früh Honig gebende Pflanze mit ahd. *zīdal ‘Honig’ (in ahd. zīdalweida ‘Ort, an dem Bienenwirtschaft getrieben wird’ und zīdalāri ‘Bienenzüchter’, s. Zeidler) in Verbindung gebracht und das zweite Kompositionsglied ahd. -linta in der alten Bedeutung ‘Bast’ (s. Linde) mit dessen Synonym ahd. mhd. bast wiedergegeben wird. Der erste Wortteil von ahd. zigelinta enthält entweder den Namen des Gottes ahd. Ziu (germ. *Tīwaz, s. Dienstag) oder ist auf das (formal damit übereinstimmende) Appellativum germ. *tīwaz, älter *teiwaz (ie. *deiu̯os) ‘Gott’ zurückzuführen, so daß eine Deutung ‘Zius Bast’ oder ‘Götterbast’ möglich ist. Entsprechungen liegen vor in norw. ty(s)bast, schwed. tibast. Vgl. 2, 30 ff.