Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Meerkatze
Meerkatze
Meer n. ‘zusammenhängende, das Festland umgebende Wassermasse’. Die germ. Bezeichnungen ahd. meri (8. Jh.), mhd. mer, asächs. meri, mnd. mēr, mnl. mēre, nl. meer, anord. marr, afries. aengl. mere ‘Meer, Binnensee, Sumpf’, engl. mere ‘Binnensee, Teich, Pfuhl’, schwed. (mundartlich) mar, dän. (mundartlich) mare ‘Moor, Sumpf, Morast’ (germ. *mari-) sowie das erste Kompositionsglied in got. marisaiws ‘See’ gehen mit lat. mare, air. muir, bret. mor, aslaw. moŕe (vgl. aslaw. pomorịje ‘Küstengebiet, Strand’, wozu Pommern), russ. móre (море), lit. mãrė, meist Plur. mȃrės, mãrios ‘Meer, See, Haff’ auf ie. *mori (bzw. ablautendes *mari?) ‘Meer’ zurück (wozu auch mit sk-Suffix gebildetes 2Marsch f., s. d., und dehnstufiges 1Moor, s. d., gehören). Im Germ. stehen die Bedeutungen ‘Meer’ und ‘stehendes Gewässer, Binnensee, Sumpf’ nebeneinander. – Meerenge f. (17. Jh.), Zusammensetzung aus der voraufgehenden Fügung Enge des Meeres (16. Jh.). Meerkatze f. langgeschwänzte afrikanische Affenart, ahd. merikazza (11. Jh.), mhd. merkatze, mnd. mērkatte, mnl. meercatte, nl. meerkat, so benannt, weil sie aus Afrika über das Meer nach Europa gebracht wurde. Meerschaum m. in Kleinasien vorkommendes weißlich-graues Mineral (18. Jh.), das für verhärteten Meeresschaum gehalten wird; bereits im 14. Jh. steht merschūm als Übersetzung von lat. spūma maris ‘Schaum, Gischt des Meeres’ für ‘Koralle’ und wurde dann auf das weiße, leichte, auf dem Wasser schwimmende Mineral übertragen. Meerschweinchen n. Name für ein aus Südamerika über das Meer gekommenes, wie ein Schwein quiekendes Nagetier (17. Jh.), unabhängige Bildung neben älterem, bis ins 19. Jh. üblichem Meerschwein n. ‘Delphin’, ahd. meriswīn (9. Jh.), mhd. merswīn (eine Übersetzung von lat. porcus marīnus); gelegentlich auch ‘Stachelschwein’ (16. bis 18. Jh.).