lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Knaus

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
5 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
4
Verweise raus
2

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Knaus

Bd. 11, Sp. 168
Knaus, Ludwig, Maler, geb. 5. Okt. 1829 in Wiesbaden, machte seine Studien 1845–52 in Düsseldorf bei Karl Sohn und Schadow, folgte aber nicht ihrer Richtung, sondern widmete sich frühzeitig der Schilderung des Volkslebens, weshalb schon seine ersten Bilder: der Bauerntanz (1850), die Spieler (1851, in der städtischen Galerie zu Düsseldorf, eine Wiederholung im Museum zu Leipzig), der Bienenvater (1851), Alter schützt vor Torheit nicht (1851), der Taschendieb auf dem Jahrmarkt (1851), das Leichenbegängnis im Walde, dem ein Verbrecher begegnet (1852), die Gräfin Helfenstein bittet um Schonung ihres Gatten (1852), großen Beifall fanden, wenngleich die Färbung nach der damaligen Düsseldorfer Manier etwas dunkel und schwer ist. 1852 ging er nach Paris, wo er, nur unterbrochen durch einen einjährigen Aufenthalt in Italien (1857–58), bis 1860 tätig war. Hier schuf er die Hauptbilder seiner ersten Periode: die goldene Hochzeit (1858), die Taufe (1859), den Auszug zum Tanz. Ein kleines Genrebild, die Promenade (1855), wurde für das Luxembourg-Museum angekauft. Nachdem er sich ein Jahr in seiner Vaterstadt aufgehalten, siedelte er 1861 nach Berlin über, wo er bis 1866 blieb. Dieser Zeit gehören die Bilder: kartenspielende Schusterjungen (1861), die Damenbrettspieler (1862), die Wochenstube, der Taschenspieler, die Passeirer Raufer vor dem Pfarrer (1864), die Brautschau (1864, im Museum zu Wiesbaden), Durchlaucht auf Reisen (1867) und der Leiermann an. Von 1866–74 lebte er in Düsseldorf, und in diese Periode fallen die Bilder, die seinen Ruf als Genremaler am sichersten begründet haben: das Kinderfest (Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen, 1869, Berliner Nationalgalerie), das Leichenbegängnis in einem hessischen Dorf (1871), das Gänsemädchen (1872), in tausend Ängsten (1872), die Geschwister (1872), die Beratung Hauensteiner Bauern (1873), der Dorfprinz (1874). In diesen Gemälden spricht sich eine wahre, naive Empfindung, ein seiner Humor und eine große Mannigfaltigkeit der Charakteristik aus, die durch ein kräftiges, natürliches Kolorit und eine scharfe, geistvolle Zeichnung unterstützt werden. 1874 wurde K. zur Leitung eines Meisterateliers an die Kunstakademie nach Berlin berufen. Seine schöpferische Tätigkeit litt unter dem Lehramt, daß er bis 1883 versah, nicht. Auch entwickelte sich seine koloristische Virtuosität, namentlich unter dem Studium der Holländer, noch reicher. Doch verloren seine Bilder an Naivität und Unmittelbarkeit der Empfindung, und die Reflexion und das Streben nach witzigen Pointen trat mehr in den Vordergrund. Die bedeutendsten seiner Genrebilder aus der Berliner Zeit sind: die heilige Familie (1876, eine genreartig behandelte Ruhe auf der Flucht), die Wirtshausszene Auf schlechten Wegen (1876), das widerspenstige Modell (1877), Salomonische Weisheit (1878), hinter den Kulissen (1880, Dresdener Galerie), die Bacchantin, das gehetzte Wild, ein Försterheim (1886), der Kolporteur, der Sozialdemokrat, ein genügsamer Weltbürger (in der Kunsthalle zu Düsseldorf), ein Zweikampf (1892), Schulgeheimnisse (1892), rheinischer Mummenschanz (1893), Sommerabend in der Judengasse zu Frankfurt a. M. (1896), Birschgang und ein Gebirgsjäger (1899). K. hat auch männliche und weibliche Porträte in genrehafter Auffassung, aber mit feinster, geistreicher Charakteristik gemalt, unter denen das des Geheimrats Ravené (1857) und die von Helmholtz und Mommsen (1881) in der Berliner Nationalgalerie hervorzuheben sind, sowie einen Zyklus von Zimmerdekorationen im Watteauschen Stil und eine große Zahl von Bleistiftzeichnungen und Aquarellen ausgeführt. Eine besondere Gruppe bilden seine anmutigen Idyllen mit weiblichen und Kinderfiguren in antikisierender Tracht (Caritas, Kinderreigen, Frühlingsidylle [im Museum zu Wiesbaden], trunkener Silen). Die echt deutsche Richtung seiner Kunstanschauung gipfelt in der Schilderung des Kinderlebens, das er mit köstlichem Humor darzustellen weiß, und in der tiefen Wahrheit, mit der er das Empfindungsleben der Bauern veranschaulicht. Seine Bilder haben durch Stich und Photographie eine große Popularität erlangt. Er ist Professor, Mitglied der Akademie, Ritter des Ordens pour le mérite und seit 1861 im Besitz der großen Medaille der Berliner Kunstausstellung. Vgl. Pietsch, Knaus (in Knackfuß' »Künstler-Monographien«, Bielef. 1896) und als Separatheft der Zeitschrift »Die Kunst unsrer Zeit« (Münch. 1902).
4419 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    knausm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    knaus , m. ein alem. wort, das weitere s. unter knaust . 1 1) schwäb. knopfichter ansatz am brotlaibe, da wo er angeschn…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Knaus

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Knaus , Ludwig , Maler, geb. 5. Okt. 1829 in Wiesbaden, machte seine Studien 1845–52 in Düsseldorf bei Karl Sohn und Sch…

  3. modern
    Dialekt
    Knaus

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Knaus -ūəs, Pl. -zən, Demin. -ȳəsχən m.: Schmierfink.

Verweisungsnetz

11 Knoten, 6 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 6 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knaus

73 Bildungen · 71 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

knaus‑ als Erstglied (30 von 71)

Knaus(en)

SHW

Knaus(en) Band 3, Spalte 1479-1480

knauseln

SHW

knaus-eln Band 3, Spalte 1479-1480

Knausbacken

PfWB

knaus·backen

Knaus-backen Pl. : ' Wangen mit knotigen Auswüchsen ', Knausbacke [ZW-Stamb]. — Zum ersten Wortteil vgl. Knausen 1c α .

Knausbir(eⁿ)

Idiotikon

Knausbir(eⁿ) Band 4, Spalte 1490 Knausbir(eⁿ) 4,1490

Knauschel

PfWB

Knauschel m. : ' Mensch, der wenig ißt ', Knauschel [ KB-Harxh ]. — Rückbildung aus knauscheln 2a. — Südhess. III 1480 Knauschelpeter.

Knauscheler

PfWB

Knauscheler m. : ' langsamer Arbeiter ', Knauⁿschleʳ [ Kühn Hamet 118]. — Zu knauscheln 3. — Lothr. 300 Knuscheler; Els. I 510 Knaütschi.

Knauschelmauschel

PfWB

knauschel·mauschel

Knauschel-mauschel Gen.? : ' Gericht aus miteinander gekochtem Weißkraut und Kartoffeln, mit einer Mehlschwitze zubereitet ', Knauschelmausc…

knauscheln

PfWB

knauscheln , knauseln schw. : 1. a. 'durch die Nase sprechen', knauⁿschele (gnauⁿšələ) [ Kühn Hamet 118], knauschele [vereinzelt Gal], knaus…

Knauscht

RhWB

Knauscht = Schmutz s. Knaust II.

knausdick

RhWB

knaus·dick

knaus-dick -ūstəndik  Barm , Elbf , Mörs Adv.: in Wend.: He het et kn. henger (achter) den Uahren (setten); den hät kn. den Dreck op sech…

Knausel

RhWB

Knausel, Knäusel vereinzelt -əl, Pl. -ələ m.: 1. sachl. a. -ǫ·u.z- ein Haufen verworrener Fäden Daun-OBetting ; -ø·y.- Wippf-Lindlar . — b. …

knauselig

PfWB

knauselig , knäuselig Adj. : ' genau, pedantisch ', knauselich [ KU-A'glan ], knaiselich [ PS-Windsbg ]. Syn. s. tüpfelig I1a. Südhess. III …

knauseln I

RhWB

knauseln I = geizig sein s. bei knausen II.

knauseln II

RhWB

knauseln II -ǫus- Birkf-Gimbw , Saarbr-Gersw Krughütte ; -ǫuz- Trier-Heidenbg , Neuw-Rodenb Datzeroth (u. -ęi- ), Altk-Hellert ( Herdrf -y-…

knausen

MeckWB

knausen 1. drücken, auch mit den Füßen, zertreten: knaus' mi man nich de Been breet Wi. 2. mit vollgestopftem Mund hörbar essen wie gnausen:…

knausen I

RhWB

knausen I = knuffen s. bei Knause.

knausen II

RhWB

knausen II nur vereinzelt -ǫuz-, –·u.-, –o·u.- Merz-Saarhölzb , May-NMendig , Aden-Kempenich , Sol-Burschd , Düss-Erkr , Geld-Schravelen ; …

knausen III

RhWB

knausen III -ūəz- ein oberg. Wort in Waldbr , Gummb , Wippf schw.: schmieren; do knuəst der jet zesamen; etwas liederlich in einen Behälter …

knauser

DWB

knauser , m. knicker, geizhals der im kleinen überall zu ersparen, abzuzwacken strebt. 1 1) belege: dasz er saht ( seht ) dos ich kee knause…

knauserei

DWB

knaus·e·rei

knauserei , f. knauseriges thun und wesen: der karge geiz, welcher, wenn er schimpflich ist, knickerei oder knauserei genannt wird. Kant 5, …

Ableitungen von knaus (2 von 2)

Knause

RhWB

Knause, Knausen das Wort ist allg. verbr. (mit Ausn. des grössten Teils des LRip u. SNfrk) als -ǫusə(n) Sg. u. Pl. m. in Bernk-Schönbg Thalf…

verknausen

RhWB

ver-knausen: 1. etwas v. a. verzehren; de kann der awer jet v. viel verzehren -ǫ·u.- Koch-Laub , Monsch-Mulartzhütte , Wippf-Ohl , Waldbr-Ho…