Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Petschaft n.
Petschaft n.
Petschaft n. ‘Handstempel zum Siegeln, Siegel’, mhd. petschat, betschad, betschat (bair.-öst. um 1300), petscheit, petschaft (obd. 14. Jh.), petschet (omd.), bitschit (schwäb.), pytzsche, pitzet (westmd. 15. Jh.); vgl. dazu ein früher bezeugtes Denominativum mhd. verpetschaten ‘versiegeln’ (Steiermark 13. Jh.). Vielleicht entlehnt (auf Grund des frühen steir. Zeugnisses) aus aslowen. *pečat ‘Siegel’, möglicherweise mit späterer (14. Jh.) Verbreitung durch die Prager Kanzlei; vgl. in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 3 (1976) 81 f. Oder aus atschech. pečat’ ‘Siegel’, tschech. pečet’, worauf entsprechendes omd. petschet (s. oben) deuten würde; vgl. Slavoteutonica (1971) 270 ff. Die genannten slaw. Formen gehören im Sinne von ‘Werkzeug zum Einbrennen eines Zeichens’ mit aslaw. pečat’, russ. pečát’ (печать) ‘Siegel’ wohl zu aslaw. pešti ‘braten, rösten’, russ. peč’ (печь) ‘backen’; vgl. 2, 351. Das im Dt. undurchsichtige Wort wird in seinem zweiten Teil schon früh (s. oben petschaft) an das Kompositionssuffix -schaft angeglichen.