Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Nymphe f.
Nymphe f.
Nymphe f. anmutige weibliche Naturgottheit niederen Ranges in der griechisch-römischen Mythologie, Entlehnung (1. Hälfte 16. Jh., zuerst bei Paracelsus, dann in der Dichtersprache seit Opitz) von gleichbed. lat. nympha, nymphē, griech. nýmphē (νύμφη), auch ‘Braut, Jungfrau’, daher auch im Dt. ‘schönes, zartes Mädchen’ (1. Hälfte 17. Jh.). In der Zoologie ‘Insektenpuppe’ (Mitte 18. Jh., nach Aristoteles, ausgehend von der Vorstellung einer verhüllten Braut), heute dagegen für das letzte Jugendstadium der Insekten mit unvollkommener Verwandlung, also jener Insekten, die kein ruhendes Puppenstadium durchmachen (im Unterschied zur Puppe, s. d., für das in einer Hülle befindliche Insekt im letzten Entwicklungsstadium bei Insekten mit vollkommener Verwandlung). Wahrscheinlich müssen für die griech. Form zwei Herkunftsstränge angenommen werden, indem nýmphē ‘Braut, Jungfrau’ mit lat. nūbere ‘heiraten’, aslaw. snubiti, russ. snubit’ (снубить) ‘verkuppeln, werben, freien’ auf ie. *sneubʰ- ‘sich hingeben, heiraten’ zurückzuführen ist, während nýmphē als ‘Wasser-, Quellgöttin’ sich bei Anlautwechsel mit gleichbed. lat. lympha, lumpa verbinden läßt (s. Lymphe).