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leibeigen

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

leibeigen

leibeigen

Leib m. ‘(menschlicher, tierischer) Körper, Unterleib, Bauch, Magen’, ahd. līb ‘Leben, Lebensweise’ (8. Jh.), mhd. līp ‘Leben, Körper, Magen’, umschreibend ‘Person, Mensch’, asächs. mnd. līf, mnl. nl. lijf, aengl. līf, engl. life, anord. līf, schwed. liv gehört wie leben (s. d.) zu der unter bleiben (s. d.) angeführten Wurzel. Leib wird in seiner alten Bedeutung ‘Leben’ vom substantivierten Infinitiv Leben n. verdrängt; vgl. dazu die paarige Rechtsformel Leib und Leben (16. Jh.). – beileibe Adv. ‘bestimmt, wirklich’, meist beileibe nicht ‘wahrhaftig, wirklich nicht, unter keinen Umständen’, eigentlich ‘beim Leben (nicht)’, frühnhd. (16. Jh.) bey leyb, bei leib, beyleib (nicht). leibeigen Adj. ‘persönlich unfrei, hörig’, spätmhd. līpeigen, entstanden aus der Formel mhd. eigen von dem lībe ‘mit dem Leben, dem Leibe jmdm. zugehörig’; Leibeigenschaft f. ‘völlige rechtliche Abhängigkeit der Bauern (und Handwerker) vom Feudalherrn’ (15. Jh.). leiben Vb. ‘einen Körper bilden, leben’ (16. Jh.), nur noch in der Wendung wie er leibt und lebt. einverleiben Vb. ‘zu einem Ganzen verbinden, in etw. aufgehen lassen, eingliedern’ (15. Jh.), für spätlat. incorporāre, Kontamination aus gleichbed. einleiben und verleiben (beide 15. Jh.). entleiben Vb. ‘ums Leben bringen, töten’, mhd. entlīben, mnd. entlīven, reflexiv ‘sich selbst umbringen, Selbstmord begehen’ (17. Jh., vereinzelt 14. Jh.). Entleibung f. ‘Mord, Todschlag, Selbstmord’ (16. Jh.), mhd. entlībunge ‘Tod’. Leibrente f. ‘Rente auf Lebenszeit’, frühnhd. leyprente (1400), mnd. līfrente (14. Jh.). leibhaft Adj. ‘wirklich und wahrhaftig, echt’, ahd. lībhaft(i) ‘lebend’ (um 800), mhd. līphaft ‘Leben habend, lebend, mit Körper versehen, wohlgestaltet, persönlich’. leibhaftig Adj., mhd. līphaftic. leiblich Adj. ‘den Leib betreffend, körperlich, wirklich, blutsverwandt’, ahd. līblīh ‘lebend, lebendig’ (9. Jh.), mhd. līplich ‘körperlich, persönlich, leibhaftig’. beleibt Adj. euphemistisch für ‘dick, korpulent’ (Campe 1807). Leibchen n. ‘(den Leib bedeckendes) westenartiges Kleidungsstück, Mieder’, anfangs auch ‘kleiner Körper’ (17. Jh.), wohl nach dem Vorbild frz. corselet m. (abgeleitet von frz. corps m. ‘Körper, Leib’). Leibesübung f. ‘Übung zur körperlichen Ertüchtigung, Sport’ (16. Jh.). Leibgarde f. ‘militärische Einheit zum persönlichen Schutz, besonders eines regierenden Fürsten’ (um 1600); vgl. älteres Leibgewardi (16. Jh.), mfrz. frz. garde du corps.
2434 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Leibeigen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Leibeigen , adj. et adv. mit seinem Leibe, d. i. mit seiner Person, einem andern als ein Eigenthum gehörig, im Gegensatz…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    leibeigen

    Goethe-Wörterbuch

    leibeigen in Leibeigenschaft befindlich; überwiegend übertr, meist im Liebesverhältnis; einmal ‘jdm l. werden’ Ich bin i…

  3. modern
    Dialekt
    leibeigenAdj.

    Pfälzisches Wb.

     leib-eigen Adj. : wie schd., in der Mda. nicht mehr gebraucht, leibäje [ Schandein Sprachsch. 37]. a. 1553: Item zu Er…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leibeigen

7 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von leibeigen 2 Komponenten

leibe+igen

leibeigen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

leibeigen‑ als Erstglied (5 von 5)

Leibeigener

Wander

leib·eigener

Leibeigener Ein Leibeigener ist ein leiblich Gut. – Graf, 42, 149. Er wird als Sache betrachtet. (S. Eigener 2, 4 u. 5, Eigenmann 1 und Eige…

leibeigenhörig

DWB

leibeigen·hoerig

leibeigenhörig , adj. corpore proprius domino: die einwonnere dieser stadt so noch leibaigenhörig seint. Haltaus 1239 ( von 1553).

leibeigenschaft

DWB

leibeigen·schaft

leibeigenschaft , f. servitus perennis. Frisch 1, 600 c : sieben zeugen, die .. der leibeigenschaft frei, uber vierzehen jahr alt sein. ordn…

leibeigenschaft

FWB

leib·eigenschaft,

1. ›Rechtsstatus der persönlichen Unfreiheit und Abhängigkeit von einem Leibherrn, der regional unterschiedlich ausgeprägt war‹; 2. ›Gesamth…

leibeigenthum

DWB

leibeigen·thum

leibeigenthum , n. besitz in bezug auf einen leibeigenen: sie ( die schönheit ) ist frei, so wie die sonne, die allbeglückende, am himmel, .…

Ableitungen von leibeigen (2 von 2)

Leibeigene

GWB

Leibeigene einmal mBez auf eigene Arbeitsbelastung die bittersten Klagen der Edeln, daß ihre Unterthanen, ihre Leibeignen sich gegen sie auf…

Verleibeigenen

Campe

✱ Verleibeigenen , v. trs . zum Leibeigenen machen. »Die römische Kirche verleibeignet und verpflichtet sie.« Römischer Imenkorb. (R.) D. Ve…

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APA
Cotta, M. (2026). „leibeigen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leibeigen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „leibeigen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leibeigen/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „leibeigen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leibeigen/pfeifer_etym.
BibTeX
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