Kristallisation meist Kry-, seltener Cry-, vereinzelt Chry- od Kri-; Cri- GWBT12,226,16. Mehrzahl der knapp 90 Belege in 2a. Vgl Vorbem s v Kristall 1 Prozeß der Kristallbildung a als Gestaltwerdung der anorganischen Materie (in gesteinsgeschichtlichem Zshg), Entstehung der eigentümlichen, unterscheidbaren (‘besonderen’) Form (iUz ‘allgemeinsten’ u ‘allgemeinen’)1), insbesondere im Hinblick auf die vorherrschenden Bestandteile des Granits (als ältestes, aus dem Urmeer abgesetztes Gestein aufgefaßt) Das Materielle .. läßt sich vor der Gestaltung in einem dreifachen Zustand denken .. einem freien, gedrängten, gehäuften .. Aus diesen drei Zuständen .. zur Form .. allgemeinste .. allgemeine .. besondere Form .. Krystallisation, das heißt Erscheinung in seiner besondern Form .. Die geometrischen meßbaren Formen sind ihr [der Welt] Antheil. Keine Frage bei der .. Krystallisation GWBN10,76,18 u 77,7 UnorganFormen Bei dem ersten Überschreiten [dh Veränderung der Struktur] des Granites, also dem ersten erscheinenden Vielfältigen, tritt Krystallisation, also das erste gelungene Individualisiren der Natur ein GWBN10,81,22 DynamismGeol [ChHSchlosser] Der ganze Bau unserer Erde ist aus der Krystallisation zu erklären GWBN13,317,4 MinGeol Plp 308 GWBN13,316,20 ebd GWBN9,296,20 GesteinsLagerg uö in der Reihung ‘K., Vegetation und animalische Organisation’ im Hinblick auf die drei Naturreiche Mineralien, Pflanzen u Tiere2) GWBN13,428,24 Naturlehre sprachreflexiv GWBN13,429,18 Naturlehre b als Entstehung bestimmter Kristallformen bei Mineralien Erden sind in ihrem reinen Zustand alle weiß. Sie gehn durch natürliche Krystallisation in Durchsichtigkeit über; Kieselerde in den Bergkrystall, Thonerde in den Glimmer GWBN1,204,1 FlD 496 c als Eisbildung; im Hinblick auf die räumliche Ausdehnung Solidescenz [Festwerden] .. ist mit .. Erweiterung der Masse verbunden; dem gefrornen Wasser genügt nicht der vorige Raum .. bei der höchsten Solidescenz der Krystallisation wird Feuchtigkeit mit in’s anorganische Leben aufgenommen GWBN10,65,9 Austrocknen d als chem Niederschlag LA I 1,119,26 BergbauGeologieSchneeberg iZshg mit dem alchemistischen Versuch der Schmelze von Kieselerde GWB27,207,28 DuW 8 2 Form, Gestalt eines kristallinen Körpers bzw für diesen selbst a von einzelnen od aufsitzenden Mineralkörpern; auch ‘in ( .. ) K.(en)’, ‘mit ( .. ) K.’ Schwefelkiese [in der Champagne] .. diese waren ringsum crystallisirt, es zeigte sich kein Punct, wo sie angesessen hatten, die Crystallisation war scharf und frisch und keins der Stücke gescheuert GWBB23,235,14 Trebra 6.1.13 [Kalkgestein] Ein Stück schön blau mit aufsitzender Sternförmiger Crystallisation GWB31,317,19 ItR Plp Sorgfältige Einpackung [von Mineralien aus Italien], besonders der Crystallisationen GWBB45,246,23 Senoner 20.4.29 K GWB30,293,4u7 ItR Plp GWBB32,101,4 Giesecke [22.11.19] K GWBB15,240,6 Christiane 26.6.01 uö(häufig) als modellhaft-theoretisch vorgestellte Struktur die Crystallisation statt durch Addiren sich durch Subtrahiren begreiflich zu machen GWBB35,248,3 Leonhard 18.1.22 K mBez auf die Vielfalt u Schönheit der Erscheinungsformen Alle Krystallisationen sind ein realisirter Kaleidoskop GWB422,358,18 MuR(1394) Plp in scherzhafter Übertragung auf (zwischen Steinen versteckte) Schokoladenstücke die duftenden, genießbaren Tafelförmigen K-en GWBB43,40,12 ALevetzow 29.8.27 b von Bestandteilen eines zusammengesetzten Gesteins, insbesondere im Granit, auch ‘undeutliche, verzogene K.’ porphyrartig, das heißt, die in der Grundmasse enthaltenen, fremdartig scheinenden Theile haben sich vor oder bey der Solidescenz chemisch abgesondert, und eine mehr oder weniger deutliche Crystallisation, auch wohl eine Kugel-, Ei- oder Splitterform angenommen GWBB24,188,24 Leonhard 9.3.14 [Bologneserstein] in unregelmäßig eiförmigen Stücken, auch oft in halbdeutlichen rosenförmigen Krystallisationen GWBN10,16,2 Porphyrartig Daß in irgend einer Flüssigkeit sich Crystalle bilden sind wir gewohnt, daß aber ein ziemlich festes Gestein als Medium dienen könne, in welchem sich gleichfalls Crystallisationen entwickeln, ausbreiten, das Gestein verdrängen .. das will uns nicht zu Sinne GWBB24,90,18 Trebra 5.1.14 K GWBB15,261,21 Blumenbach 11.10.01 K GWBN10,150,6u9 Üb:Mineralien uö c von Eisblumen GWBN13,427,17 u 429,6 Naturlehre d von einer Glassubstanz GWBN51,290,22 EntoptFarb 28 3 metaphor für Regelmäßigkeit, Reinheit der stilistisch-metrischen Durchformung [betr Versfassung der ‘Iphigenie’] Sie neigt sich .. zur völligen Crystallisation GWBB8,32,6 Herder [14.10.86] → GWBDiamant- GWBKreuz- Syn zu 1a,c und 2b GWBKristallisierung zu 1c GWBKristallbildung zu 2a GWBKristallform 1) vgl GLinck, Goethes Verhältnis zur Mineralogie und Geognosie, 1906,21—23; MSemper, Die geol Studien Goethes, 1914,152 2) vgl WvEngelhardt, Morphologie im Reich der Steine? In: In der Mitte zwischen Natur und Subjekt, hg von GMann ua, 1992,45 Elke DreisbachE.D.