Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Knittel
Knittel
Knüttel m., (mit Entrundung) Knittel ‘Knüppel’, ahd. knut(t)il ‘Stock mit verdicktem Ende, Keule, Knüppel’ (um 1000), mhd. knüttel, knütel ist eine Bildung zu dem unter Knoten (s. d.) behandelten Substantiv. – Knüttel-, Knittelvers m. vierhebiger, paarweise gereimter Vers mit freier Füllung der Binnen- und Eingangssenkung, ‘holpriger, schlechter Vers’. Frühnhd. clueppel versgen (um 1500), knuttel verschigen (1543 in Luthers Tischreden), Knüppelvers (um 1599) bezeichnet ein gereimtes Hexameterpaar bzw. spruchartige Verse, und in diesem Sinne wird schon früh (1579) Knüttelvers als Verdeutschung von spätlat. versus rhopalicus gebraucht, eigentlich ein ‘Vers, in dem jedes folgende Wort um eine Silbe länger ist’, vgl. griech. rhopalikós (ῥοπαλικός) ‘wie eine Keule (nach oben dicker werdend)’, zu griech. rhópalon (ῥόπαλον) ‘Keule, Knüttel’. Liegt letztlich eine Übersetzung von nlat. baculum ‘Kehrreim’ (lat. ‘Stock, Stab’) zugrunde?