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kuschen

mhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
8
Verweise raus
16

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

kuschen

kuschen

kusch Interjektion, mit der dem Hund (ursprünglich dem auf frz. Kommandos hörenden abgerichteten Jagdhund, vgl. frz. chien couchant ‘Vorsteh-, Hühnerhund’) befohlen wird, sich lautlos hinzulegen, Übernahme (17. Jh., zunächst noch mit frz. Schreibung) von frz. couche! (im 18. Jh. auch kusch dich!, nach frz. couche-toi!), Imperativ des Verbs frz. (se) coucher, afrz. (soi) couchier ‘sich niederlegen, ausstrecken’ (transitiv ‘niederlegen, zu Bett bringen’), von lat. collocāre ‘hinstellen, hinsetzen, niederlegen’; vgl. lat. locāre ‘stellen, legen, unterbringen, vermieten, ausleihen’ (zu lat. locus ‘Ort, Platz, Stelle’, s. lokal) und s. kon-. Neben Fügungen wie couchi machen (17. Jh.), couché machen, kusch machen, sein (18. Jh., vgl. frz. être couché ‘liegen’), die in derber Redeweise auch auf Menschen angewandt werden, tritt im 18. Jh. kuschen Vb. ‘sich niederlegen, sich ducken’, von Menschen ‘sich fügen, klein beigeben’ (oft reflexiv nach frz. se coucher); dazu die Intensivbildung kuscheln Vb. reflexiv ‘sich anschmiegen, in etw. Schützendes, Wärmendes schmiegen, einhüllen’ (um 1900), die sich jedoch semantisch an ältere Mundartausdrücke wie rhein. sich kutsche(l)n ‘sich einhüllen, anschmiegen, zusammenkauern’, tirol. gutsch’ln, gutschen ‘schlummern’, schles. (ein)kuschern ‘einschläfern’ (bezeugt seit dem 19. Jh.), ostpreuß. kutschen ‘im Bett liegen’, sich einkutschen ‘sich einhüllen’ (18. Jh.) anschließt, vgl. obd. Gutsche ‘Ruhebett’ (Ende 15. Jh.), rhein. Kutsch ‘(Kinder)bett, Lager von Tieren’ (nach afrz. frz. couche bzw. daraus entlehntem ital. cuccia ‘Bett, Lagerstatt’, s. Couch).
1607 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kuschenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kuschen stn. s. küssen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kúschen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Kúschen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, sich niederlegen, sich auf die Erde legen; doch nur noch im gemein…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kuschen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kuschen (franz. coucher ), auf Befehl sich legen und still verhalten (zunächst von Hunden, dann auch übertragen gebrauch…

  4. modern
    Dialekt
    kuschen

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    kuschen still liegen, sich still verhalten, sich ohne Widerrede fügen: hei möt kuschen allgem.; will hei kuschen will er…

  5. Sprichwörter
    Kuschen

    Wander (Sprichwörter)

    Kuschen 1. Kusch dich! ist die ganze Logik der Hunde und Memmen. 2. Kuuske, kuuske, wan ik di man iarst bi a Hurner hâ. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kuschen

5 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von kuschen

kus + -chen

kuschen leitet sich vom Lemma kus ab mit Suffix -chen.

kuschen‑ als Erstglied (2 von 2)

kuschen II

RhWB

kuschen II -ūš- MüEif , Jül-GrBoslar schw.: lange Zeit im warmem Bette zubringen; de kusch gern lang; häste (dech) usgekusch; en Verkäldung …

kuschen III

RhWB

kuschen III das Wort ist allg., u. zwar -uš- [im Rhfrk, Siegld auch gušə ; Klev auch kusə ] schw.: 1. a. sich k., sich schlafen legen, sich …

kuschen als Zweitglied (1 von 1)

unkuschen

KöblerMhd

unkuschen , sw. V. Vw.: s. unkiuschen

Ableitungen von kuschen (2 von 2)

unkuschen

KöblerMhd

unkuschen , sw. V. Vw.: s. unkiuschen

verkuschen

RhWB

ver-kuschen: 1. etwas v., vertuschen Kref-Oppum . — 2. -ø-, a. ein brütendes Huhn vom Nest verscheuchen Rees-Brünen . — b. -køšt verlegen, k…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kuschen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kuschen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „kuschen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kuschen/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kuschen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kuschen/pfeifer_etym.
BibTeX
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