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künzeln

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

künzeln

Bd. 11, Sp. 2753
künzeln , hätscheln, liebkosen, schmeicheln. 11) die reine form ist küenzeln, die im md. freilich zu knzeln wird, z. b. bei Luther. 1@aa) jenes gibt Maaler deutlich an, bei dem wie u und uo, so ü undgenau geschieden sind (letzteres in der anordnung der buchstaben als üe gerechnet): knzlen, versnen, demulcere, subblandiri; kindliches knzlen, mit dem man die kinder beredt, pueriles blanditiae; mit knzlen und fäderläsen einem gält abschwätzen. 255a. Noch schweiz. Stalder 2, 144, bern. chüenzle Fromm. 2, 484a, appenz. chüenzla zärtlich thun, streicheln, chüenzler schmeichler Tobler 126b, auch einem etwas abküenzeln, etwas erküenzeln Stalder (erchüenzle Usteri 1, 165), bair. verküenzeln verzärteln. bair. küenzeln, einem oder mit einem, zärtlich thun Schm. 2, 314. 1@bb) diese doppelte fügung galt schon im 16. jahrh. 1@b@aα) mit dat.: nachdem nimt ihn sein mütterlein, und fängt ihm an zu künzeln fein. Schmeller 2, 314 aus einer übers. der wolken des Aristoph.; Cybele umbfieng und künzelt der Chariclia, 'du thust im recht, dasz du dich über deines gleichen erbarmet hast'. buch d. liebe 212b; sie hatte schon beim David gelernet, wie sie sich bei einem mann zuschmiegen und demselben künzlen solte. Simpl. 1684 3, 655. bildl.: man musz ihm (dem podagra) wol künzeln. Philander 2, 465. 1@b@bβ) mit einem künzeln: (leute, die mit dem teufel einen bund machen) diese helt er eine zeitlang wol, künzelt mit ihnen und leszt ihn ihren willen. Luther tischr. 210a; so man nun also mit wilden thieren knzeln musz, wie viel mehr will uns mit unsern männern zu thun gebüren. Fischart klag des ehestands (1614) 243, var. klünzeln, s. sp. 1300 unten; sie (die kranken) bedörfen des, der sie gesund mache, und (nicht) lasz liegen und mit ihn knzele. Paracelsus 1, 37c (paramirum 1, 8). 1@b@gγ) natürlich auch bloszes künzeln: wil ich den haben shn und fried, musz ich schweigent solch brocken schlicken, musz knzeln, mich wieder zuflicken (anschmeicheln). H. Sachs 2, 4, 78b (1560); zAertlen und knzlen. S. Frank .... 36. 1@cc) dasselbe, nur schon in der heutigen aussprache des üe, ist kienzeln, bei einem Baier: denn erstlich musz er (der gefräszige) seinem eignen leib dienen, hofieren und kienzeln. Albertinus de conviviis (1598) 46; kienzeln und spienzeln. Schmeller aus Selhamer. 22) andere nebenformen. 2@aa) könzeln, gut oberd., mit langem vocal: dem leib könzlen und zärtlen. Petr. 191a; die liebkosung schmirt (lächelt) und knzlet den trawrigen. S. Frank .... 35; wann das glück eim kOenzelt und kchlin bacht, so wil es in fassen und zertrucken. ders. sprichw. 1, 152b; ein rauche bahn,wisz disz voran,langt zu des himmels porten, ist flach und rahn,lidt nie kein mann,der ihm selbst könzlen wolte. Mezler odœum 330. diesz œ ist wie in hd. kœne für küene, kühn, in Kœnzel für Küenzel, Kônz für Kuonz (s. d. I, b). 2@bb) auffallend umlautlos kunzlen blandiri, etwas auskunzlen, eblandiri, es ist eine gekunzlete sach, res est eblandita (erschmeichelt), und doch nachher das hat er geknzlet (erschmeichelt) Aler 1256b, ob nur ungenau übernommen? aber auch als schwäb. bei Schmid 313 'kunzeln, am kinn streicheln, schmeicheln', doch unter kuonzen unterkinn gestellt. 2@cc) schweiz. auch küensla, küenseln Tobler 126b, Stalder 2, 144, und wieder anders gunseln 1, 498, vgl.guenen 490. zum ersten vergl. alem. klünseln und klünzeln in gleicher bedeutung schon um 1500. 33) der ursprung macht schwierigkeiten. 3@aa) das bair. wort schlieszt sich jetzt deutlich an küenzel unterkinn an, es heiszt auch einem den kunzen streichen (s.Kunz II, 5, g), den kûzen, kauzen streichen und dazu ebenso keuzeln hätscheln (s. kitzeln I, 5 a. e.), ist also wie bair. kinneinzeln hätscheln zu kinn (s. d. 2, b), auch mit mit verbunden, eben wie küenzeln. jenes wird auch kinhänseln geschrieben (s. ebend.), d. h. auszer kinn auch hänseln hineingelegt, wie ein Hänschen behandeln, liebkosen wie man kindern thut. so mag auch bei küenzeln der name Kuonz oder Knzel selbst mitgedacht sein, wie es namentlich das kœnzeln im anschlusz an Kœnzel wahrscheinlich macht, vgl. das kosende Cnzle unter Kunz II, 1. 3@bb) aber wie bei küenzel unterkinn scheint das erst später hineingelegt. denn das eine mhd. zeugnis, das zur zsit vorliegt, zeigt wahrscheinlich kurzen vocal. Hugo von Trimberg meint von seinen freunden, wenn er geldhilfe bedürfte, ir einer mir niht wolte helfen mit zwein unzen, und solte ich immer kunzen. Renner 17177, mit variante glunzen (Lexer 1, 1786), wie bei Fischart vorhin (1, b, β) klünzeln als var. von knzeln. diesz glunzen gehört zusammen mit klünzen und klunsen sp. 1301, vgl. das. rhein. glinzeln schmeicheln (für glünzeln), mit kl- wechselt gl- oft. möglich dasz kunzen und künzeln, wie dann die urspr. form wäre, nur aus klunzen, klünzeln entstand durch ausfall des l, der anderwärts unzweifelhaft vorliegt (s. z. b. klanken 2, e, klank 4, d); dann wäre auch das schwäbische kunzeln in ordnung. schweiz. gibt es auch klüenzen und klüenzeln schmeicheln Stald. 2, 111, mit den consonanten von klünzeln, aber dem vocal von küenzeln. 3@cc) das schweiz. küenseln zeigt eine gleiche berührung mit klünseln gleicher bed., diesz aber wieder mit alem. klseln gleicher bed., zumal sich alem. zwischen langem tonvocal und s gern ein n einstellt (s. unter keusch). gunseln aber weist bei allem anklang wieder nach andrer seite. es ist kein wunder, dasz der im leben so vielgebrauchte begriff mit wörtern so reich besetzt ist, die selbst wieder ein so reiches leben zeigen, sich mehrfach umbildend, neu anbildend.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    künzeln

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    künzeln , hätscheln, liebkosen, schmeicheln. 1 1) die reine form ist küenzeln, die im md. freilich zu knzeln wird, z. b…

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Zerlegung von kuenzeln 2 Komponenten

kuen+zeln

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Cotta, M. (2026). „kuenzeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kuenzeln/dwb?formid=K16874
MLA
Cotta, Marcel. „kuenzeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kuenzeln/dwb?formid=K16874. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „kuenzeln". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kuenzeln/dwb?formid=K16874.
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