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²ö̂ven

mnd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

²ö̂ven c.

Bd. 2-2, Sp. 1218
2ö̂ven (oͤven, øven, oͦven, oͮven, oeven, oyven); ü̂ven (uͦven, ufen); ö̂venen (ofenen, offenen, oefenen, oeffenen), swv: 1. ausführen, verrichten, sich betätigen, das Leben auf besondere Weise gestalten. — 1.1. c. A./G. r. eine Arbeit ausführen, verrichten, eine Fertigkeit praktizieren, ein Amt wahrnehmen, ein Handwerk ausüben, einer Beschäftigung nachgehen, ên jēwelĩk man bûwede sînen acker unde ö̂vede dat arbê(i)t dat nütte wêre (Chr. d. Sassen 46), dãrnâ quam ên tö̂verer tô ēr dê ö̂vede ôk sîne kunst an ēr (Birgitta 144), börgerlĩke hendele ö̂., dat ampt ö̂. (auch übertr.:) seine Aufgabe ausführen (vgl. auch unten), dat hantwark/des hantwarkes ö̂., dat werk ö̂., sôwelk man an der sülven inninge gebōren is wel hê unse werk ö̂. sô schal hê gēven teyn schillinge unde ênen schēpel moltes (Ub. Brschwg. 2, 518); (mit Angabe des Berufes:) vischerîe ö̂., hüttenwerk ö̂., dat körsenhantwerk ö̂., dat lînewēvent ö̂., dat pantînenmākerwerk ö̂., schrö̂derwark ö̂., dat smēdewerk ö̂., wullenwerk ö̂.; Handel treiben, kôpe ö̂., dēme gelĩk alle handel unde kôpenschop klê(i)n unde grôt gedrēven unde geö̂vet werde (Chr. d. d. St. 16, 431); eine Aufgabe ausführen, sô mach hê wol ö̂. allent dat ēm is bevōlen (Schachb. V. 5751); goddesdênst ö̂. den Gottesdienst abhalten; Vergnügungen und Spiele veranstalten, sich daran beteiligen, wērschop ö̂. ein Fest feiern, an einem Fest teilnehmen, sô denne in den hilgen vasten mannigerley wîs vastelâvendes werk wert geö̂vet mit grôter geltspildinge unde unkösten (Hamb. Burspr. ed. Bolland 224), sô sal men al dâr noch spil noch danse nicht ö̂. (Livl. Ub. II 1, 346), dat spel ö̂. (auch übertr.:) etw. ins Werk setzen, kār- []tenspil ö̂., ridderspil/stēkespil/tourney ö̂. beim ritterlichen Turnier teilnehmen, auch übertr. auf die den ritterlichen Spielen nachempfundenen städt. Feierlichkeiten (Chr. d. d. St. 7, 168), unde helt stêde valken unde hāveke unde hunde tô jāgende unde ö̂vede des sô vēle (Paris und Vienna 9); Gesetzesverstöße begehen, eine Untat verüben, bö̂shê(i)t ö̂., gewelde ö̂., kîvent und unwillen ö̂., den mōrt ö̂., unkü̂schê(i)t ö̂., sô ên ȫverwunnen misdêder iemandes in der gevencnisse besechte dê ēme tô sînen geö̂veten misdâden gehulpen hebbe (Bamberg. 11), dat sê desse drê undȫgede nicht mêr scholden ö̂. (Chr. d. d. St. 19, 281); lôse unde îdele spotte ö̂. spotten; ōrlōge unde krîge ö̂. Krieg führen; gûde werke ö̂. Gutes tun; de vlucht ö̂. fliegen, de rêise ö̂. reisen; (Macht und Recht) ausüben, anwenden, macht ö̂. Macht ausüben, de grôte hant dê de hêre tēgen sê hadde geö̂vet (Köln. Bibel Exod. 14, 31 = Halberst.; Lüb.: de grôten walt dê de hêre tēgen sê dân hadde); recht ö̂. Recht sprechen, Recht anwenden, ên richter heft ôk macht ên stiftes recht tô hēgende unde tô ö̂.de (Rig. StR ed. Oelrichs 224), (attribut. Part. Prät.:) ö̂vet recht gültiges Recht. — 1.2. c. A. r. sein Leben führen, verbringen, das Leben auf besondere Weise gestalten, dat lēvent ö̂. das Leben verbringen, de werltlĩke sēde ö̂. ein weltliches Leben führen, gōdes dênst ö̂. ein christliches Leben führen; de wōnhê(i)t is dâr sô uppe kōmen dat man sê ö̂vet bet an dessen hü̂ten dach (Mandeville 163), (von Tieren:) he ö̂vede sîner ārde tucht sich seiner Art gemäß verhalten (G. v. M. ed. Leitzmann 15); ridders ammecht/ridderschop ö̂. ein dem Pflichten der höfischen Lebensführung gemäßes Leben führen, (auch verallgemeinernd:) über die Standesgrenzen hinaus ein den christlichen Tugenden verpflichtetes Leben führen (Lüb. Tot. V. 85, vgl. V. 1647); eine bestimmte Lebensweise haben, ôtmö̂dichê(i)t ö̂. Demut zeigen, (ên herte) dat dȫget ö̂vet tugendhaft sein (Reimb. V. 1088), vröude ö̂. ein angenehmes Leben führen, in Freuden leben (passiv.:) in der vröude geö̂vet wēsen gewöhnt sein, de grôte lêve ö̂. eine Liebesbeziehung unterhalten (Paris und Vienna 16). 2. regelmäßig üben, einüben. — 2.1. refl. + Präp. sik ö̂. in sich regelmäßig üben, beständig wiederholen, „frequentare, excercere, excercitare” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), sik in ridderlĩker êre ö̂., sik in der vormaledîeden sünde ö̂., sik in māninge der dü̂vele ö̂. ständig böse Geister anrufen, sik in dȫgeden unde in gûden werken ö̂., dê mit sêlen unde lêve dach unde nacht sik ö̂. in gōdes dênste (Neuw. Kop. 184), (attribut. Part. Prät.:) de hilge geö̂vede mensche der in geistlichen Exerzitien ausgebildete Mensch. — 2.2. einüben, eine Fertigkeit durch Übung verbessern, c. A. r. io men kunst mêr ö̂vet dan deste bat men sê denne kan (Leyen Doctr. ed. Ljunggren 211); refl. + Präp. sik ö̂. an ein Handwerk ausüben wollen, sik an dat ōrlōge []ö̂. sich zum Krieg rüsten, dâr binnen satte hê dat men torneye scholde māken in den stēden uppe dat sik de lü̂de unde börgere an dem wâpen ö̂veden (Chr. d. d. St. 7, 43), dãrnâ lêt hê ēne lêren mit wâpenen unde mit rîdende sik tô ö̂.de (Paris und Vienna 8), dansen reyen unde tô anderen spēle hefstû dî geö̂vet mit allem vlît (Lüb. Tot. V. 263); c. A. p. + Präp.: jemdn. in eine Tätigkeit einüben, an der ridderschop ö̂. ein Heer ausbilden, dat me sê wol unde stêdes ö̂vet nâ ērer gelēgenhê(i)t in der grammatica (Schl.-H. KO ed. Göbell 232), tô der dȫget ö̂., (attribut. Part. Prät.:) geö̂vende sinne, (substantiv.:) Übung, middewēkens ö̂.t unde vrist (Schl.-H. KO ed. Göbell 234). 3. c. A. p./r. auf jemdn./etw. einwirken, jemdn./etw. in bestimmter Weise behandeln, „colere” (Nd. Jb. 1, 21: Hamb. mnd. Gl.); das Feld bestellen, Ackerbau betreiben, twê hôve landes dê ö̂vet unde bûwet M. (Hoyer Ub. 1, 112); de wîse den schal me râdes ö̂. um Rat fragen (Könemann 178: Wurzgarten), (passiv.:) hê wert nicht sêre dâr getö̂vet un wert alsô ên dôre ö̂vet wie ein Tor behandelt werden (Josepe ed. Babucke 22); mit jemdm. engen Kontakt halten, freundschaftlichen Umgang haben, dîne mâge schaltû ö̂. vȫrderen unde in nö̂den prö̂ven (Nd. Jb, 23, 13: Cato), verehren, dû en schalt nicht anbēden ȫre gōde und en schalt ȫr nicht ö̂. (Halberst. Bibel Exod. 23, 24; Köln., Lüb.: êren); nicht zur Ruhe kommen lassen, kôpman tô stervende bistû gans bedrö̂vet de werlt heft dî doch men sêr geö̂vet (Lüb. Tot. V. 994), stören, betrüben, „fatigare” (Voc. Strals. ed. Damme); jemdn. ärgern, quälen, reizen, „vexare, trufare” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), mustû dan dat stracks lö̂ven wat dî ander vȫrsaggn wen sê dik ö̂. (Schausp. 68).
6294 Zeichen · 209 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ²ö̂venc.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    2 ö̂ven (oͤven , øven , oͦven , oͮven , oeven , oyven); ü̂ven (uͦven , ufen); ö̂venen (ofenen , offenen , oefenen , oeff…

  2. modern
    Dialekt
    öven

    Rheinisches Wb.

    öven :- = schmeicheln, prahlen s. üben;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit oeven

45 Bildungen · 2 Erstglied · 42 Zweitglied · 1 Ableitungen

oeven‑ als Erstglied (2 von 2)

oeven als Zweitglied (30 von 42)

aftö̑ven

MNWB

aft·oeven

aftö̑ven , swv. , 1. abwarten. 2. hindern, anhalten, arrestieren (Kaufmannsgüter).

bedrö̑ven

MNWB

bedrö̑ven (bedrüven) , swv. , 1. betrüben, Trübsal bereiten, beunruhigen, stören, den Frieden stören den vrēde b. 2. trüben, verdunkeln , be…

behoeven

FindeB

behuoben swv. 2 bedürfen behoeven Minner.ii

²belö̑ven

MNWB

bel·oeven

2 belö̑ven , swv. , (s. belö̑vede) 1. erlauben. 2. glauben, vertrauen, zutrauen, anvertrauen, kreditieren; belö̑vet sîn gut sein für, im Ver…

beprö̑ven

MNWB

beprö̑ven , swv. , prüfen, erproben, befinden , erfinden. b. vȫr halten für, erfinden als, b. (mit Nebensatz dat) finden, erfinden, daß; sik…

dômhêrenprȫven

MNWB

*° dômhêrenprȫven, m. : mit dem Anrecht auf Einkünfte aus Pfründen verbundenes Amt des Domherren, Stiftspfründe, Kanonikat , „Canonicatus” (…

¹drö̑ven

MNWB

dro·even

1 drö̑ven (drüven) , swv. , 1. trans. trüben, betrüben. Intrans. 2. betrübt, traurig, trübselig sein, trauern. 3. getrübt, trübe sein (Wasse…

erlö̑ven

MNWB

erl·oeven

erlö̑ven , s. vorlö̑ven, swv. , gestatten, erlauben , einräumen, zulassen; (übertragen) übergeben, anvertrauen; beurlauben, entlassen . Refl…

¹gelö̑ven

MNWB

gelo·even

1 gelö̑ven , swv. , I. glauben, gelö̑ve mî des glaube mir, „ Dat erste bod is: du scalt ghelöuen in eynen god ” ; vertrauen, c. D. p. , des;…

klö̑ven

MNWB

klo·even

klö̑ven , swv. , spalten, zerspalten, aufspalten , zerteilen, zerkleinern, zerhauen, entwey k., klö̑vede brēde durch Spalten (nicht Sägen) g…

meylö̂ven

MNWB

meylö̂ven , f. , Laubhütte aus Birkenreisern. —

nâprö̂ven

MNWB

nâprö̂ven nachforschen, ersehen, nachprüfen (Schichtb. 408 und 489).

ȫverprö̂ven

MNWB

ȫverprö̂ven (oͤverproͤuen) , ōverprôven , + ōberprôben , swv. (3. Sg. Ind. Prät. -prö̂fte -prôfte; Part. Prät. -[ge]prö̂vet -[ge]prôft [-gep…

prȫven

MNWB

pro·even

° ~prȫven, m. , Abgabe an den Pfarrer (Hamburg). —

sêrö̂ven

MNWB

sero·even

(sêrö̂ven) , nur Part. Prät. adj. sêrö̂vet in: sêrö̂vet gôt aus Seeraub stammendes Gut.

sloeve[n

MNWB

slȫve(n) (sloeve[n] , slofe , schlöve) , slēve (Hbg. KR. 7, 3 u. 253), slāve (Hbg. KR. 7, 157), pl. , schmale Holzleisten.

Stöven

Campe

sto·even

† Stöven , v. trs . im N. D. stäuben. Eben so der Stöver , der Stäuber.

Ableitungen von oeven (1 von 1)

entö̑ven

MNWB

entö̑ven , swv. , c. A. p. jem. hinziehen, hinzögern .