Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
leihman
(Hss. des 11. Jh.s, Zeit der Gl.einträge unbe-
kannt):
‚Riegel, Querbalken; pessulus‘. Ab-
leitung mit dem Fortsetzer des Suffixes ur-
germ. *-ila- zur Bezeichnung von Geräten
S1143leim 1144
und Überführung in die sw. Deklination. S.
leichen, -il. – leichôdAWB m. a-St., Gl. 2,636,46
(11. Jh., bair.) und wohl 4,326,29 (10. Jh.,
bair.):
‚Paarung, Hochzeitslied, Vers; elegia-. Ableitung
con [= Heliacus?], hymenaeos‘
mit dem Fortsetzer des Suffixes urgerm.
*-ōþu-/*-ōđu- (vgl. Kluge 1926: § 135;
Krahe-Meid 1969: 3, § 124, 1) nach dem
Muster der sw. Verben II (vgl. klagôn : kla-
gôd [s. d.]) und Überführung in die Klasse
der a-Stämme. S. leichen, -ôd/-ôt. – leihmanAWB
m. kons. St., im Abr (1,202,25 [Kb]); 3,377,
14 (12./13. Jh., mfrk.):
‚Laie, Weltgeistli-, leihmannes roc
cher; laicus‘
‚Laiengewand;(mndd. leyman, leyk-
froccus [= hroccus]‘
man; frühmndl., mndl. leecman [a. 1279];
afries. lēkamon; aisl. leikmaðr). Hybrides
Determinativkomp. mit adj./subst. VG und
subst. HG. S. leih, man. – leiclîhAWB ? adj., Gl.
1,402,60 (in 2 Hss., 2. Hälfte des 10. und 3.
Viertel des 11. Jh.s, beide bair.). 61 (10. Jh.,
bair.) und Gl. in Augsburg 4 (10./11. Jh.,
bair.; vgl. Mayer 1974: 4, 10):
‚ungeweiht,(mndl. lekelijc,
weltlich; exterior, laicus‘
leeclijc; aisl. leikligr
‚aus dem Laienstand,; vgl. mhd., frühnhd. leilich adj.
weltlich‘
‚einfach, wie ein Laie‘). Deadj. oder desubst.
Bildung (vgl. Schmid 1998: 292). S. leih,
leigo, -lîh. – Ahd. Wb. 5, 767 f.; Splett, Ahd.
Wb. 1, 523. 524. 590; Köbler, Wb. d. ahd.
Spr. 712. 713; Schützeichel7 196; Starck-
Wells 367; Schützeichel, Glossenwortschatz
6, 29 f.