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Schwachsinn

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schwachsinn

Schwachsinn

schwach Adj. ‘kraftlos, dünn, wenig gehaltvoll’, mhd. swach ‘schlecht, gering, unedel, niedrig, armselig, kraftlos’, mnd. swak, auch ‘biegsam’, mnl. swac ‘biegsam, gebrechlich’, nl. zwak läßt sich mit mnd. swāken, swēken ‘wackeln’, norw. (mundartlich) svaga ‘schwanken, schlenkern’, svagga ‘schwankend gehen’, anord. sveggja ‘hin und her schwingen’ zu der unter schwingen (s. d.) angeführten Wortgruppe stellen, könnte also einer nasallosen Variante ie. *su̯eg-, *su̯ek- des dort angegebenen Ansatzes ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ folgen. Als Ausgangsbedeutung ergäbe sich ‘biegsam, schwankend’, die in ‘schlecht, kraftlos’ übergeht. – Schwäche f. ‘Kraftlosigkeit’ (16. Jh.), abgeleitet vom Adjektiv; vgl. mhd. swache ‘Unehre, Schmach’, frühnhd. sweche ‘dünner Teil der Messerklinge’ (15. Jh.). Schwachheit f. ‘Kraftlosigkeit’, mhd. swachheit, swacheit ‘Geringheit, Unehre, Schmach, Kränklichkeit’. schwächen Vb. ‘schwach, hinfällig, kraftlos machen’, mhd. swechen ‘verächtlich machen, beschimpfen, erniedrigen’; vgl. auch mhd. swachen ‘schlecht, armselig sein, schlecht werden oder machen, verachten, tadeln, schänden’. schwächlich Adj. ‘von nicht kräftigem Körperbau, kraftlos’, mhd. swach-, swechlich ‘schlecht, gering, verachtet, kraftlos’. Schwächling m. ‘(körperlich und moralisch) kraft- und haltloser Mensch’ (Anfang 18. Jh.). Schwachkopf m. ‘dummer, einfältiger Kerl’ (um 1800). Schwachmatikus m. ‘Schwächling’ (1. Hälfte 19. Jh.), scherzhafte Latinisierung der Studentensprache (etwa nach Rheumatikus, Phlegmatikus). Schwachsinn m. ‘Mangel an Empfindung und Verstand’ (18. Jh.), dann auch ‘Unsinn, dummes Zeug’, medizinisch ‘Intelligenzmangel durch Unterentwicklung des Gehirns oder durch Gehirnschädigung’; schwachsinnig Adj. (18. Jh.).
1779 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwáchsinn

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schwáchsinn , des -es, plur. car. Mangel an Sinn, d. i. nicht allein an Empfindung, sondern auch am Verstande. Der S…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwachsinn

    Goethe-Wörterbuch

    Schwachsinn polem ‘Schwach- und Eigensinn’ wohl iSv Schwächlichkeit, Weichlichkeit, verbunden mit Selbstbezogenheit; im …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwachsinn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schwachsinn , s. Geistesschwäche .

  4. modern
    Dialekt
    Schwachsinnm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schwach-sinn m. : ' Idiotie, Dummheit, geistige Umnachtung ', Schwachsinn [KU-Brück PS-Gersb LU-Altr Oggh NW-Kallstdt LA…

  5. Spezial
    Schwachsinn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schwach|sinn m. (-[e]s) ‹med› deblëza de pinsier f. , stupidité (-s) f. , assurdité (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwachsinn

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schwachsinn 2 Komponenten

schwach+sinn

schwachsinn setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwachsinn‑ als Erstglied (1 von 1)

schwachsinnig

DWB

schwach·sinnig

schwachsinnig , adj. stumpfen geistes, mit verkümmertem empfindungsleben: durch die verführerischen anträge des hauses Österreich bestochen,…

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APA
Cotta, M. (2026). „schwachsinn". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schwachsinn/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „schwachsinn". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schwachsinn/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schwachsinn". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schwachsinn/pfeifer_etym.
BibTeX
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  title        = {„schwachsinn"},
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