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schönbart

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schönbart m.

Bd. 15, Sp. 1486
schönbart, m. larve, maske, verderbt aus schemebart, schembart, eigentlich 'bärtige maske' Lexer mhd. handwb. 2, 698 (der bart war in alter zeit das wesentliche bei der maske, vgl. Weinhold in Gosches jahrb. f. literaturgesch. 1, 43), schämbart, larva, persona Stieler 768, schembart Frisch 2, 173b ('an vielen orten'), in Nürnberg noch als schembart, schembert üblich. Schmid 459. Schm.2 2, 418, gelegentlich auch weiter verkürzt zu schemper voc. von 1516 bei Dief. 319b (larva). quelle von 1694 bei Schmeller a. a. o., schemmer Hintner 215. wie schime, schiem neben scheme, schemen (s. dieses oben theil 8, 2536), so begegnet hier eine nebenform schympart, larva Dief. a. a. o., der das scheinpart der folgenden stelle nahe steht: gleich schöner jüngling art ir scheinpart (variante schönpart) nach dem besten. H. Sachs 4, 201, 26. häufiger sind formen mit übergang des e in ö (vgl.o 3, a oben theil 7, 1039). zum theil wahren sie das alte m: bald darnach rüst sich der prior in sein mummerey und schömpart. Franck chron. 221b; schömpart, un masque, larve wider die sonne. nomenclat. von 1667 bei Schm. a. a. o., meist aber zeigen sie n für m, wie es auch in formen mit e schon früh zu erweisen ist (vgl.n 4 oben th. 7, 2): wer zu ostern loufet mit den schenebarten, der sal die stat rûmen einen manden. quelle des 14. jh. bei Lexer a. a. o.; item eʒ warn auch an der rehten vasnacht .. schenpart kostenlich in grün und auch als vergittert mit gulden leisten ains vingers prait. d. städtechron. 11, 698, 9. so entsteht die form schönbart, die sich wol in folge volksetymologischer anlehnung an schön in der neueren schriftsprache [] festsetzt: schönbart, ein falsch angesicht, larva, gemacht antlit, persona Maaler 360b; schönbart, butzen- vel böcken-antzlit, larva Dief. 319b (von 1590), schönpart voc. von 1618 bei Schm.2 2, 418, schönbart Campe, ebenso schon mnd. sconebart, larva voc. im nd. jahrbuch 1, 30b. verkürzt schönbar: zur fasnachtszeit ist verboten worden schönbar und larven zu füren und mummereikleider anzuziehen. quelle von 1595 bei Birlinger 401a. bisweilen erscheint o statt e (vgl.o 2, b oben theil 7, 1039): er dorfft kein schonbart, wann er sich unter den augen mit rotz beschmiret, berusziget, besudlet, unnd beknudelet. Garg. 128b, verkürzt schonpert, larva Dief. 318b (von 1577). erhalten ist das o bis heute im familiennamen Schombart Andresen volksetym. 225. verbreiterung des e oder o zu a zeigt das von Steinbach 1, 68 als landschaftlich (non ubique usitatum) angeführte schambart, larva, persona. selten wird das wort als fem. gebraucht, vielleicht nach analogie von scheme, schem, f., larve, maske (s. dieses oben theil 8, 2537): hie fällt der fraw Reichtumb alle hauptzier vom kopff, die ermel von armen, die jungfraw schonbart vom gesicht. W. Spangenberg dichtungen 276 Martin (mammons sold Bb); auch die verkürzte form schemmer des Defferegger dialects ist f. Hintner 215. eine gleichbedeutende bildung ist schemhaupt, schiemhaupt (bezeugt schemhawpt, schiemhawpt, schyemshawbt) Schm.2 2, 419. 11) das wort ist zuerst im Renner des Hugo v. Trimberg belegt, wo es zur bezeichnung von häszlichkeit im vergleiche gebraucht erscheint, also eine häszliche, fratzenhafte larve bedeutet: nu sitze ich (ein erblindeter) als ein schempart traurich, als ein unflêtich hauwe mir selber und andern leuten ein grauwe. 17991; swie sêre wir nu dem leibe zarten, doch werden wir gelîch den schembarten, sô die sehen beginnent starren, und die rôten schedel zarren an den augen sô die wangen mit tiefen runtzeln beginnent hangen. 23145. 22) spätere belege zeigen es im allgemeinen sinne von 'maske', wie sie besonders beim fastnachtsmummenschanz üblich ist, und zwar wird es gleich diesem von der eigentlichen gesichtsmaske, dem maskenanzug und dem träger der maske gebraucht: der guot man .. im eyn schön parte (una maschera) für sein gesicht gethan hette. decameron 264, 19 Keller; do der getrewe man den placz mit volck am föllesten sahe des geleichenn thet als ob er in ab der keten nämen wölt und im den schönpart von dem gesicht reysz. 33; als bald münch Albrecht der schönpart ab dem gesicht kame. 265, 1; item so liesz die künigliche majestat derselben nacht ein tantz auf dem rathhaus halten und mancherlei tentz auf welsche und niderlendische art üben und spil treiben, darin auch der kunig persönlich in einem schempart was. d. städtechron. 11, 732, 29 (von 1491); also das sie butzen kleider anlegen, wie es ein jetlichen lustet und auch allerlei schönbart der oberkeit. Vergilius von den erfindern der dingen übersetzt von Alpinus (1537) 127a; also haltend die unsern auch thorenlich den brauch mit schönbarten oder fastnachtkleider anzulegen. 131; wo jemandt den spilleüten (darstellern) in der mummerei, das schawspil habende, den schönbart hinweg zuoreissen sich unterständt, unnd den zuosehern das recht natürlich angesicht zuo zaygen, und zuo entblössen an die hant neme, ist im nit also, diser wurde das spil gar verderben, und wurde wirdig geacht, den jederman von dem spilhausz, wie ainen unsinnigen mit stainen herausz würff? Franck lob der thorh. 22b; ettlich dʒ sy keyn scham haben, verbutzen sy sich (zur fastnacht) in larven und schönpart, das man sy nit kenne. weltbuch 50b; sie zoch iren sammatin schönbart (die gesichtsmaske, die man zum schutze gegen witterungseinflüsse trug) gegen im herab und neigt sich gegen ime, wie der grosen frawen geprauch in Frankreich. Zimm. chron.2 3, 233, 8; der teuffel, so kein besser mummergesicht oder schönbart jhme wünschte (er soll dem pabst Alexander IV. in gestalt eines pronotars erscheinen), verhiesz jm solches gern zugefallen zuthun. Fischart bienenk. 220a; ihr schönpart wüst und knottet, gleich den löwen und katzen, und andern grewling fratzen. H. Sachs 1 (1590), 4, 306a; ich schau durch ein vogel-nest die krumme wege an, welche die welt hingeht, die gleichwohl durch ein fernglasz das kind nit sehen kan weils voller schämbärt steht. Simpl. 3, xv (erklärung des allegorischen titelkupfers zum 'vogelnest'); [] doch sagt warum in diesen tagen, wo wir der sorgen uns entschlagen, schönbärte mummenschänzlich tragen und heitres nur genieszen wollten, warum wir uns rathschlagend quälen sollten? Göthe 41, 10; doch steckt hinter diesem schönbart ein gesicht von ganz andrer art. 42, 383. 33) der schönbart heiszt bei H. Sachs auch der maskenumzug und tanz, der zu Nürnberg den metzgern, weil sie bei einem aufruhr im jahre 1348 dem gesetzmäszigen rate treu geblieben waren, allein gestattet war, bis die geschlechter ihnen die erlaubnis abkauften. vgl. Nürnb. polizeiordnungen 92. d. städtechron. 3, 276 und 320 anmerk. 8. 11, 698. Frisch 2, 219a. Schm.2 2, 419: in diser auffruhr vergangen die metzger sind anghangen trewlich eim erbarn rath, der sie begabet hat, mit eim järlichen tantz, ... der schönpart ist genennt. H. Sachs 1 (1590), 4, 306c; aber nach jaren secht die erbarn der geschlecht theten den schönpart kauffen. ebenda; nun merck diser schönpart, mit aller seiner art, ist ein heimlich figur vergangener auffruhr. ebenda. 44) der stehende ausdruck für solches umziehen ist laufen. es heiszt mit schönbärten laufen (beleg s. oben unter dem formalen) und freier schönbart laufen, als maske umziehen, einen maskenumzug veranstalten, daher auch passivisch: item an der vasnaht da erlaubet man, unser herrn, den flaischakern zu tantzen und liefen 95 schenpart und liessen sunst kain rott oder spil mit reimen laufen oder in die heuser geen. item es was davor kain flaischakertantz zu dreien vasnaht nit gewesen noch kain rot oder schenpart geloffen. das machten unser kriegsleuf die dreu jar. d. städtechron. 11, 660, 15 (Nürnberg, von 1503); wie, woher und warumb, desz schönparts ursprung kumb, welcher denn ist geloffen alle fasznacht frey offen, auszgnommen wenn die stadt krieg oder unfall hat, oder ein sterb anhub. H. Sachs 1 (1590), 4, 306c. bei H. Sachs auch der collectivischen anwendung des worts gemäsz der schönbart läuft, läuft aus: bald sich gesammelt hat der schonpart, und laufft ausz, laufft er für das rath hausz. 306d; wo ist der schönpart auszgeloffen. 2 (1570), 4, 1b. substantiviert, das schönbartlaufen: geschichte des schönbartlaufens in Nürnberg. titel eines 1761 zu Altdorf erschienenen buches; also auch zum schönbart laufen? Göthe 42, 381. 55) schönbart in bildlicher anwendung: weil sie die larven und den schönpart der eüsserlichen werck erticht haben. Melanchthon hauptartikel der heil. schrift verdeutscht 23; weil die gantz menschlich vernunft von diser eusserlichen larven und schömpart der tugent vil helt. anweisung in die heilige schrift, deutsch von Spalatin 20. 66) in scherzhafter übertragung für 'gesicht': der mann der sprach (zu seinem weibe) was sol das sein, du unflat, find ich wein bey dir und gab eins in den schönpart jr. H. Sachs 1 (1558), 5, 525a.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schœnbart

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    schœn-bart s. schëmebart.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchönbartDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    ✱ ✱ Der Schönbart , — es, Mz. — bärte , eine Larve, gleichsam ein schöner Bart; bei Frisch und Andern Schönpart , bei Wa…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schönbart

    Goethe-Wörterbuch

    Schönbart zur Fastnacht getragene (bärtige) Gesichtsmaske [ der Kaiser zu den Getreuen: ] sagt, warum in diesen Tagen,|W…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schönbart

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schönbart ( Schembert , v. mittelhochd. schëme , »Maske, Larve«), Bartmaske, daher das sog. Schönbartlaufen , eine der M…

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Zerlegung von schoenbart 2 Komponenten

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schoenbart‑ als Erstglied (4 von 4)

schönbartbuch

DWB

schoenbart·buch

schönbartbuch , n. fasti Saturnalium Norimbergensium .. nomina, vestitus, insignia eorum, qui singulis annis decurrerint, quidque portenti s…

schönbartspiel

DWB

schoenbart·spiel

schönbartspiel , n. maskenspiel, vgl. DWB schönbart 2: das jahrmarkts-fest zu Plundersweilern. ein schönbartspiel. Göthe 13, 7 .

Ableitungen von schoenbart (1 von 1)

verschönbarten

DWB

verschönbarten , verb. mit einer larve ( s. DWB schönbart ) versehen, verlarven: da sie ein verschönbart bild, wie den Luther angethan, unnd…