rindern,
adj. bubulus. ahd. rinderîn Graff 4, 1172,
mhd. rinderîn,
nhd. rinderin
bovillus Maaler 333
c, rindern
bubulus, taurinus Steinbach 2, 262.
jetzt schriftdeutsch, in folge des überhandnehmens der zusammensetzungen, ungebräuchlich und nur noch in alterthümlicher redeweise: reich gewand trugen alle fürsten, nur sie, die herzogskinder, trugen graue kleider und rinderne schuhe. Uhland
schriften 1, 40,
und oberdeutsch im volksmunde lebend. Adelung. Schm. 2, 118 (
vgl. auch rinden). 11)
zum rinde in beziehung stehend, zum rinde gehörig, daher insbesondere vom rinde herstammend. rinderne haut: zwo rindrîn hiute die man weste hieʒ man zuo der bulgen machen an den maspoum mit sachen unde ouch mit seilen lanc. Haupt
zeitschr. 5, 289, 764. rindernes blut: von rinderînem bluot. Diemer
arzneib. O 1
im wb. 2
1, 723
a; man schreibt von rinderen blut, das solliches sehr gifftig sei, und den menschen ertödte, so man es eindrincke. Ryff
thierb. Alberti Magni H 2
a. rinderne farbe
wird von den salzsiedern das rindsblut genannt, welches sie bey dem füllen der pfanne unter die sole giessen, dadurch schäumet und reiniget sich die sole. Hübner
handlungslex. 679. rindernes mark, schmalz, unschlitt: nim rinderîn marc, mit rinderînem marge. Diemer
arzneib. P 3
im wb. 2
1, 723
a; nimb hirschen instlet, rinderin marck, rinderin schmaltz. Seuter
rossarztney 434; weinrauthen mit schweinenschmaltz und ochsen oder rindern unschlit temperiert wie eine salben, heylet allerley grindt. Tabernaemont.
kräuterb. 497
h; nimm reyn gepulvert weinrauthen, rindern unschlit, rosenöle. 498
c; das inschlit (
von schafen) wird zu den kertzen aufgehaben, und mit dem rindernen vermengt. Hohberg 1, 216
b. rinderne milch, butter, rinderner käse: rinderîniu milch. Diemer
arzneib. M 9
im wb. 2
1, 723
a;
mnd. rinderne melk. Schiller - Lübben 3, 483
a; mit frischer rindreiner milch. Schm. 2, 118; von rinderînen putern. Diemer
arzneib. M 1; rinderne kese. Schiller-Lübben 3, 483
a.
besonders rindernes fleisch: rindrîn fleisch deut sich müelîch. Diemer
arzneib. f 8; wenn in dem monet mag ein mensch geʒʒen sweinein fleisch, schafein und auch rindreins. Haupt
md. arzneib. des meister Bartholomäus 127
b; rinderein fleisch machet dickeʒ pluot vol melancoli. Megenberg 159, 31; item in den zeiten was groszer mangel an allerlai flesch, schweinis, rinderis
etc., und waren die metzger gar stoltz ... und gaben den leuten üppige wort ... also sasz ain rat darüber und ward zu raut mit ainem groszen rat und mit ainem zusatz mit ernstlicher mainung, dasz nun hinfüro ewigclich ain ieglich man, er sei burger oder gast, allerlei flesch, es sei schweinin, rinderin
etc. wol metzen mag selb oder durch ander metzger in der wuchen zwen tag.
städtechron. 5, 167, 19; juden und meczelern zu sagen, dʒ die juden in der 14 tage rindern fleisch stechen mogen als iezunt, sost doch daʒ jar keyn rindern fleisch zu slagen, dan alle woche 4 hemele oder kelber in irer judenschule nit feil zu han. Dief.-Wülcker 820;
nd. rindern vleysch
boseta. ebenda; rindernes fleisch,
caro bubula. Steinbach 2, 262. rinderner braten: ein sou unt ein nahte gal die singent ungelichen sanc. ein hofschær ist gar ze chranc, der sin selbes so vergiʒʒet, daʒ er einen rinderinen praten iʒʒet.
Germania 8, 301
Hagen; dise salse ist gut zu rindernem braten.
buch von guter speise 13; einen rindernen braten anzurichten. Colerus 1, 160.
auch rinderne zungen, würste: gänse und rinderne zungen aufräuchern, Hohberg 1, 136
b; welche rinderne würste entweder frisch gekocht genossen, oder aber einige zeit im rauch gehangen, alsdenn aber gekocht, abgezogen, und warm oder kalt verspeiset werden können.
öconom. lex. (1731) 2035.
im mhd. und frühnhd. besonders soviel wie rindsledern; rinderne schuhe
werden in der älteren zeit nur von ärmeren leuten getragen und gelten daher als zeichen des niederen standes (
vgl. rindschuh):
mnd. dat de kindere gaen in unreynen runderen schoen. Schiller-Lübben 3, 532
b; Galien moeste do us doen de boese kleyder, de rinderen schoen ind man dede ir andere ane, als sy ys wael was gewone.
Karlmeinet 161, 49; die fürsten riten hôhiu rosund truogen rîchiu kleider an: do truogen wir grâwe röckeund buntschuoh rinderî
n. wie möht herzogen sünenimmer wirs gewesen sîn?
Wolfdietrich D IX, 67; sy koufftent jm vil geringe ein ander wat um 3 pfeninge, und ouch zwen grosze rindern schu.
Orendel 671; von vilze truoc er (
Paris als hirte) einen huot und zwêne schuohe rinderîn, die wâren zuo den beinen sîn mit riemen da gebunden. Konrad v. Würzburg
trojan. krieg 1657; er (
der truchsesz zu dem Scheuhenstain) trat her als ain akerman und het zwu rindrin hosen an und ainen groben kitel hert, der waʒ wal siben pfenning wert. Behaim
buch von den Wienern 386, 25.
mnd. auch rinderen schoemaker (
vgl. rindschuster). Schiller-Lübben 3, 483
a. 22) rindern
soviel wie in rindern bestehend: nimb einen omeiszhauffen allen mit einander, und seud den in einer guten alten mistlachen von rinderm viech. Seuter
rossartzney 244. 33)
einem rinde zukommend, für ein rind passend, in bezug auf die geistigen fähigkeiten: ein rinderner verstand und kälberne geberden, dabei ein wölfisch sinn, sind bräuchlich jetzt auf erden. Logau 1, 5, 53.