Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
masar
9. Jh.s in Gl.: ‚Auswuchs, Knorren, Knoten,
Beule, Geschwulst; boletus, enodis, nodus, ru-
pes, suber, tuber‘ <〈Var.: -z-, -ss-; -or, -ir>〉. ma-
zer in Gl. 2,492,3 (12. Jh.) zeigt seltenes -z-
für -s-, auch -ss- für -s- in masser in Gl. 3,
682,15 (11. Jh., mfrk.) kommt nur vereinzelt
vor (Braune-Reiffenstein 2004: §§ 168 Anm.
2. 170 Anm. 2). – Mhd. maser st.m. ‚knorriger
Auswuchs am Ahorn und anderen Bäumen, Be-
cher aus Maserholz‘, frühnhd. maser m. ‚knor-
riger, auch schwammartiger Auswuchs an Bäu-
men, gemasertes Holz‘, nhd. Maser f. ‚unregel-
mäßige, wellige Zeichnung, Musterung in bear-
beitetem Holz‘, nhd. mdartl. noch m. Belege:
schweiz. (regional auch f. und n.), els., tirol.,
hess.-nassau., thür. (auch schon f. Formen),
bad., schwäb., bair., rhein., meckl. Der Genus-
wechsel im Nhd. ist wohl durch fem. Wörter
wie Faser und Maserung verursacht.
Die Krankheitsbez. frühnhd. masern, nhd. Ma-
sern pl.tantum ‚Infektionskrankheit mit hohem
Fieber und rotem Hautausschlag‘ hat ihren
Ursprung im Ndd. Das mit -l-Suffix gebildete
mndd. mas(s)elen ‚Masern, Ausschlag‘ begeg-
net noch heute in lüneb. måß’ln, schlesw.-
holst., meckl., preuß. masseln pl. ‚Masern‘.
Im 16. Jh. erfolgte Angleichung an maser,
wahrscheinlich weil masel f. ‚Pustel, Blut-
geschwulst‘ bereits im 15. Jh. ungebräuchlich
wurde.