Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
lolli
720,25 (13. Jh.). 27 (12. Jh., bair.); 3,50,34
(2. Hälfte des 13. Jh.s); 4,294,7 (14. Jh.,
obd.):
‚Taumel-Loch, Lolch; lolium, ziza-(Lolium temulentum L.) 〈Var.: akk.
nia‘
sg. llch〉. Das Wort ist aus lat. lolium n.
‚Lolch, Schwindelhafer, Trespe‘entlehnt,
wobei ahd. -ll- Ergebnis der westgerm.
Konsonantengemination ist. Bei den ahd./
mhd. Formen lulih, lullicha mit -h, -ch-, die
in mhd. lulche usw. fortleben, handelt es sich
wohl um Ableitungen mit dem Fortsetzer des
Suff. urgerm. *-ika-. – Mhd. lulche, lulch m.
‚dss.‘, frühnhd. lolch m.
‚dss.‘, nhd. Lolch m.
‚Gras mit vielen Blüten und kleinen Ähren in. Nhd. mdartl. schweiz.
zwei Zeilen, Raygras‘
lüllen f., tirol. löll f.
‚Lolch‘sind entweder
durch Assimilation von -lch- > -ll- entstan-
den (vgl. schweiz. zwilch : zwillen) oder ge-
hen auf die ahd. Form zurück.