Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kuvert n.
Kuvert n.
Kuvert n. ‘Briefumschlag’, auch (heute selten) ‘Teller und Besteck für eine Person, Gedeck’. Ende des 17. Jhs. wird frz. couvert ‘was bedeckt ist, Deckung bietet, schützt’ (vgl. afrz. covert ‘Zuflucht, versteckter Ort’), substantiviertes Part. Perf. von afrz. covrir, frz. couvrir ‘(be)decken, einhüllen’ (aus lat. cooperīre, kontrahiert cōperīre ‘von allen Seiten bedecken, überschütten’; vgl. lat. operīre ‘bedecken’ und s. kon-), in dem zu jener Zeit üblichen Sinne ‘Umhüllung von Postsendungen, Briefen’ (wofür jetzt frz. enveloppe ‘Briefumschlag’) mit frz. Schreibung ins Dt. übernommen. Seit dem frühen 18. Jh. steht Couvert außerdem für ‘Gedeck’ (nach mfrz. frz. couvert ‘alles zum Eindecken des Tisches Nötige, Tafelgerät’, dann ‘Teller und Besteck für eine Person’), ferner im 18./19. Jh. für ‘Bettdecke’ (mit verändertem Genus gegenüber afrz. coverte, frz. couverte f. ‘Decke, Überzug’, vgl. jedoch aus dem 17. und 18. Jh. belegtes frz. couvert m. ‘Pferdedecke, Schabracke’). Trotz früher Angleichung in der Formenbildung (Plur. Couverte neben Couverts, Anfang 18. Jh.) setzt sich die Eindeutschung zu Kuvert erst im 20. Jh. durch; in der jungen, dem Frz. fehlenden Bedeutung ‘auf der Oberseite ausgeschnittener Bezug für Steppdecken’ (20. Jh.) wird in der Regel das fremde Schriftbild Couvert bewahrt. Auf älterer Entlehnung aus dem Mlat. beruht das bereits vom 15. Jh. an nachzuweisende und noch zu Beginn des 18. Jhs. gebrauchte Copert, Kopert (vereinzelt auch Coperta) ‘Decke, Hülle, Bucheinband’, seit dem 16. Jh. ‘Briefumhüllung, Umschlag’, vgl. mlat. co(o)pertum ‘Bucheinband’, auch ‘Dickicht’, co(o)perta ‘Decke, Hülle, Dach, gedeckte Halle, Schiffsdeck’, Substantivierungen des Part. Perf. von lat. cooperīre (s. oben). – kuvertieren Vb. ‘mit einem Briefumschlag versehen’ (Mitte 18. Jh.). Kuvertüre f. ‘Überzug aus Schokoladenmasse für Gebäck und Süßwaren’, auch (meist Couverture) ‘buntbedruckter Leinen- oder Baumwollstoff für Bettbezüge’ (20. Jh.), moderne Verwendungen des seit etwa 1800 im Dt. bekannten frz. couverture ‘Decke, Buchumschlag, Deckung, Vorwand’. Diesem vorausgehendes afrz. coverture ‘Bedeckung, geschützter Ort, Pferdedecke’ (aus spätlat. coopertūra ‘Verhüllung, Bedeckung’) als Wort der ritterlichen Sphäre ergibt schon mhd. covertiure, mnd. kōvertüre ‘verzierte Pferdedecke’, während sich ahd. kubarturi ‘Decke’ (10. Jh.) an gleichbed. spätlat. coopertōrium, mlat. co(o)pertorium anschließt.