Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Matrikel f.
Matrikel f.
Matrikel f. ‘Namen-, Aufnahmeverzeichnis’ (der an einer Universität Studierenden), frühnhd. Matrikul (16. Jh.), entlehnt aus lat. mātrīcula ‘öffentliches Verzeichnis, Liste’, einer Deminutivbildung zu lat. mātrīx ‘Muttertier, Stammutter, Gebärmutter, Stammrolle, öffentliches Verzeichnis’, das von lat. māter ‘Mutter’ abgeleitet ist. Die Bedeutung ‘öffentliches Verzeichnis, Liste’ entsteht wohl unter Einfluß von griech. Mētrṓon (Μητρῷον) ‘Tempel der großen Mutter, Kybele, der zugleich das Staatsarchiv mit allen Gesetzen, Volksbeschlüssen und Dokumenten enthält’, abgeleitet von griech. mḗtēr (μήτηρ) ‘Mutter’. – immatrikulieren Vb. ‘in die Matrikel einer Universität aufnehmen, einschreiben’ (16. Jh.), aus mlat. immatriculare ‘amtlich eintragen’, das in der lat. Gelehrtensprache der Humanisten im 15. Jh. für älteres īnscrībere, intitulāre eingeführt wird. Dazu Immatrikulation f. ‘Aufnahme an einer Universität’ (18. Jh.). Die entsprechenden Gegenwörter sind Exmatrikulation f. ‘Streichung aus der Matrikel, Abgang von einer Universität’ (17. Jh.) und exmatrikulieren Vb. ‘aus der Matrikel streichen, von einer Universität entlassen’ (19. Jh.).