lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

nabagêr

nur ahd. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
Anchors
2 in 2 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
3
Verweise raus
7

Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

nabagêr

nabagêrAWB m. a-St., seit dem 1. Viertel des
9. Jh.s in Gl.: ‚Bohrer; bursicus, hogiz [lin-
gua ignota, Hildeg.], taradrus [= taratrum], te-
rebellum, terebrum [= terebra], teres‘, übertr.
‚Holzwurm; teredo‘, eigtl. ‚spitzes Eisen zum
Bohren einer Nabe‘ (mhd. nabegêr st.m. ‚spit-
zes Eisengerät zum Umdrehen, Bohrer‘, früh-
nhd. in zahlreichen Var. nawiger, nebiger, ne-
beger, neibiger, kontrahiert neige m. ‚dss.‘, me-
tathiert negber, negwer, mit g-Schwund durch
Kontraktion neber, neper, ält. nhd. naber, ne-
ber m. ‚Bohrer‘ [Dt. Wb. 13, 8 f. s. v. näbiger],
nhd. mdartl. schweiz. näpper, nägwer, nägmer
m. ‚Bohrer, männliches Glied‘ [Schweiz. Id. 4,
771
; Stalder, Versuch eines schweiz. Id. 2, 229],
els. näber m. ‚kleiner Bohrer‘ [Martin-Lien-
hart, Wb. d. els. Mdaa. 1, 749], bad. näber m.
‚[großer] Bohrer‘ [Ochs, Bad. Wb. 4, 2], schwäb.
näber m. ‚Bohrer, männliches Glied‘ [Fischer,
Schwäb. Wb. 4, 1863; 6, 2 Nachtr. 2631], vor-
arlb. näpper m. ‚Bohrer, kleiner Handbohrer
[nur für Holz]‘ [Jutz, Vorarlberg. Wb. 2, 517],
bair. näber, neber, neiber, nepper m. ‚Bohrer‘
[Schmeller, Bayer. Wb.² 1, 1713], kärnt. nâ-
bi[n]ger, naiber, nâber m. ‚Bohrer‘ [Lexer,
Kärnt. Wb. 195], tirol. nâbiger m. ‚Bohrer‘
[Schöpf, Tirol. Id. 455; Schatz, Wb. d. tirol.
Mdaa. 2, 442], steir. naber m. ‚Bohrer‘ [Unger-
Khull, Steir. Wortschatz 470], nassau. naber m.
‚Nagelbohrer‘ [Kehrein, Volksspr. u. Wb. von
Nassau 288], thür. näber m. ‚Bohrer‘ [Span-
genberg, Thür. Wb. 4, 782], mittelelb. nǟwer m.
‚Bohrer mittlerer Größe‘ [Kettmann, Mittelelb.
Wb. 2, 1171], schles. nageber m. ‚Bohrer‘ [um-
gestellt aus nabeger] [Mitzka, Schles. Wb. 2,
917], meckl. näwer m. ‚Bohrer mittlerer Grö-
ße‘ [Wossidlo-Teuchert, Meckl. Wb. 5, 79 nä-
wer¹
], preuß. veralt. näbiger m. ‚großer Boh-
rer, den man zur Ausbohrung der Nabe braucht‘
[Riemann, Preuß. Wb. 4, 2] und mit Aphärese
des anl. Nasals durch vorangehendes ausl. -n
rhein. äber m. ‚Schlangenbohrer des Schrei-
ners‘ [Müller, Rhein. Wb. 9, 931]; as. navugēr
m. a-St. ‚Bohrer; terebra‘ in Gl. 3,718,46 [2.
Hälfte des 12. Jh.s]; 4,245,23 = WaD 111, 22
[10. Jh.], mndd. nēvegēr [mit zahlreichen Var.]
m. ‚großer Bohrer‘; frühmndl. navegheer m.
‚dss.‘ [a. 1282], mndl. navegeer, nevegeer, [mit
Aphärese des anl. Nasals] avegeer m. ‚dss.‘; ae.
nafugār m. ‚dss.‘; aisl. nafarr m. ‚Nabenboh-
rer‘, auch PN: < urgerm. *naƀa-ǥai̯za-). Deter-
minativkomp. mit subst. VG und HG. Die laut-
liche Entwicklung des Wortes und ahd. Formen
mit Kons.tausch wie in nagaber legen nahe,
dass den Sprechern nicht mehr bewusst war,
dass es sich um ein Kompositum handelt (vgl.
H. Tiefenbach, in Jankuhn 1983: 731 f.). S. na-
ba, gêr. – nabagêrilînAWB n. a-St., Gl. 3,193,10 (in
2 Hss., Anfang des 13. Jh.s, bei 1 Hs. des 12.
oder 14. Jh.s Zeit des Gl.eintrags unbekannt).
639,26 (Ende des 12. Jh.s): ‚kleiner Bohrer; te-
rebellum‘ (mhd. nabegêrlîn st.n. ‚dss.‘). Dimi-
nutivbildung mit Suffix -ilîn (s.d.). S. nabagêr.
nabagêroAWB m. an-St., Gl. 2,493,10 (12. Jh.):
‚Bohrer; terebrum [= terebra]‘. S. nabagêr. –
nabalAWB m. a-St., seit dem 11./12. Jh. in Gl.: ‚na-
bel, Bauch, Mittelpunkt; umbilicus, ventricu-
lus‘ (mhd. nabel st.m. ‚Nabel‘, nhd. Nabel m.
‚kleine, runde, vernarbte Vertiefung in der Mit-
te des Bauches, wo urspr. die Nabelschnur an-
setzte‘; mndd. nāvel m. ‚Nabel‘; mndl. navel
m./f. ‚Nabel, Mittelpunkt‘). S. nabalo. – nabalînna
balînAWB
n. a-St., Gl. 1,644,44 (12. Jh.): ‚Nabel-
schnur; umbilicus‘, eigtl. ‚was zum Nabel ge-
hörig ist‘ (vgl. mndl. navelkijn ‚dss.‘). Zuge-
hörigkeitsbildung mit dem Fortsetzer des Suf-
fixes urgerm. *-īna- (vgl. Krahe-Meid 1969: 3,
§ 95, 4). S. nabal, nabalo, -în¹. – Ahd. Wb. 6,
948 ff.
; Splett, Ahd. Wb. 1, 300. 650; Köbler, Wb.
d. ahd. Spr. 809; Schützeichel⁷ 231; Starck-Wells
429; Schützeichel, Glossenwortschatz 7, 2 ff.
3929 Zeichen · 218 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    nabagêrst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    nabagêr st. m. , mhd. nabegêr, nhd. naber, neber; as. navugêr , mnd. nāvigêr, nēvegêr, mnl. navegeer; ae. nafugár; an. n…

Verweisungsnetz

10 Knoten, 9 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nabager

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von nabager 2 Komponenten

naba+ger

nabager setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

nabager‑ als Erstglied (2 von 2)

nabagêrilîn

EWA

nabagêrAWB m. a-St., seit dem 1. Viertel des 9. Jh.s in Gl.: ‚Bohrer; bursicus, hogiz [lin- gua ignota, Hildeg.], taradrus [= taratrum], te-…

nabagêrlîn

AWB

nabager·lin

nabagêrlîn st. n. , mhd. nabegêrlîn. nabe-ger-lin: nom. sg. Gl 3,193,10 ( SH B ). Mit Konsonantenvertauschung ( vgl. dazu Tiefenbach, Werkze…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „nabager". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/nabager/ewa
MLA
Cotta, Marcel. „nabager". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/nabager/ewa. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „nabager". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/nabager/ewa.
BibTeX
@misc{lautwandel_nabager_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„nabager"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/nabager/ewa},
  urldate      = {2026-05-12},
}