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schnörkel

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnörkel m.

Bd. 15, Sp. 1378
schnörkel, m. gewundene linie, verzierung in gewundenen linien; bei Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634a schnorchel, schnörchel, schnörckel; mit schnörcheln zieren, volutare; Günther hat schnorckel: der greisz, dem ein soldat die schnorckelcirckel störet. 646. Adelung bezeichnet als mundartliche nebenformen schnerkel und schnirkel. besonders die form schnirkel ist in älterer sprache viel gebräuchlich (s. oben schnirkel); mit verdunklung des vocals schnürkel, niederd. snürkel Woeste 247a; schnürkl, schnarkl machen, verworrene linien ziehen, kritzeln Schöpf 642. Frisch 2, 215c schreibt schnerkel. schnörkel hängt wahrscheinlich mit ahd. bisnerhan, gisnerhan, verstricken, binden, flechten, snarahha strick und netzwerk zusammen und geht auf schnerkel, schnerchel zurück; das wort ist aus dem oberdeutschen in die schriftsprache eingedrungen. in eigentlicher bedeutung: nach Jacobsson 4, 30b bezeichnet man mit schnörkel die voluten der jonischen, korinthischen und zusammengesetzten säulenordnungen, dann überhaupt eine schneckenförmige biegung 7, 265a, bei Adelung schnecken- oder schlangenlinie. in allgemeinerer anwendung von jeder gewundene linien oder formen zeigenden verzierung. im stile des 18. jahrh.: seht nur das haus da drüben, das neue! wie prächtig in grünen feldern die stuckatur der weiszen schnörkel sich ausnimmt. Göthe 40, 262; auch den eichenen schrank mit geflügelten köpfen und schnörkeln. Voss 2, 274. gothische verzierungen: den gothischen zierrat ergreift nun der wicht und klettert von zinne zu zinnen ... es ruckt sich von schnörkel zu schnörkel hinan. 1, 230; wie jeder schnörkel dort am dom für sich besteht, und doch das ganze zieren hilft. Grabbe 2, 413 (Heinrich VI 3, 1); der münster stand bei grünen bäumen mit schnörkeln und steinrosensäumen. Immermann 13, 181 Boxberger. leicht in tadelndem sinne, indem das unruhige, launsiche, gehäufte oder überkünstliche der verzierung hervorgehoben wird; so bei Adelung und Campe: auf anlasz einiger abenteuerlichen schnörkel (der altdeutschen baukunst). im bilde: die ersten grundlinien ..., denen man jederzeit nachgegangen ist und ferner nachgehen wird, man mag sie nun durch noch so viel laubwerk und schnörkel verzieren und verstecken, als man immer will. Kant 2, 465. verzierungen an der schrift: er schlosz seinen brief mit einem zierlichen schnörkel, schnörkel an buchstaben u. ähnl.; wie auf dem ŭ fortan der theure schnörkel zu sparen? auf die antwort sind dreiszig dukaten gesetzt. Schiller 11, 135; in gleicher anwendung auf die gartenkunst, s. gartenschnörkel th. 4, sp. 1413. schnörkel mit dem schlittschuh beschreiben u. ähnl.; verzierungen in der musik: mit trillern und allerhand schnörkeln überladen. ohne tadelnden sinn: in dem tone, wie das volk selber singt, treuherzig und selbst mit den kleinen schnörkeln verziert, die jenes anzuhängen pflegt. Keller 3, 213. der freiere und übertragene gebrauch des wortes ist der neueren sprache geläufig. mit beziehung auf künstliche form der dichtung: die schnörkel seiner (Hariris) makamen. Rückert poet. werke (1882) 11, 221; in dergleichen versen läszt sich der dichter zum gelehrten kunstgeschmacke seiner zeit herbei, doch tut er es weislich nur in solchem beiwerk der beschreibungen, wo ein schnörkel, eine arabeske sich auch wol ausnimmt. Firdosi 1, 310. gebiet der sitte: ebenso führt er in sein gesellschaftliches betragen und in seine sitten schnörkel und verzierungen ein. Schiller briefe 3, 392 Jonas; in besonderer anwendung: meine augenbrauen müssen während der ganzen zeit des gezwungenen aufenthalts nicht aus jenem wehmüthigen schnörkel, meine mundwinkel nicht aus jenem gekniffenen faltenwurf gekommen seyn, mit dem man nach dem genusz von in der sonne lauwarm gewordenen rothwein sein gesicht zu drappiren pflegt. Gaudy 19, 31; mundwinkel mit angewöhntem, eisernen schnörkel. Keller 6, 119.
3881 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnörkel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schnörkel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schnörkelchen, eine Schneckenlinie, ja eine jede auf ähnliche A…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schnörkel

    Goethe-Wörterbuch

    Schnörkel vereinzelt -ck- (zB T1,335,9 ) sowie in der veralteten (frühnhd) Nebenform ‘Schnirkel’ 1) dekorativ gewundene,…

  3. modern
    Dialekt
    Schnörkelm.

    Pfälzisches Wb.

    Schnörkel m. : 1. häufig nur Pl. 'Spaß, Ulk, Witz, Posse, Faxen', die von windenden Bewegungen des Körpers begleitet sei…

  4. Spezial
    Schnörkel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schnör|kel m. (-s,-) 1 (gewundene Linie) ziraco (-chi) m. 2 (an Möbeln) ornamënt (-nc) m ., mote (-ti) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnoerkel

14 Bildungen · 13 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

schnoerkel‑ als Erstglied (13 von 13)

schnörkelchen

DWB

schnoerkel·chen

schnörkelchen , n. : die linien beym anfange gefallen mir nicht, und ich hatte ausdrücklich alle schnörkelchen, von was für art sie auch sin…

schnörkelei

DWB

schnoerk·e·lei

schnörkelei , f. stets in tadelnder bedeutung, im verbalen sinne: unterlasz alle schnörkelei ( alles gesuchte verzieren ) beim schreiben, si…

schnörkelhaft

DWB

schnoerkel·haft

schnörkelhaft , adj. zu schnörkel gebildet, meist in tadelndem sinne, sodasz das krause, unruhige, übertriebene, verworrene der gewundenen f…

schnörkelig

DWB

schnörkelig , adj. wie das vorhergehende wort.

Schnörkel II

RhWB

Schnörkel II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk -ęrgəl ; sonst -r(ə)k- [Saar auch -i- ; Sieg , Köln-Stdt auch -y- ], Pl. -ələ, –əln …

Schnörkelmacher

PfWB

schnoerkel·macher

Schnörkel-macher m. : ' Spaßmacher, Spaßvogel, Witzbold ', Schneʳgelmacheʳ (šnęʳgəlmaxəʳ) [ NW-Bobh LA-Venn ], Schneʳjəl- (šnęʳjəl-) [KU-Sch…

schnörkelschrift

DWB

schnoerkel·schrift

schnörkelschrift , f. : zuverlässig hatte der schreiber des briefes nicht geahnt, welche aufregung seine verblichene schnörkelschrift unter …

schnörkelwerk

DWB

schnoerkel·werk

schnörkelwerk , n. : Schoppe horchte mit einem fatalen kräusel- und schnörkelwerke auf dem gesichte zu. J. Paul Titan 1, 20 ; was sonst im s…

Schnörkelwesen

GWB

schnoerkel·wesen

Schnörkelwesen pejor für die (übertrieben) ornamentale Formensprache, namentlich des barocken sowie des zeitgenöss romantisch-neogotischen K…

Ableitungen von schnoerkel (1 von 1)

geschnörkel

DWB

geschnörkel , n. schnörkelei, gewundene, überladene verzierungen, eigentlich und bildlich: stengel- und blumengeschnörkel in den arabesken d…