Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
meiʒel stm.
1. was meiʒe. vgl. Schmeller a. a. o.
2. das instrument zum behauen, namentlich der steine. celtes maiʒel sumerl. 26,42. 32,39. vgl. Schmeller a. a. o. dann des wundarztes zum sondieren der wunden, vgl. narrensch. zu 23,15 u. 38,16.
3. charpie. so setzt Haupt zu Engelh. 1925 die organische form dieses wortes an, das nur in späterer niederschrift (maisel, maissel) erhalten ist, u. auch Schmeller 4,173 schreibt das wort maiszel, giebt ihm also ein ʒ, obwohl er 2,627 fg. ein s statt des ʒ annahm, wie auch Stalder thut, der 2,194 das wort auf masche zurückführt. die entstehung u. der zusammenhang dieser bedeutung mit den vorhergehenden ist unklar u. auffallend. eine nebenform des wortes ist weiʒel (: reiʒel, wie Haupt Engelh. 1926 wohl mit evidenz conjiciert), in welcher also das ʒ gesichert erscheint, vgl. Schmeller 4,173; wahrscheinlich ist, wie auch Haupt a. a. o. annimmt, das m ursprünglicher als das w (vgl. wan für man), denn die form mit m hat weitere bildungen getrieben, vgl. Schmeller 2,628. maissel des wunden herzen mîn Ls. 1,39,11. daʒ si verheilen kunde kein salbe noch kein weiʒel Engelh. 1925, vgl. auch RA. 629. Haltaus 1337 fg. — die annahme, dass meiʒel in dieser bedeutung schon früher femininum war, bedarf noch der bestätigung.