Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
salbadern
salbadern
Salbader m. ‘langweiliger, frömmelnder Schwätzer’ (2. Hälfte 17. Jh.), wohl anknüpfend an nlat. salbaderi (Plur.) ‘Schwätzer’ (Dunkelmännerbriefe, 1515/17). Auch ‘seichte Schwätzerei, alberne Rede’ (1. Hälfte 17. Jh.), wofür bald Salbaderei f. (Mitte 17. Jh.), da Salbader wie ein Nomen agentis auf -er aufgefaßt wird. Die Herkunft ist unbekannt. Alle Deutungsversuche bleiben unglaubhaft, so z. B. Anschluß an mhd. sēlbat ‘Bad, das jmd. zum Heil seiner Seele für die Armen gestiftet hat’ und das von sogenannten Seelbadern (‘Badern, die das zum Heil der Seele gestiftete Bad erteilen’) verabreicht wird; auch Herleitung von Solbad (‘Salzbad’); ferner Anknüpfung an einen um 1620 nachgewiesenen Jenenser Bader H. Kranich, der seine Badestube an einem Nebenarm der Saale betrieb. – salbadern Vb. ‘langweilig, salbungsvoll schwatzen’ (um 1800).