lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

kohlrabi

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
5
Verweise raus
3

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kohlrabi

Bd. 11, Sp. 1596
kohlrabi , betont kohlrábi, m., eine bekannte kohlart: sie wollte uns aber so wenig schmecken als der rohe kohlrabi zu Segeste. Göthe 28, 183; an den kohlrabis (pl.). 58, 158, gewöhnlich lautet der pl. nur kohlrabi, das eben urspr. pl. ist; suppe mit jungen erbsen und jungem kohlraby. Seume spazierg. nach Syr. 303. das wort ist merkwürdig durch seine gestalt, halb deutsch halb italienisch, doch mit mancherlei nebenformen. 11) zuerst bei Stieler 1609 (i. j. 1691) kolrabi m., caulirapus, calirapus, der aber seine herkunft schon nicht mehr kennt. die form gilt noch so in Thüringen, Sachsen, ausgesprochen meist kollrâwî oder kollerâwî, von denen letzteres dem ursprung am nächsten steht. noch näher kalirabi (neben kalrabi, kohlrabi m.) in M. Kramers deutsch-holl. wb. von 1768. 1787, am nächsten kaulirabi öcon. lex. Lpz. 1731 sp. 1251 (bei Schmidt westerw. id. 84 als östr.). bei Amaranthes frauenzimmerlex. (Lpz. 1719) 1072 wird neben kohlrabi ('vor nicht gar vielen jahren aus Italien in Teutschland gebracht') als ital. cauliravi angegeben. der it. pl. heiszt zwar sonst nach den wbb. cavoli rape (Rädlein 553b), sg. cavolorapa, franz. chou-rave, d. i. kohlrübe, rübenartiger kohl, aber cauliravi wird eine volksmäszig vereinfachte form sein, unter der man bei uns die frucht erhielt (vgl. caulifior unter karfiol, blumenkohl), und man erhielt sie im plural wie bei früchten natürlich (s. unter kirsche I, b). übrigens gibt Frisch 1, 531b wirklich auch kohlrappi neben kohlrabi. nach dem hd. auchn. kaalrabi, schw. klrabi m., russ. kolrabi. tirol. kôlrâbi ist f. Schöpf 332. 22) aber auch die endung, die ja dem deutschen munde sonst durchaus widerstrebt, muszte heimisch werden, wie kaul- kali- zu kohl- kol- ward. daher bei Rädlein kohlraben pl., wie noch schwäb. kolrabe, westerw. kolleraben (sg. kollerab) Schmidt 84, niederrh. kulleraben pl., dazu als sing. im westen hd. kohlrábe f. (Weigand). aber auch mit fremderem ersten theile fränk. erdkaleraben pl. Nemnich 1, 674, kaulrabe sg. M. Kramer 1719 2, 125a. dem ersteren ähnelt poln. galarepa. 33) der erste theil folgt dabei der heimischen form von kohl, denn nach köhl kohl heiszt es östr. kehlarawi m. Castelli 182, kehlerabi id. austr. 84, im Elsasz gelleraben. auch das merkwürdige kabbirabi erklärt sich so, nach kabisz kohl. 44) endlich auch ganz umgedeutscht kohlrübe (s. d.), schon bei M. Kramer 1719 als deutsche form neben kaulrabe als fremder. im nürnberg. kochbuch von 1734 köhlruben oder rubenköhl zu kochen s. 589. diese umstellung auch im nl., mit gleicher verdeutschung, es heiszt da koolraap und raapkool (raap rübe), letzteres auch engl. rape-cole. daran ist die frucht selbst schuld, die sich sowol als kohlkopf wie als rübe ansehen läszt, daher einmal als kohlartige rübe, einmal als rübenartiger kohl bezeichnet. das wort ist lehrreich durch den widerstreit des geschäftlichen bedürfnisses, das fremde ding in seiner eignen art bestehn zu lassen, mit dem natürlichen bedürfnisse es sich näher zu bringen. 55) es gibt übrigens zwei arten, den eigentlichen kohlrabi und kohlrabi unter der erde, auch unterkohlrabi, unterkohlrübe, erdkohlrübe, auch kohlrübe schlechthin, klumperrübe u. a., die ihren strunk unter der erde hat; ihr gegenüber heiszt die erste art auch oberkohlrübe (schles.), s. Nemnich, Krünitz.
3341 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kohlrābi

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Kohlrābi , plur. inus. eine Art des Kohles, welcher einen dicken runden Strunk oder Stängel gleich einer Rübe hat, w…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kohlrabi

    Goethe-Wörterbuch

    Kohlrabi selten Kol-, Plural neben -is auch endungslos -i Bezeichnung für eine Abart der zur Gattung Kohl gehörenden Gem…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kohlrabi

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kohlrabi , s. Kohl , S. 228.

  4. modern
    Dialekt
    Kohlrabim.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Kohlrabi m. Kohlrabi; dazu Zs. -hingst m. Gärtner (1889) Sta Wulk ; (1910) Wa Eld . Me. 3, 247.

  5. Spezial
    Kohlrabi

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kohl|ra|bi (Brassica oleracea var. gongylodes) m. (-[s],-[s]) ‹bot› capüc-re m.

Verweisungsnetz

14 Knoten, 7 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 6 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kohlrabi

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kohlrabi 2 Komponenten

kohl+rabi

kohlrabi setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kohlrabi‑ als Erstglied (5 von 5)

Kohlrabiknoten

GWB

kohlrabi·knoten

Kohlrabiknoten Kolrabi-Knoten eßbare Knolle der Gemüsepflanze N6,448,19 Morph Plp Kerstin Güthert K.G.