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schlüchte

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlüchte f.

Bd. 15, Sp. 794
schlucht, schluchte, schlüchte, f. 11) schlucht, schmale tiefe zwischen bergen, felsen, durch das wasser gerissene höhlung von einiger länge und tiefe; schlucht steht für älteres schluft (s. dieses, über den lautwandel vergl. Wilmanns gr. 1, § 98); schlucht dringt erst in neuerer zeit in die schriftsprache ein, Frisch 2, 202a verzeichnet es als schluchte und belegt es aus Melzers Schneeberger chron. (1716); ebenso hat noch Adelung die form schluchte; er erkennt es noch nicht als schriftgemäsz an, es werde 'im gemeinen leben vieler gegenden' gebraucht. Campe hat schlucht, plur. schluchten. neben dieser gewöhnlichen form des plurals findet sich auch, obschon selten, schlüchte (wie schlüfte zu schluft): reitet die schlücht' und schründ hindurch. Kosegarten rhapsodien 3, 108 (1801); dasz der sang durch die schlüchte zog. Gaudy erz. 136, s. auch unter 5. als landschaftliche nebenform zu schluchte wird bezeugt schlüchte, plur. schlüchten Meyer sächs. Schweiz (1891) 183; s. auch schluchter, f. 1@aa) gewöhnlich in der bedeutung 'kleines, enges thal, vom wasser eingerissene höhlung' u. ä. schluchten, loci devexi et concavi Agricola bergwerkb. (1621) register; in das Wallisthal gehen .. sehr viele schluchten des benachbarten gebirges aus. Göthe 16, 274; auf den gebahntesten wegen steigt man eine schlucht herauf, die das wasser nach dem Inn zusendet, eine schlucht, die den augen unzählige abwechselungen bietet. 27, 17; wo ich mich einsam fühlte, in tiefe wilde schluchten sah. Bettina briefe 1, 285; durch die dunkeln wälder brausen, durch die dunkeln schluchten heulen. Ludwig 1, 18 (1891). freier wie kluft, von räumen, die ins unterirdische sich erstrecken: in der gebirge schlucht taucht sich der bergmann hinab. Schiller 11, 87; in ähnlichem sinne: der ihn (Dante) führt' an treuer hand durch der hölle tiefste schluchten, wo sein irdscher schmerz verstummte bei dem anblick der verfluchten. Uhland ged. (1864) 279; nun durch seine (des weltalls) schluchten keuchen, durch die tiefen adern pochen. Ludwig 1, 16. 1@bb) besondere übertragung: in Siebenbürgen bezeichnet man mit schlucht, f. eine falltreppe, die vom zimmer in den keller hinunter führt. Kramer Bistritzer dialect 118; schlôcht Haltrich plan zu vorarb. f. ein siebenb.-sächs. idiot. 88. 22) österreich. die schlucht, graben, kanal zur ableitung des wassers aus wiesen oder feldern, dann auch pfütze, tiefe grube Höfer 3, 97: daʒ ir ein teil verrunnen wær in einer tiefen waʒʒersluoht. Seifried Helbl. 2, 1361 (die handschrift waʒʒersluht : nuht). vielleicht identisch mit diesem worte ist bair. schluett (mit verstummen der gutturalen spirans), pfütze, lache Schm. 2, 539; kärnt. schluote, schluot'n, höhle, schlucht; rinne, kleine wasserauskehre Lexer 221. die etymologischen beziehungen des wortes sind dunkel; s. schluchter 1 und schlotte 5. 33) oberd. als schimpfwort für eine schmutzige, träge weibsperson, wol übertragung aus 2: schlucht, schlutt Schmid 468; die schlucht, die schlüchten, unreinliche faule person Schm. 2, 504, schluett im gleichen sinne 2, 539; die dreizehent sey ein schlucht. fastn. sp. 1160; mein liebe schlucht, ist's aber war (zur magd)? H. Sachs fastn. sp. 1, 43, 178 neudruck; so wehr dich mein, du faule schlucht. 2, 103, 294; in umgelauteter form: bist du aber ein starcke schlücht und hast dich überal betrücht. H. Folz klopfan (Weim. jahrb. 2, 118); ich sprach, ich wolt die schlüchten straffen. H. Sachs 1 (1558), 509c. 44) landschaftlich: schlucht, schluacht, f., abgehauener, dicker ast Schöpf 624, schluachta (so ist zu lesen statt schlunchta) Frommann 3, 319 (Tirol), schluecht, schluechta, f., dicker baumast, armaschluecht, schulterblatt Tobler 391a. 27a, vgl. Schmid 468; kann das wort als ablautende bildung zu schlagen aufgefaszt werden? im nd. finden sich bildungen, die vielleicht heranzuziehen sind: sluchter, die wilden schöszlinge eines baumes Schiller-Lübben 4, 251a. dieses wort wird mit seinen verwandten bei ten Doornkaat Koolman 3, 209b ff. auf das alte verbum sliofan zurückgeführt, diese erklärung versagt aber bei den angeführten oberd. wörtern; slüchtern, die dürren zweige der bäume abhauen, s. unten schluchtern, schlüchtern; schlôt ast (rheinfränkisch) Frommann 5, 520, 2; schlucht bezeichnet auch das geschosz an nelken und anderen blumen Schmid 468. Nemnich. 55) höhlung der hosenbeine (?): die hosen über seine schlafmütze gezogen, so dasz die schlüchte ihm zu beiden seiten des kopfes herunter hingen. (Chamfort) maximen, characterz. u. anecdoten 2 (1797), 44.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schlüchtef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schlucht , schluchte , schlüchte , f. 1 1) schlucht, schmale tiefe zwischen bergen, felsen, durch das wasser gerissene h…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schluechte

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schluechte

schluecht + -e

schluechte leitet sich vom Lemma schluecht ab mit Suffix -e.

Zerlegung von schluechte 2 Komponenten

sch+luechte

schluechte setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schluechte‑ als Erstglied (2 von 2)

Schlüchtenloch

RhWB

schluchten·loch

Schlüchten-loch -ȳχtə- Wippf-Hürholz (abseits) n.: L., durch das das Heu aus der Obertenne, dem Heustall heruntergeworfen wird (wohl L. zwis…

schlüchtern

DWB

schluch·tern

schlüchter , schlüchtern , adj. schmutzig, unordentlich ( s. schlucht 3): also ein weibsbild gleicher weisz vor den schlüchtern thut han den…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schluechte". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schluechte/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „schluechte". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schluechte/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schluechte". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schluechte/dwb.
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