Eintrag · Rheinisches Wb.
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roppen II das Wort im Ablaut zu rappen V, ist Rhfrk, Mosfrk, Rip allg. u. reicht lrhn bis zur Benr-L., im W. über diese hinaus nach Geilk, Heinsb hinein, rrhn. vom Westerw aus über Sieg, MülhRh nach Düss, Dinsl, Barm, Wermelsk, Gummb u. zwar Rhfrk -ǫb-, –o-; Mosfrk -ǫb- [an der Saar meist -o- Wend-Erzw, Merz-Bergen, Trier-Aach OEmmel Osbg, Wittl-Eisenschmitt Esch Neuerbg Seinsf, Bernk-Lieser, Scheuern, Zell-Beilst, Koch-Gillenbeuren, Simm-Ebschd, Bitb-Fliessem -u-; in May-Baar Bell Ettring Kirchesch Kollig Mörz Rieden, Aden-Arft Bodenb Virnebg, SNeuw, Altk-Selb Wissen, Siegld-Obersd -a-; Goar-NHeimb, Prüm-Stdt, Schleid-Üdelhv -e-]; Rip -ǫp- [Sieg-Ägid, MüEif, Köln-Stdt -ǫ- u. -u-; an der Ahr u. Aden-Nohn, Schleid, Eusk-Billig, Monsch-Rohren vielfach --, ebenso Düss-Stdt; in Monsch-Rollesbr, Dür, Jül, Eup, Aach, wie in Geilk, Heinsb -u-, dies auch Sieg-Sieglar, uWupp, Barm, Wermelsk, Gummb-Homburgisch, MülhRuhr]; meist er rǫpt [doch mit Umlaut -ę-, –e-, –- Saarl-Fürw Guerlfang, Merz-Bardenb, Saarbg-Köllig Besch, Kreuzn-Bockenau Pferdsf Winterbg, Simm-Dorw, Goar-Nörtershsn OSpay, Kobl-Kobern (-y-) Winning (-ø-). May-Mörz OLützing, Aden-Müllenb Retterath Virnebg, Neuw-Datzeroth Heimb-Weis] schw.: plötzlich u. schnell, oft roh, empfindlich ziehen, reissen. 1.a. etwas r. Rhfrk, Mosfrk (in den andern Geb. mehr die Kompos. ab-, aus-); sich en Zahn r. losse; enem an de Hor (Haare) r.; Scharbi (Woll) r.; Bast (zum Binden der Reben) r.; ropp e bess-che Gras; ebbes los-, eraus-, heronner-, wegr. loszerren Allg.; dat es geroppt gemäht nicht kahl gemäht Sieg-Fussh, Simm-Ravengiersbg; die al Hett (Hütte) sollt och schu lang erenngeroppt ge sen niedergerissen worden sein Saar. RA.: Ze Oppen (Kr. Merz) es neischt ze r. (früher war O. ein armes Dorf). Lei (hier) roppt er un lo (da) stoppt er; er kennt sein Lebbdesdag zou neischt Saarl-Berus; meist in besonderer Anwendung α. Unkraut mit der Wurzel ausziehen; Kraut, Dreck r. Rhfrk, Mosfrk (auch raus-, aus-, letzteres auch n. davon). — β. Flachs, Hanf r., mit der Wurzel bei der Reife ausziehen ebd. u. Rip. Mer roppt mich, mer zoppt m., mer hellt (holt) m. un de Hor (Fasern) Merz-Losh (s. weiter bei Flachs). — γ. Hafer r., mit der Hand ausziehen, da er zu dünn u. klein steht uMos. Wann de Baure de Howwer mossen r., dann eassen de Miseler (die von der Mosel) Weinsoppen Koch-Laub. — δ. Rüben, Möhren r., ausziehen Rhfrk, Mosfrk. RA.: Der es ze dumm, fer Riewe ze r., wenn mer em et Kraut (de Grotze) en de Hand get Kobl, Rhfrk, uMos, May, Aden, Neuw. De duht ach nit meh de R. r. helfe er stirbt bald Simm-Laub. — ε. Runkelrübenpflanzen ausziehen, vereinzeln Rhfrk, Mosfrk; onnerr. Aden-Weibern, Ahrw-Gönnersd. — ζ. Beeren, Blumen r., pflücken; mer roppt Grischele, Erbere usf. Saar, Trier-Hochw, Prüm, (sonst pflücken, brechen); — Äppel (udgl. Obst) r. mit Knütteln herabwerfen Kobl. — η. Heu, Klee r., mit der Hand oder dem Haken aus dem fest geballten Haufen herausziehen Rhfrk, Mosfrk. RA.: De Welt es e Heihaufe; wer r. kann, der roppt wer Gelegenheit hat, etwas an sich zu bringen, ehrlich oder unehrlich, der tut es Saarbr-Sulzb, Bitb-Seimerich. Er hot e Ahnung dervon wie e Katz vom Hau r. Allg. (s. weiter bei Heu). Je meh mer am Hawerstock roppt, desto kläner git er Pfennig zu Pfennig gibt Taler Saarl-Berus. — θ. ein geschlachtetes Geflügel r., ihm die Federn ausreissen Allg. (auch Rip usf.). RA.: Ech han möt dir noch e Höhnche ze r. muss ich mich auseinandersetzen Sieg, Allg. Dem han ech de Bort geroppt, su es noch kä Hohn g. gen Verbr. — Auch Den kregt de Federcher geroppt einen Verweis Saar, Trier (s. weiter bei Feder). — Et Schwein get geroppt abgebrüht u. der Borsten beraubt Bernk-Merschd. Et küt op en Hor net an, wa mer en Koh roppt wenn bei einer wichtigen Sache ein kleiner Fehler unterläuft Neuw-Asb. Der März, der roppt der Koh de Sterz Ahrw-Bodend. Vor wat schabt mer de Käs? Wann er Federe hät, däht mer ne r. Rhfrk. Den as gut, fir Schof (Schafe) ze r. der Träge Saarbg-Cahren. — ι. de Beien ge geroppt beim Schleudern des Honigs herausgezogen Bitb-Metterich; der Kes (Käse) get geroppt Trier-Conz. He krut (kriegte) de Panz geroppt bekam eine gründliche Rüge Trier-Zemmer, — de Zecke g. Ottw-Uchtelf. Gesiter r. Gesichter schneiden Saarbg-Ayl. — κ. Den höt äne geroppt krit einen gehörigen Verweis Trier-Mertesd.; do kemmt aner, de hot mih wie anen g. er ist betrunken Westerw; äne r. sich einen genehmigen Neuw-Isenbg Gönnersd Kurtschd, Kobl-Stdt. — b. etwas r., stibitzen Aach, Düss-Stdt. — c. einen r. α. einen rupfen u. zerren Allg. RA.: Wer durch Mäsenhäm (Meisenheim) geht un wird net gefoppt un durch Rehborn un wird net geroppt un durch Odernheim un wird net verschlahn, der kann von Gleck san (sagen) Meis (ebenso von Saarbg-Nennig u. Besch). Mei Krehaugen r. mich, et geft Ren (Regen) Bernk-Dhron. — Der Hahn roppt das Huhn beim Begatten Rhfrk, Mosfrk. — Änem an de Hor (am Bart) r. Rhfrk, Mosfrk. — β. einen u. an einem r., ihn ausbeuten, übervorteilen, auch beim Spiele ihm alles abgewinnen; de schlecht Judd hot dich geroppt; den hammer gestern Ovend beim Karte geroppt Allg. (also auch Rip. usf.). RA.: Se han en geroppt wie e Hohn Koch-Laub, Allg. Der hät ne g. wie der Hahn et Hinkel Ottw-Kaisen. — γ. einen heronnerr. ihn gehörig anschnauzen, ihn tadeln Neuw. — δ. einen prügeln Heinsb-Breberen. — ε. ogeroppt ungehobelt, unhöfl. Siegld. — 2.a. sich r. α. sich mausern, vom Geflügel Rhfrk, Saar, Trier, Wittl bis Kobl, May, Aden, Ahrw, Schleid, Malm, Eusk-Billig, Neuw, Altk (hier seltener) (Ersatz für das fehlende ‘mausern’, dafür auch sech federn, ausserhalb des Geb. sech plöcken, sek bescha(d)en, rüseln, rüjen). E geroppt Hinkel (Huhn, Hahn) Huhn ohne Schwanz Rhfrk, Mosfrk. RA.: R. sich de Hinkel frih, dann kemmt ach (auch) de Winter fr.; r. se sech spät, dann k. ach der W. sp. Birkf-Bundenb. R. sich de H. vore dererscht, ist die Frühsaat für Winterfrüchte am besten; r. se sich d. henne, dann die Spätsaat Allg. — β. sich r. losse die Haare schneiden lassen Simm. — b. übertr. α. sich raufen, balgen, zanken, meist nur im Scherz; (sech) metenanner (onner-) r.; sech om ebbes r. streiten Rhfrk, Mosfrk bis Ahrw, Schleid, rrhn. bis Sieg u. Geilk. RA.: In einer Familie, wo Zank u. Streit herrscht, r. se sich un kloppen se sich tuschur (immer) Saarl-Berus. — β. sich rausr. nach langer Krankheit genesen Saarbr-Eiw. — γ. Er hot sich arg geroppt ist durch Krankheit u. schwere Schicksalsschläge hart mitgenommen worden, so dass mans ihm im Gesicht oder sonst an seiner Haltung anmerkt Simm, Merz-Saarhölzb. — δ. in der Wend.: dat reskier (wage) mol, dann häste dich awer doch geroppt! dann ist es um dich geschehen Kobl-Bend; do hatt her sech ävver geropp war schlecht angelaufen, hatte sich getäuscht; do häste dech ävver g.! es wird dir schlecht ergehen Rip, Gummb-Homburgisch; der lo hot sich ämol g. sich blamiert Merz. — ε. in der Wend.: Er hot sich geroppt heimlich gefurzt Simm, Saarbr-Heusw, Trier, Wittl bis Koch, Bitb. — Abl.: die Ropperei, dat Geropp(s).
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Kompositum 6
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Cotta, M. (2026). „roppenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/roppenii/rhwb
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Cotta, Marcel. „roppenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/roppenii/rhwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „roppenii". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/roppenii/rhwb.
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