Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schnuppe
schnuppe
Schnuppe f. ‘glühender Dochtabfall’ (zuerst md. snupe, 15. Jh.), nd. Snupp, Substantivbildung zu md. schnuppen ‘die Nase, das Licht putzen’ (hd. schnupfen, s. d.); vgl. das licht snuppen (Anfang 16. Jh.), schnuppen (18. Jh.) und s. semantisch vergleichbares schneuzen. Die entsprechende obd. Form ist Schnupfe, vgl. liechtschnupffen (16. Jh.). Ausgehend von ‘glühender Dochtabfall’ wird das Substantiv im 18. Jh. auf die vermeintlichen Abfälle der Sterne (also auf sekundenschnell sich bewegende Himmelskörper bzw. auf in der Lufthülle verglühend sichtbare Materieteilchen aus dem Weltraum) übertragen, besonders in der Zusammensetzung Sternschnuppe f. (18. Jh.). schnuppe Adj. ‘gleichgültig, einerlei (wie ein wertloser Dochtabfall)’, nur prädikativ in der Wendung das ist (mir) schnuppe (2. Hälfte 19. Jh., sich von Berlin aus verbreitend).