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schürgen

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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18

Eintrag · Rheinisches Wb.

schürgen

Bd. 7, Sp. 1917
schurgen, schürgen das Wort, ahd. scurgan, mhd. schürgen entsprechend, ist als šø·r.jə(n), –y- (seltener) geschlossen im Rip, Nfrk verbr., lrhn. n. einschl. Malm, Schleid, Ahrw, rrhn. n. einschl. kurköln. Neuw u. altberg. Südgrenze [-- Ahrw-Remag; -- Mörs verbr.; -- Klevld; -y- MülhRuhr; -o- Köln-Badrf, Ruhrort]; südl. dieses Geb. šu·r.jə(n), –o- (seltener) im Mosfrk, zunächst vereinzelt Saarl-Stdt, Merz-Bergen Wadern, dann geschlossen an der Mos von Wittl-Cröv Meerf an; von Koch, Kobl aus nach N. in May u. im rip. Aden (Kaltenborn Weibern) u. nach W. noch in Daun-Meisbg OEhe Tettschd; ausserdem hat noch Siegld -u-; nehmen wir die Abl. šu·r.jəln hinzu, so tritt hinzu die ganze uSaar von Merz an, Hochw, Mos von Trier bis einschl. Kobl u. noch Bitb-Dudeld, Prüm-Mürlenb Burb u. Rhfrk in Simm; s. u. schurgeln [šǫ·r.jə Koch-Mörsd; mit Umlaut in etwas abliegenden Geb. -e- Goar-Salzig Weiler; -ęăχ-, –ęrχ- Meis-Hoppstädten; -irj- Birkf-Oberst; -a- u. -ę- Neuw-Datzeroth] schw.: meist etwas verächtl. 1. trans. a. absol. u. eine Schiebkarre u. eine Ladung, eine Last sch., vor sich herschieben, mit der Schiebkarre fahren; he schörgte grad öm de Eck heröm; de Kar (Schörgeskar) sch.; de Tonn (Jauchetonne), Dreck sch.; de Kes no der Bahn sch.; schörg mech ens! fahre mich einmal auf der Schiebkarre SNfrk, Allg.; der schörg ist Werftarbeiter, lädt Schiffe Allg. am Rheine; wo es de Dreckes blevve? De es no Amerika. Wat deht e do? He schörg am Rhing! Bo. RA.: Der Häreng sch. eine Fastnachtsbelustigung; dabei wurde ein auf einer Schiebkarre sitzender Bursche im Laufe unter einem an einer Schnur hängenden H. hergefahren u. musste ohne Zuhilfenahme der Hände versuchen, ein Stück vom H. abzubeissen Selfk (veralt.); Pusspass (s. d.) sch. dass. beim Erntefest MGladb-Mülfort. Heə schörgt Döppe ist bodenlos dumm; du kanns och de D. sch. Heinsb. Lehm sch. noch im Mutterleib sein Erk-Merbeck. Du kanns mech e Ferke (Schwein) no de Bahn sch.! abschläg. Antw. MGladb. Loss en Kolle sch.! lass ihn zur Hölle fahren Bergh-Blatzh; der schörgt bei Käsperche (Teufel) Kuahle ist in der Hölle Grevbr-Gierath. Wenn Dreck Meis (Mist) wörd, wellt he geschörgt sin Geld-Leuth. Wat men sech oplad, mott sch. muss man tragen MGladb. De Kar in den Dreck sch. eine Sache verkehrt angreifen Geld-Nieukerk. Du bes en de Welt geschürgt; du stells dech an wie en de W. g. der sich bei einer Arbeit sehr dumm, faul benimmt Jül, Aach, Selfk, Erk, Kemp; ech ben nit en de W. g.! ich verlange Achtung Sol; die sen en de W. g. die Leute sind in der Kultur zurückgeblieben Wippf-Offermanssheide. Dem kannste övver et Lif sch. er lässt sich alles gefallen MGladb-Hockst; schörg em övver de Plat! hole ihn heran MGladb. Dem ös de Kar für de Fott (et Lif) geschörg er ist gezwungen, etwas zu tun MGladb, Kemp. De kann jet eren-, drensch.; der kann ävver sch. tüchtig essen Jül, Aach, Geilk, MGladb; de schörg sech jet eraf Grevbr-Aldenhv. — b. mehr übertr. α. tüchtig, emsig arbeiten; sich mit der Arbeit eilen, rasch etwas vorwärtsbringen Meis-Hoppstädten, Malm, Gummb-Homburgisch, Mörs, Klevld; zusammenraffen, mit unersättlicher Gier Geld; Vermögen anhäufen, auch zesame-, bejēnsch. Merz-Bergen, Wittl-Meerf, Daun-OEhe, Klevld. — β. unruhig sitzen, bes. von Kindern; met (op) de Stuhl sch., herömsch.; wat leggste doch su te sch.! Kemp, Geld, Mörs. — γ. de es so gout, do ka mer drövver sch., he lött övver sech sch., dem kann me övver de Röck sch. er ist gutmütig, geduldig Grevbr, MGladb, Kref, Kemp, Erk. De lett (lässt) met sech sch.; met dem hane wər geschörgt; se woren den helen Tit (die ganze Zeit) met em an't sch.; de lett sech sch. zum besten, Narren halten Heinsb, Erk, MGladb, Geld-Leuth u. Aach-Merkst Warden; met enem erömsch., op enem (eröm)sch. willkürlich mit einem verfahren Rip. — δ. mit stumpfem Messer, ohne Fertigkeit mühsam schneiden; am Brut (erem)sch. Bernk-Wehlen Zelting. — ε. Muhregard (Möhrengarten) sch. Möhren säen MGladb-Giesenk. — ζ. sich sch. αα. sich scheuern, reiben; de Sau (auch ein Mensch) schurgt sech Siegld. — ββ. die Zahlung einstellen Birkf-Oberst. — η. absol. langsam, zögernd sprechen May-Kehrig. — 2. intrans. mit »sein«; mühsam, unter einer Last daherkommen, schwerfällig gehen; se sen möt dem Könd no N. geschürg; dropansch.; füransch.; hinsch.; an-, herangeschürg kunn Rip, Allg. — Abl.: die Schürgerei, dat Geschürg(s).
4431 Zeichen · 135 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schürgenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    schürgen , schurgen swv. ib. schieben, stossen, treiben. absol. Weist. sume slieʒen, sume sluogen, sume schurgten ungevu…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schürgenv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Schürgen , v. trs . das Verstärkungswort von schüren , in der Schweiz, reizen, nach Fulda; in Schlesien, nachschieben, n…

  3. modern
    Dialekt
    schürgen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schürge n [erkə Lutterb. ] stossen, schieben. D Magd duet s Kinderwägele s. — S. Swz. 2, 355. Basel 265. Hess. 347.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schuergen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schuergen 2 Komponenten

schu+ergen

schuergen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schuergen‑ als Erstglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schuergen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schuergen/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „schuergen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schuergen/rhwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schuergen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schuergen/rhwb.
BibTeX
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