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ländlich

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ländlich

ländlich

Land n. ‘Festland (Gegensatz Wasser), Erdboden, Grundstück, dörfliche Gegend (Gegensatz Stadt), durch Grenzen abgeteiltes Gebiet, Staat’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. lant, asächs. aengl. nl. engl. anord. schwed. got. land (germ. *landa-) ist verwandt mit ablautendem schwed. linda ‘Brachland’ und wohl auch anord. lundr ‘Hain, Baum’ (eigentlich ‘freier Platz, eingefriedetes Land’), schwed. lund ‘Hain, Wald’. Im Vergleich mit air. land ‘freier Platz’, korn. lan, bret. lann, gall. *landa (woraus frz. lande) ‘Heide, Steppe’, apreuß. lindan (Akkusativ Sing.) ‘Tal’, aruss. ljadina ‘Unkraut, Gestrüpp’, russ. (landschaftlich) ljáda (ляда) ‘mit jungem Holz bewachsenes Feld, Neubruch, Rodeland, Bruch, Sumpflache’ läßt sich ie. *lendh- ‘freies Land, Heide, Steppe’ erschließen. Der Plural mhd. diu lant wird im Frühnhd. (in Anlehnung an die neutralen s-Stämme, s. Kalb) durch Länder ersetzt. Daneben begegnet (seit 15. Jh.) die Lande, so noch in festen Fügungen wie aus fernen Landen ‘Ländern’; vgl. auch die Niederlande. – landen Vb. (vom Wasser her) ‘am (Fest)land ankommen, anlegen’, (aus der Luft) ‘auf dem Boden niedergehen, aufsetzen’, übertragen ‘am Ziel ankommen’, aus der Seemannssprache, mnd. mnl. nl. landen, engl. to land, älteres hd. länden ablösend (17. Jh.), vgl. ahd. lenten (8. Jh.), mhd. lenden, lenten ‘an Land bringen, landen, ans Ziel bringen, beenden’. Landung f. ‘das Ankommen, Anlegen an Land’ (Anfang 18. Jh.), danach auch von Flugzeugen ‘das Niedergehen, Aufsetzen auf dem Boden’. ländlich Adj. ‘dem Land angemessen’ (16. Jh.), lantlich (15. Jh.); auch (im Gegensatz zu städtisch) ‘dörflich’ (18. Jh.). Ländler m. Volkstanz im Dreivierteltakt (Ende 18. Jh.), aus dem Landl (Österreich ob der Enns) stammend. Länderei f. ‘zusammenhängendes, wirtschaftlich nutzbares Gebiet’ (16. Jh.), meist im Plural Ländereien. Landschaft f. ‘geographisch zusammenhängendes Gebiet mit einem bestimmten Charakter, mit bestimmten Eigenschaften’, ahd. lantscaf (8. Jh.), -scaft (um 1000), mhd. lantschaft ‘Landschaft, Land’, auch ‘Einwohnerschaft des Landes, die versammelten Stände eines Landes’; in der Malerei ‘Darstellung einer Landschaft’ (Anfang 16. Jh.). landschaftlich Adj. ‘der Landschaft angehörend’, auch ‘zur Sprache eines bestimmten Gebiets gehörend’ (18. Jh.). Landser m. ‘einfacher Soldat’ (ausgehendes 19. Jh., im zweiten Weltkrieg als Selbstbezeichnung der Soldaten allgemein geläufig), unter sächsischen Soldaten als Anrede im Sinne von ‘Landsmann’ entstanden, vgl. Küpper Wb. d. dt. Umgangsspr. 4 (1966) 142. Landenge f. ‘schmaler Landstreifen zwischen zwei Meeren, der zwei größere Festlandsmassen miteinander verbindet’ (18. Jh.), älter Erdenenge (Ende 17. Jh.), gebildet nach voraufgehendem Meerenge (s. d.). Landkarte f. ‘Atlas, kartographische Darstellung (eines Ausschnitts) der Erdoberfläche’ (2. Hälfte 17. Jh.). Landregen m. ‘lang anhaltender, sich über große Gebiete ergießender Regen’ (15. Jh.). Landsknecht m. ‘in den kaiserlichen Ländern, nicht im Ausland angeworbener Söldner für die Fußtruppe’, zuerst im Zuge der Neugestaltung des Heeres unter Maximilian I. (15. Jh.); durch volksetymologische Anlehnung an Lanze (s. d.) häufig auch Lanzknecht (um 1500). Landjäger m. ‘Landpolizist, Gendarm’ (18. Jh.); auch (schweiz. südwestd.) ‘harte Dauerwurst’ (Benennungsmotiv ungeklärt). Landstreicher m. ‘Vagabund’ (15. Jh.), zu streichen (s. d.) im Sinne von ‘herumstreifen, herumwandern’. Landstörzer m. ‘Landstreicher, Vagabund’ (17. Jh.), mhd. sterzer, sterzel ‘Vagabund, Bettler’, zu mhd. sterzen ‘müßig umherschweifen, wandern’, starzen ‘aufrecht gehen, stolzieren’; wohl zu starren ‘steif sein, aufrecht stehen’ (s. d.) gehörig. Landtag m. ‘politische (ursprünglich auch gerichtliche) Körperschaft, die die Interessen eines Landes vertritt, Versammlung der Stände eines Landes’, eigentlich ‘Tag, an dem die Vertreter eines Landes zu gerichtlicher und politischer Tätigkeit zusammenkommen’, mhd. lanttac ‘Versammlung zum Landgericht’. Landsturm m. ‘letztes Aufgebot aller wehrfähigen Männer’ (17. Jh.); eigentlich ‘Sturmgeläut im ganzen Land bei (Kriegs)gefahr’ (schweiz., um 1500). Landwehr f. ‘Gesamtheit aller zur Landesverteidigung bestimmten Kräfte’, neu belebt in den Befreiungskriegen nach mhd. lantwer ‘Landesverteidigung, die Verteidiger des Landes, Befestigung an der Landesgrenze, die rings um die Stadt gezogenen Gräben und Schranken’ (s. 1Wehr f.). Landwirt m. ‘Leiter eines bäuerlichen Betriebes, ausgebildeter Agronom’, zuerst ‘Gastwirt auf dem Lande’ (17. Jh.). Landwirtschaft f. ‘Bauernhof, planmäßiger Betrieb von Ackerbau und Viehzucht’ (18. Jh.). Ausland n. ‘das nicht zum eigenen Land gehörige Gebiet, fremdes Land’ (17. Jh.), rückgebildet aus Ausländer m. ‘Fremder, aus einem anderen Land Stammender’, mhd. ūʒlender, und ausländisch Adj. ‘fremd, dem Ausland angehörend’, mhd. ūʒlendisch (beide 14. Jh.); doch vgl. mhd. ūʒlant ‘außerhalb der Gemarkung gelegenes Gut’, mnd. ūtlant ‘Land außerhalb des Deiches’, ahd. ūʒlenti n. ‘Strand’ (9. Jh.). Inland n. ‘das Innere eines Landes, das Staatsgebiet innerhalb seiner Grenzen’ (19. Jh.); vgl. mhd. inlende n. ‘Heimat, Herberge, Quartier’. Inländer m., spätmhd. inlender, Gegenwort zu Ausländer. inländisch Adj. (Anfang 16. Jh.); vgl. mhd. inlendic ‘im Lande, zu Hause’.
5275 Zeichen · 191 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ländlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ländlich , adj. et adv. 1) In einem Lande üblich, bey dessen Einwohnern gewöhnlich; eine größten Theils veraltete Bedeut…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ländlich

    Goethe-Wörterbuch

    ländlich dörflich geprägt, das Leben auf dem Land betreffend od dafür charakteristisch, iGz ‘städtisch’ u ‘höfisch’; auc…

  3. modern
    Dialekt
    ländlich

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    ländli ch [læntli Str. ] Adj. wie hochd. ‘Ländli schändli’ Parodie der bekannten Rda. ländlich sittlich Rathgeber 36. — …

  4. Sprichwörter
    Ländlich

    Wander (Sprichwörter)

    Ländlich 1. Ländlich – schändlich! ( Neresheim. ) Ausruf der Städter, wenn sie gewisse Ungehörigkeiten unter der ländlic…

  5. Spezial
    ländlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    länd|lich adj. 1 (bäuerlich) da paur, da bacan 2 (zum Land gehörend) rural (-ai, -ala) , de campagna ▬ ländlich e Gegend…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laendlich

9 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von laendlich

land + -lich

laendlich leitet sich vom Lemma land ab mit Suffix -lich, mit Umlaut-Wechsel.

laendlich‑ als Erstglied (8 von 8)

ländlichästhetischtätig

GWB

ländlich-ästhetisch-tätig in Charakterisierung des Majors vKnebel während welcher Zeit [ Sommer 1776 in Tiefurt ] die .. Frauen Herzoginnen …

ländlicheinfach

GWB

laendlich·einfach

ländlich-einfach [ Meyr ] habe kindlich-jugendliche, menschlich-allgemeine, ländlich-einfache Stoffe, wie sie ihm vorlagen, [ in seinen Gedi…

ländlicheng

GWB

laendlich·eng

ländlich-eng In den ländlich engen Räumen | Mir ein Frühling hold und reich 4,52 Anf 5 Ira Schimpf I.S.

ländlichgesellig

GWB

laendlich·gesellig

ländlich-gesellig dem frohen Aussehen der Bewohner, bei denen man sich alsobald ländlich gesellig fühlte 25 1 ,110,22 Wj III 5 1,244 Vs 179 …

Ländlichkeit

GWB

laendlich·keit

Ländlichkeit ‘abgesonderte L.’ in ironischer Hyperbolik mBez auf Goethes Gartenhaus im Ilmpark Aussichten [ von Goethes Gartenhaus u dem Hau…

ländlichroh

DWB

laendlich·roh

ländlichroh , adj. : die kunst bei ländlichrohen speisen der fürstentafeln eitlen überflusz froh zu entbehren. Gotter 1, 3 .

ländlichtraulich

GWB

laendlich·traulich

ländlich-traulich ländlich trauliche Verhältnisse 7,8,12 DivNot → einfach-l. einheimisch-l. französisch-l. *heiter-l. Syn auswärtig bäuerisc…

Ableitungen von laendlich (1 von 1)

Unländlich

Campe

Unländlich , adj . u. adv . nicht ländlich, dem Landleben nicht angemessen  Davon d. — keit .