Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
lantwer stF.
2 ‘Landwehr’ (als Verteidigungsanlage, vgl. DRW 8,691f. mit zahlr. nd. Belegen; zur Sache vgl. 2 HRG 3,616ff.)
1 ‘Verteidigung eines Landes oder Gebietes’ (vgl. lantwerunge ): von Wenden was zû Rîge komen / zûr lantwer, als ich hân vernomen, / ein brûder und wol hundert man LivlChr 9220; NvJer 20206. 21145; wie hete her Gunthêr daz erdâht / daz im ze lantwer wurden brâht / alsô werde geste? Bit 12692; sie leiten sich ze lantwer / gar mit kreftigem her UvEtzAlex 23875; Iw 2168; Tr 1676; Ottok 22287; wenne ouch wir oder vnsere erben oder vnsere nachkumen in die stat komen, hof ze habenne oder ze lantwer ze ligenne oder anders UrkCorp (WMU) 3570,40; wer in dem gericht tzu Luternbach sitzet, dass der myme hern von Fulde sal folgen tzu syner lantwere, wen er es bedarf WeistGr 3,362 (a. 1341); MGHConst 8:273,34 (a. 1347). – bildl.: daz mohten wol vier engil sin / [...] / die dirre megde pflagen / zelantwer bi ir lagen / gein dez gotis vienden / vil sere schrienden Martina 57,96. – übergehend zu ‘Verteidiger eines Landes’ ich füer sô kreftigez her, / Troyære lantwer / unt jene die si besâzen / müesen rûmen mir die strâzen Parz 768,2 2 ‘Landwehr’ (als Verteidigungsanlage, vgl. DRW 8,691f. mit zahlr. nd. Belegen; zur Sache vgl. 2HRG 3,616ff.): fossatas et fortalitia vulgariter dicta landtwehren RegErzbKöln 4,275 (a. 1320). – bildl.: dâfür [für den Verlust des Sommers] süln wir jârlang den âten [d.i. âtem ] / einer starken lantwer berâten [ ‘Schutzwall aus Wein und Speise’, vgl. Anm.z.St.] , / mit wîne und mit spîse für swachen luft: / dâvon wirt ouch trûren geletzet SM:UvB 5: 1,9
MWB 3,3 894,17; Bearbeiter: Diehl