Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
rîm
dem 8. Jh., bei O: ‚Zahl, Berechnung, Reihe;
numerus, series, summa‘ 〈Var.: hr-, hŕ-; -i-, -í-〉.
Bei den Schreibungen mit 〈h-〉 handelt es sich
um Hyperkorrekturen nach Fällen von etym.
berechtigtem 〈hr-〉, in denen das [h] bereits so
schwach artikuliert wurde, dass Unsicherheiten
bei der Setzung des Buchstabens entstanden
waren (Braune-Heidermanns 2018: § 153 Anm.
1, besonders b.δ [S. 201 f.]). – Mhd. rîm st.m.
‚Reim, Vers(zeile), Verspaar‘, frühnhd. reim(en)
m. ‚Vers‘, nhd. Reim m. ‚Gleichklang einer oder
mehrerer Silben mit einer oder mehreren an-
deren bei verschiedenem Silbenanlaut, beson-
ders am Ende einer Verszeile, kleines Ge-
dicht, Vers‘.
Die Bed. von mhd. rîm beruht entweder auf
Übernahme von afrz., nfrz. rime f. ‚gebundene
Rede, Reim‘ oder auf Bed.verschiebung des er-
erbten germ. Worts durch den Einfluss des frz.
Worts, wobei dieses selbst letztlich ein Lehn-
wort aus einer westgerm. Sprache ist (s. u.).