Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
ritterlich
ritterlich
Ritter m. Standesbezeichnung für den in der mittelalterlichen Feudalgesellschaft dem Lehnsherrn zu Kriegsdienst und Treue verpflichteten Angehörigen des Adels, mhd. ritter, riter, eigentlich ‘Reiter, Streiter zu Pferde’ (um 1170), Entlehnung (mit hd. -tt- aus -dd-) aus gleichbed. mnl. riddere, ridder, riddare (vgl. nl. ridder), einer Bildung (neben mnl. rīder ‘Reiter’) zu mnl. rīden (s. reiten). Der wohl im fläm. Sprachraum entstandene Ausdruck übersetzt zunächst afrz. cheval(i)er ‘Reiter, Ritter’, wird dann zur Standesbezeichnung und verbreitet sich im 12. Jh., als das flandrische Ritterwesen in hohem Ansehen steht (vgl. mnd. ridder, ritter, woraus anord. riddari, afries. ridder). – ritterlich Adj. ‘den Ritter betreffend, ihm gemäß, schützend-hilfreich, zuvorkommend’, mhd. riterlich, ritterlich ‘einem Ritter geziemend, stattlich, herrlich’. Rittertum n. die Ritterschaft als historische, gesellschaftliche, kulturelle Erscheinung (Anfang 19. Jh.). Rittergut n. ehemals ein mit Kriegsdienstpflicht und mit besonderen Privilegien verbundenes, einem Adligen übertragenes Landgut (um 1500), danach (besonders im ostelbischen Gebiet) ‘aristokratischer Großgrundbesitz’ als umfassender Landwirtschaftsbetrieb (19. Jh.); vgl. frühnhd. ritterlehen (15. Jh.), mlat. feudum militare (14. Jh.), auch mhd. erbeguot, herrenguot, lēhenguot. Ritterschlag m. ‘symbolischer Schlag mit dem Schwert zum Zeichen der Aufnahme in den Ritterstand’, spätmhd. ritterslac. Rittersporn m. Hahnenfußgewächs mit in Rispen wachsenden langgespornten Blüten (15. Jh.); vgl. mhd. ritterspor, rittersporn (14. Jh.) für dem heutigen Rittersporn ähnliche Pflanzen.