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schürgen

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schürgen verb.

Bd. 15, Sp. 2044
schürgen, verb. schieben, stoszen, treiben. eine weiterbildung zu schüren (vgl. daselbst) mit g-suffix; wie dieses auf das hd. sprachgebiet beschränkt, doch findet sich scurgan avertere, expellere, biscurgan, praecipitare auch in den anfr. (?) psalmen und Lips. gloss. s. Heyne kl. and. denkm.2 s. 176b. ahd. scurgan, -en, scuregen, scurkan, trudere, pro-, impellere, impingere, precipitare Graff 6, 542; mhd. schürgen, schurgen, schorgen Lexer handwb. 2, 829. nachtr. 363. vgl. ferner Grimm gramm. 2, 48. 295. Andresen volksetym. 260. Germ. 7, 97. Weigand 2, 652. im ältern nhd. findet sich schürgen nicht selten noch in der schriftsprache; von wörterbüchern verzeichnen es die folgenden: schürg exagito Alberus dict. (1540) m 1b, vgl. Weigand a. a. o.; schürgen, schurgen [.. voc. usat. vers' il basso Reno] spignere la carriuola d' una ruota, carrivolare, v. schieben. ein fasz bier etc. schürgen. Kramer dict. 2, 683b f.; schergen, et schürgen, idem quod schüren, trudere, et irritare, urgere, impellere, compos. an- sive zueschergen, beyschergen, weg- sive hinwegschergen. Stieler 1768; ich schirrge, removeo, protrudo Steinbach 2, 495. in neuerer zeit nur noch landschaftlich, besonders in der Schweiz. neben schürgen finden sich auch die schreibweisen schergen (s. daselbst, theil 8, 2568), schirgen (s. sp. 207, bei Steinbach, s. oben), schörgen (sp. 1577) und schürchen: ich gehe scharren und schürchen um gut, als wollt' ich mich erwürgen. wunderhorn 2, 474 Boxberger. von neuern mundarten haben folgende das wort erhalten: schweiz. schürgge(n) Stalder 2, 355. Hunziker 233, schürke Seiler 265b, bair. schorgen, schörgen, schurgen, schürgen, schargen Schm. 2, 467, ungar. Schröer 205a, schles. schürgen, schergen Weinhold 88b. Anton 4, 8 f., thür. (schürgen,) schörjen, scherge, schyr Hertel sprachsch. 222. Keller 41, schürr Regel 269, hess. schürgen, schorgen Pfister 170. Kehrein 1, 370; in Aachen schörge Müller-Weitz 221. von nd. mundarten hat nur das westfäl. das wort übernommen: schürgen Woeste 234b. bedeutung. 11) etwas schieben, fortstoszen Hunziker 233. Anton 4, 8. Kehrein 1, 370, z. b. d' wäije (kuchen) inn ofen ine schürke Seiler 265b, besonders einen wagen. im stifte Hersfeld sagt man von dem, der einen wagen von hinten schiebt: he schürghet, von dem vorn ziehenden: he dinset Pfister 170, ebenso Anton a. a. o.: daʒ hulzîne phert wart sêre gezogen ... si zugen vore und schurgeten nâch. Herbort v. Fritslar troj. krieg 16071. auch in zusammensetzungen, fort-, hinweg-, zurückschürgen: Matuta hat geziert den tag, und Phœbus wagen anmuttig aufgeführt, gar zierlich fortgeschirget auf Thetis bette zu. Scherffer ged. 511. thür. sprichwörtlich: s schürrn dan wâchen in de schünn, schieben den wagen in die scheune, für: angestrengt arbeiten Regel 269. Hertel 222. absolut: wan he fure, das das hynderste rad queme, do daz fordir rad gestanden hatte, so were he der phande fryhe, und der holczfurster solde eme an helffen schurgen, ab eme das noyd were. Grimm weisth. 3, 357 (vom jahre 1449); item ob ein man were, der sein gut ufgeben hett und wolt hinweg zihen und hett ine berawen, und hilt noch in den valthoren, so solten ime die nachgebur helffen zuruck schurgen wider hin in. 888 (15. jahrh.). auch etwas auf der schiebkarre fahren, vor sich herschieben Müller-Weitz 221. Woeste 234b. 22) treiben, z. b. thiere auf die weide; so in der bauernregel: auf St. Gürgen soll man die küh von der weide schürgen. Simrock sprichw. 3414. 33) menschen antreiben, drängen Schröer 205a, anschürgen Weinhold 88b, reflexiv, sich beeilen. ebenda. so besonders mhd., in eigentlichem sinne, absolut: sume stieʒen, sume sluogen, sume schurgten ungevuogen. Walther v. Rheinau 168, 12. 172, 40. meist in freierer verwendung, (einen) wozu anreizen, verleiten: swenn der teufel darzu schürget, daʒ vil manger wirt gewürget. H. v. Trimberg renner 11552; des leite si der snôde man almêlich von der stat hin dan mit senftir rede schurgin bis zcû der Rômer burgin. zeitschr. für d. alterthum 17, 246, 18; dô wart darzcû geschurgit, daʒ hê dô wart irwurgit. 223, 22; reflexiv: wen sich di man in den strît menlich wellin schurgin. 361, 15. in anderm sinne: daʒ sî gewîhte pfaffen ... mit manchirleie tôten ... von dem lebne schurgeten. Nic. v. Jeroschin 26486. 44) absolut, in freierer verwendung, an 1 anknüpfend: es hat viel mühe und arbeit, und darff viel fürlegens, schmierens, schiebens, und schürgens, wenn einer hoch nan ans bret kommen soll. Mathesius Sar. 197b. — an einem joch schürgen, ziehen, bildlich: eine solche matron, die dem mann zur hand geht, und mit zugreifft in der hauszhaltung, dasz dem mann nicht die gantze last auff dem halsz liegt, sondern das weib hilfft auch mit schürgen an dem ehjoch, wie ein paar ochsen zusammen gespannet werden. Creidius 1, 361. 55) mundartliche besonderheiten. 5@aa) in der Schweiz auch er hat die schuld auf mich geschuorgget, geschoben Stalder 2, 355. 5@bb) ferner ein kinderspiel, wobei bohnen, knöpfe u. a. in ein grübchen geschoben werden. Hunziker 233. vgl.schürgeln 1. 5@cc) ebenda auch für 'das feuer schüren' Stalder 2, 355; ebenso in der Zips unterschürgen Schröer 205a; vereinzelt auch in der schriftsprache: der einem den brand schürgt, fax accusationis Dentzler 2, 257a; und ich selber alle tage in die küche muszte, das feuer auf dem heerde zu schürgen. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. (1831) 2, 22. vgl. dazu schüren (einl.) und: fuirscurigi succensor ignis. quelle bei Schm. 2, 462. 5@dd) in Nassau, geld zusammenscharren Kehrein 1, 370. 5@ee) in der grafschaft Glatz, supprimere aliquam Weinhold 88b.
5674 Zeichen · 159 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schürgenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    schürgen , schurgen swv. ib. schieben, stossen, treiben. absol. Weist. sume slieʒen, sume sluogen, sume schurgten ungevu…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schürgenv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Schürgen , v. trs . das Verstärkungswort von schüren , in der Schweiz, reizen, nach Fulda; in Schlesien, nachschieben, n…

  3. modern
    Dialekt
    schürgen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schürge n [erkə Lutterb. ] stossen, schieben. D Magd duet s Kinderwägele s. — S. Swz. 2, 355. Basel 265. Hess. 347.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schuergen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schuergen 2 Komponenten

schu+ergen

schuergen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schuergen‑ als Erstglied (1 von 1)

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Cotta, M. (2026). „schuergen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schuergen/dwb?formid=S19380
MLA
Cotta, Marcel. „schuergen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schuergen/dwb?formid=S19380. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schuergen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schuergen/dwb?formid=S19380.
BibTeX
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