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schöngeist

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schöngeist m.

Bd. 15, Sp. 1508
schöngeist, m., nach dem frz. bel-esprit, der dem schönen, besonders den schönen wissenschaften interesse und verständnis entgegenbringt, sich damit beschäftigt, allmählich discreditiert, spöttischen nebensinn gewinnend Campe (unter schön), vergl. schön 4, c: die dame aber, die von der geisterwelt eine ganz andere theorie hatte als die töchter, und keine geister glaubte als schöngeister und starke geister, strafte die fräuleins dieser pfahlbürgerlichen vorurtheile halber. Musäus 1, 57 Hempel; da lobte ich mir unsere pfiffige schöngeister, die ihren abgestumpften witz gelegenheitlich bei dieser lezten instanz (den almanachen) noch umtreiben. Schiller 2, 376; die benennung, schöngeist, die vor dreyszig jahren so angenehm klang, ist nun zu einem widrigen schall geworden; man bedient sich jetzt des allgemein bezeichnenden wörtleins: schriftsteller. Klinger 11, 140; es waren kurze jahre, wo der gute geist unserer nation von dem hofe des groszen fürsten (Karls des groszen) so helles licht ausstrahlte, wie niemals seitdem im hause eines deutschen herrschers, nicht unter der ritterlichen umgebung der Hohenstaufen, und nicht unter den französischen schöngeistern des groszen Friedrich. Freytag 17 (1888), 328. schöngeist dem denker gegenüber gestellt: es hiesze etwas unmögliches verlangen, wenn ein werk, das den denker anstrengt, zugleich dem bloszen schöngeist zum leichten spiele dienen sollte. Schiller 10, 397, dem schönen geist als dem wahrhaft schön, harmonisch durchgebildeten: der schöne geist und der schöngeist. nur das leichtere trägt auf leichten schultern der schöngeist, aber der schöne geist trägt das gewichtige leicht. Schiller 11, 169, dem philister, in durchaus üblem sinne: philister und schöngeist. jener mag gelten, er dient doch als fleisziger knecht noch der wahrheit, aber dieser bestiehlt wahrheit und schönheit zugleich. ebenda.
1878 Zeichen · 14 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchöngeistDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Schöngeist , — es, Mz. — er , ein schöner Geist. S. Schön . Alterthümlich in jeglichem Zug, ergetzt es (das Mährchen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schöngeist

    Goethe-Wörterbuch

    Schöngeist a viel Sinn für das Schöne in den Künsten, bes in der Poesie besitzende, sich literarisch betätigende Person;…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schöngeist

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schöngeist (franz. Bel esprit ), soviel wie Belletrist (s. Belletristik ).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoengeist

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schoengeist 2 Komponenten

schoen+geist

schoengeist setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schoengeist‑ als Erstglied (7 von 7)

schöngeistelei

DWB

schoengeist·e·lei

schöngeistelei , f. schöngeistiges wesen, in spöttischem sinne: da er mit allen meynungen, hypothesen, und dem ganzen bischen wissenschaft u…

schöngeisterei

DWB

schoen·geisterei

schöngeisterei , f. , dasselbe wie das vorige, gleichfalls meist verächtlich Campe : angesehen die idiosynkrasie des bothen und seine mischu…

schöngeisterisch

DWB

schoengeist·e·risch

schöngeisterisch , adj. einem schöngeist gleich, gemäsz: in welcher verlegenheit ist zuweilen ein mann, der nicht viel journale und neuere m…

schöngeistern

DWB

schoen·geistern

schöngeistern , verb. sich wie ein schöngeist benehmen, äuszern: worüber läszt sich nicht schwatzen? am meisten darüber, wovon man nichts we…

schöngeistig

DWB

schoen·geistig

schöngeistig , adj. einen schönen geist habend, einem schönen geiste, schöngeiste gemäsz, belletristisch Campe ( als neubildung bezeichnet )…

schöngeistisch

GWB

schoen·geistisch

schöngeistisch zu ‘Schöngeist’ b; im Zshg der Popularisierung der Newtonschen Farbentheorie Algarotti|S-er Verbreiter der N [ ewtonschen ] .…

schöngeistler

DWB

schoen·geistler

schöngeistler , m. , dasselbe wie schöngeist, verächtlich: es wird ihm ( dem unbefangenen zuschauer ) schwer, gelassen zu bleiben, wenn der …