Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Salmiak m.
Salmiak m.
Salmiak m. ‘Ammoniumchlorid’. In mittelalterlichen alchimistischen Texten des 12. und 13. Jhs. wird das in Persien (im Elbursgebiet), dem damaligen Armenien (lat. Armenia, mlat. Armania), gefundene Ammoniumchlorid (wohl in Anlehnung an arab. Vorlagen) mgriech. álas Armeniakón (ἄλας Ἀρμενιακόν) bzw. mlat. sal Armoniacum (auch sal Armaniacum) ‘armenisches Salz’ genannt. In nachfolgenden alchimistischen Rezepturen treten volkssprachliche Verschleifungen und Verkürzungen auf und führen zu Bezeichnungen wie Salarmaniacum, Salarmaniak (beide 14. Jh.) und schließlich zu Salmiak (15. Jh.). Da das seit der Antike bekannte Gemisch aus dem Karbonat und dem Chlorid des Natriums (lat. sāl Ammōniacum, s. Ammoniak) in vielen Texten mit dem Ammoniumchlorid (sal Armoniacum) teils verwechselt, teils in der Bezeichnung nicht auseinandergehalten wird, kann auch lat. sāl Ammōniacum die Entstehung der Kurzform Salmiak gefördert haben. Vgl. in: Archiv f. d. Studium d. neueren Spr. 195 (1959) 321 ff.