Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kopel stF.
1.1 ursprgl. ‘Doppelhalsband’ zur Fesselung und Führung von Tieren
1.2 weitere Arten von Bändern
2 übertr. auf die Bezeichnung für die verbundene oder zusammengedrängte Schar selbst (Tiere oder Menschen) ‘Menge, Gruppe’
3 übertr. auf das Recht auf Verpflegung von Pferden oder Jagdhunden (s. DRW 7,1295f.)
1 ‘Band, Fessel’ 1.1 ursprgl. ‘Doppelhalsband’ zur Fesselung und Führung von Tieren: gebunden wâren alle [Hunde] samt / an eine koppel rîch erkant KvWPart 2633. – übertr. auf die Fesselung von Menschen: die hæiligen habent sich vf gezogen, / von der chuppel sint si geflogen / vf zu ir schephære: / hie waren si vmmære Warnung 1768 1.2 weitere Arten von Bändern: copula: chuppula Gl 4:49,8; tuo mir fröide bendic, trûterinne; / dar zuo hôrt niht kupel wan dîn ermel blanc KLD: Schulm 6:3,4; got sprach ‘wir machen den menschen nâch unserm bilde.’ [...] sant Augustînus sprichet: dô er daz bilde suochen wolte in der sêle, dô suochte er ez in dem ûzern menschen; dô vant er vier gelîchnüsse unde drû kuppel unde zwei gesihte Eckh (Pf) 250,33 2 übertr. auf die Bezeichnung für die verbundene oder zusammengedrängte Schar selbst (Tiere oder Menschen) ‘Menge, Gruppe’ die alten und die iungen [Hunde] / durch wunder kament hie und dort / in kluppeln [La. kuppeln ] zu gedrungen HeinzelJoh 66,6; unt werdent du cupel der schaf zersprenget [ et dispertur oues gregis Mt 26,31] EvPerikZürich 63; [Schilderung einer Schlacht:] sich flâhten ‘sunder stricke’ / die rotten in ein kuppel Reinfr 1759; der heiden diet ein michel tropel [Truppe] / sich hêten zu hûfe in ein kopel / gedruct Kreuzf 5748. 1951 3 übertr. auf das Recht auf Verpflegung von Pferden oder Jagdhunden (s. DRW 7,1295f.): que potestates vulgariter appelantur. pėllince. grȧscaf. viltban. cu̇ppelle UrkMittelrhein 1,154 (a. 1222); uel quod ius illud quod in wlgari chuppel et forstreht sonat UrkFreisÖst 1,219 (a. 1262); jus nostrum dictum coppele UrkNiederrh 3,20 (a. 1303)
MWB 3,2 763,11; Bearbeiterin: Herbers