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rauhen

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 8 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
9
Verweise raus
9

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

rauhen

rauhen

rauh Adj. ‘uneben, nicht glatt, rissig, derb, heiser, schroff, unwirtlich (von Klima, Landschaften)’, ahd. rūh ‘uneben, struppig, zottig, stachlig’ (9. Jh.), mhd. rūch, rūhe, , rouch ‘haarig, struppig, zottig, herb, hart, streng, unwirsch, ungebildet’, mnd. rūch, , rūwe, mnl. ruuch, , rou, nl. ruig ‘rauh, haarig, zottig’, afries. rūch, aengl. rūh, auch ‘unbereitet, ungezähmt’, engl. rough ‘rauh, grob’ (westgerm. *rūhwa-) vergleichen sich mit asächs. rūgi ‘rauhe Decke’, rūwi ‘rauhes Fell’, mhd. riuhe, rūhe ‘Rauheit, Behaartheit, Pelzwerk’, aengl. rȳhe, rūwa, rēowe ‘Wolldecke’, anord. ‘Wolldecke’ und außergerm. mit aind. rūkṣáḥ ‘rauh, trocken, dürr, abgezehrt’, lit. raũkas ‘Runzel, Falte’, raũkti ‘(die Stirn) runzeln, zusammenziehen, furchen, falten’, rùkti ‘faltig, runzelig werden’. Alle Formen führen auf ie. *reuk-, *rūk- ‘rupfen’, eine Gutturalerweiterung der unter Raub (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’. Die oben genannten germ. Formen beziehen sich also ursprünglich auf Art und Aussehen ausgerupfter, struppiger Wollzotten. Neben rauh besteht bis ins 19. Jh. hinein die Form rauch mit der speziellen Bedeutung ‘behaart, haarig, mit Haaren bewachsen’, entstanden aus der unflektierten Form mhd. rūch (neben flektiertem rūher; vgl. hoch neben hoher). Erhalten ist diese Adjektivform in den Zusammensetzungen Rauchwerk n. ‘veredelte Pelzware’ (1. Hälfte 16. Jh.; vgl. mhd. rūchwerc ‘Kürschnerhandwerk’) und Rauchware f. ‘Pelze, Pelzwerk’ (Anfang 17. Jh.; vgl. mnd. rūware ‘Felle, Pelzwerk’). – rauhen Vb. ‘rauh machen, aufrauhen’ (18. Jh.); vgl. mhd. riuhen. Rauhbein n. ‘nach außen grob erscheinender, aber im Grunde guter Mensch’ (2. Hälfte 19. Jh.), rückgebildet aus rauhbeinig Adj., das als volksetymologische Wiedergabe von engl. rawboned ‘hager, (grob)knochig, klapperdürr’ gilt. Die Rauhbeinigen ist eine spöttische Bezeichnung der Studentensprache (etwa 1800 bis 1830) für die Berliner Bürgerpolizei, vgl. Fabricius in: ZfdWf. 3 (1902) 100. Rauhreif m. bei windstillem Frostwetter aus unterkühltem Dunst oder Nebel reifartig sich niederschlagender weißer, kristalliner Belag (2. Hälfte 18. Jh.), s. 2Reif.
2198 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rauhen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Rauhen , verb. reg. act. rauh machen, wo es auch in einigen Fällen für rauch üblich ist, anstatt des ungewöhnlichen rauc…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rauhen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rauhen , s. Appretur , S. 638.

  3. modern
    Dialekt
    rauhenschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    rauhen schw. : ' walken ', nur als Part. Perf. belegt: gerauht, von Tuchstoffen [ NW-Greth ]; Zs.: anrauhen . Rhein. VII…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rauhen

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von rauhen 2 Komponenten

rau+hen

rauhen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rauhen als Zweitglied (1 von 1)

berauhen

DWB

berauhen , bei den tuchbereitern, das tuch durch kratzen mit karden rauh machen.

Ableitungen von rauhen (1 von 1)

berauhen

DWB

berauhen , bei den tuchbereitern, das tuch durch kratzen mit karden rauh machen.