Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Parabel f.
Parabel f.
Parabel f. ‘kurze, lehrhafte Erzählung, die eine allgemeine sittliche Wahrheit an einem analogen Beispiel veranschaulicht, Gleichnis’, in der Geometrie ‘Kegelschnitt, geometrischer Ort aller Punkte, die von einem festen Punkt und einer festen Geraden gleichen Abstand haben’, ahd. parabola (9. Jh.), mhd. (vereinzelt) parabelle ‘Gleichnis, lehrhafte Erzählung’ ist aus gleichbed. kirchenlat. parabola entlehnt, Nebenform von lat. parabolē, das auf griech. parabolḗ (παραβολή) ‘Vergleichung, Gleichnis, Parabel’, eigentlich ‘(vergleichendes) Nebeneinanderstellen’, zurückgeht. Dieses gehört zu griech. parabállein (παραβάλλειν) ‘nebeneinanderstellen, vergleichen’, eigentlich ‘danebenwerfen, -setzen, neben einen hinwerfen’; vgl. griech. bállein (βάλλειν) ‘werfen, treffen’ und s. para-. Die Verwendung des Wortes zur Bezeichnung eines Kegelschnittes (im Dt. seit dem 16. Jh.) ist schon für das Griech. bezeugt. – parabolisch Adj. ‘eine Parabel, lehrhafte Erzählung betreffend, gleichnishaft, gleichnisweise’ (18. Jh.), in der Geometrie ‘parabelförmig, durch eine Parabel darstellbar’ (Anfang 17. Jh.); vgl. griech. parabolikós (παραβολικός) ‘zur Vergleichung gehörig, vergleichsweise’.