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knauf

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knauf m.

Bd. 11, Sp. 1366
knauf, m. gleich knopf, mhd. knouf, ahd. nicht belegt. dem knauf entspricht nl. knoop, nd. knôp brem. wb. 2, 828, Fromm. 2, 542, Danneil 110b, Stürenburg 116b, westf. knaup, gött. knâp Schamb. 105b, mnd. knôp Dief. 382b; s. weiter knopf. Nebenformen sind knouft Dief. 382a, wie saft aus mhd. saf, vergl. kisse 3 (noch heute Knauft als name, vgl. knäufel 2), ferner knaupf voc. inc. teut. (durch einflusz von knopf), und eine form mit merkwürdigem umlaut knäuf (knêf) schles. Weinhold 44b, die schon im 15. jh. erscheint in kneuf conus Dief. 149b, kneyf nodus 382a, vgl.knäufloch; das knof ebenda und knoffel, beide aus mitteld., rhein. quellen, wie im Kulm. recht 4, 51 knofil (unter frauengerade zwischen heften und vürspan genannt), meinen wol knôf, knôfel (s. knovelen unter knäufeln), doch kann auch knopf landsch. in der form knoff erscheinen. Das wort ist fast auszer gebrauch geraten, Maaler, Rädlein nennen es gar nicht, Stieler nur nebenbei, Steinbach nur vom kopf der stecknadel, Frisch nur vom säulenknauf; es scheint aber von haus aus als reine nebenform zu knopf gegolten zu haben. im nd. nl. hat umgekehrt knoop über knop das übergewicht erhalten. 11) nodus, knauf. Dief. 382a, knaupf voc. inc. teut. n 3b. 1@aa) wie knopf und knoten urspr. gleichbed. sind, so hiesz auch der geknüpfte knoten urspr. knopf und knauf, wie noch nl. knoop, nd. nrh. knôp; das ist wol internodium, knauf Dief. 304c. 1@bb) auch der jetzige kleiderknopf heiszt noch in südlichen mundarten so (doch gewöhnlich dem. knäufel, s. d., vgl. knaufmacher); clavus, ein knauf, ligneus, ereus, argenteus etc. Trochus Leipz. 1517 M 3b im cap. von kleidern (vgl. unter knäufchen); die alte leut mit namen (nämlich) trugen lange und weite kleider und hatten nit knauf, sondern (blosz) an den armen hatten sie vier oder fünf knäuf. Limb. chron. 22 (16. 18), so noch nrh. knouf knopf Aachener mundart 117 (bei Neusz aber knôp, daher knœphose kamasche); hieng vil güldener kneuf und schellen an in (den hohenpriester) herumb, der stimm mit hellen klang klinget, gieng er aus und ein. H. Sachs 5, 161d; Marot liesze sich ein kleid machen allenthalben voller knäufe, als auf dem elenbogen, vor den knien, am hintergeseze. Leyermatz 137; wiese ihnen vor und hinten die knauf. das. Schottel 1115b führt ein sprichwort an den knauf auf dem beutel haben (wie jetzt die hand auf dem b. halten), oben 1, 1751 steht es mit knopf. nd. noch knôp knopf Dähnert 244a u. a. 1@cc) merkwürdig im mhd. entknoufen des houbites, decapitare Jeroschin 98d, s. dazu knopf 1; eine hs. hat entknuffen, wol von knuff für knopf. noch nd. knôp kopf, z. b. enen wat up den knôp geven Dähnert 244a, knöæpken kopf Schamb. 107a. 22) knauf auf dem flachs, adula, leinhaupt, poll (bolle) voc. th. 1482 r 1a, knaupf voc. inc. teut., adula ist caput lini, sonst knopf, knote von dem flachs Dief. 14b. 33) knauf an waffenstücken u. ä. 3@aa) schwertknauf, knopf am griff, swertknauf Dief. 99a für capulus (also den ganzen griff?): rhümest mit der schneiden zu hauen, so es dir nicht dazu kömpt, das du die scheide oder knauf anrürest. Luther 1, 382a; schon musz der graf sich lehnen auf seines schwertes knauf. Uhland ged. 433; der güldene knauf des schwertes. Scheffel Ekkehard 185. 3@bb) ähnlich in Bürgers Homerübersetzung: hieraus hatte der hornbereiter den bogen verfertigt, überall wol geblänkt und mit goldenem knaufe beschlagen. 213b, Il. 4, 111; hell im herdrohn funkelt der helm mit seinen vier knäufen. 238b, Il. 22, 314. 3@cc) knopf auf der fahne: es blinkt der fähnlein goldner knauf. Soltau 2, 489 (v. j. 1815). 44) in der baukunst, schon mhd., wie knopf. 4@aa) pinnaculum, knauf. Dief. 435c, wol thurmknopf; conus, knauf off dem hus. 149b; capitellum, knauf uf einem gebuw. 97b, knaupf auf einem zimer (gebäude). voc. inc. teut. n 3b: do machten di elstern ein ander nest uf den knouf des tormes. K. Stolle Erfurter chron. s. 186. 4@bb) knauf, kopf der säule, auch knopf, capitellum, wobei der begriff des runden, knopfartigen auch das ursprüngliche, aber dann verwischt ist. so u. ä. oft in der bibel, z. b.: du solt auch einen leuchter .. machen, daran sol der schaft mit röhren, schalen, kneufen und blumen sein. 2 Mos. 25, 31 ff., in der nd. übers. wie immer knöpe (pl. von knôp, nicht knop), in der schweiz. übers. knöpfe; und machet zwo eherne seulen .. und machet zween kneuf von erz gegossen, oben auf die seulen zusetzen, und ein iglicher knauf war fünf ellen hoch. 1n. 7, 15. 16; keuliche (runde) kneufe auf den seulen. 7, 41. knauf für capitell hat sich erhalten, obwol auch mehr alterthümelnd, das fremde wort hat den vorzug: zwo giganteske marmorsäulen mit ehernen knäufen und füszen trugen ein dorisches gebälke. Musäus volksm. 55; der säulen knauf. Rückert 149. 55) an mancherlei ähnlichen werkstücken. der knauf an einer nadel (stecknadel), capitulum. Steinbach 1, 882, s.knäufelnadel. an einem zirkel: hatte mein vater seine hand auf dem knaufe des zirkels (ohne citat). auf einem kelchdeckel: ein goldnes geschirr ... versehen mit henkel und deckel und knauf. Bürger 35a. in der geschützkunst die wie eine kugel gebildete traube an den steinstücken, um sie besser regieren zu können. Adelung. sattelknauf (Uhland). knauf am schiffe, zierat am hintertheil: Hektor, nachdem er das schiff anrühret, liesz es durchaus nicht, fest den knauf in den händen gefaszt. Voss Il. 15, 717. 66) von einem zusammengebundenen haarschopf, wenigstens nannte Winkelmann den griech. κόρυμβος so: ihre haare sind .. hinterwärts über den nacken nach art der jungfrauen auf dem wirbel in einen knauf gebunden. 4, 118; sind die haare .. um sich selbst in einen knauf, und zwar am hindertheile des hauptes, vermittelst einer nestnadel, herumgewickelt. 5, 50; das haar der griechischen und römischen mägdchen war oben auf dem kopf in einen knauf zusammengebunden. Sturz 2, 180. noch heute in der kunstsprache, es wird aber aus dem leben entnommen sein; vgl. knopf (10 a. e.) ebenso, es ist eigentlich eine anwendung der bed. knoten (1, a). 77) bildlich, das oberste, die spitze: da ich mich .. so mit dem kopfe aufs pult (der kanzel, beim singen des kanzelliedes) hinlegte und niederkrempte, dasz .. von mir auch nichts zu sehen war als mein knauf, die perücke. J. Paul Qu. Fixl. 1796 s. 358 (lit. nachl. 4, 84).
6382 Zeichen · 191 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knauf

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Knauf , des -es, plur. die Knäufe, ein Oberdeutsches, im Hochdeutschen größten Theils veraltetes Wort, welches einen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knauf

    Goethe-Wörterbuch

    Knauf für Säulenende, Kapitell; einmal mBez auf den Salomonischen Tempel (nach 1.Kö 7,21) [ Phorkyas über die Faust-Burg…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Knauf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Knauf , dasselbe was Capitäl.

  4. modern
    Dialekt
    Knauf

    Südhessisches Wörterbuch

    Knauf Band 3, Spalte 1477-1478

  5. Sprichwörter
    Knauf

    Wander (Sprichwörter)

    Knauf Knauf , s. Knopf. 1. 'Ne Knauf, dä sich 'ne Mann sülvs ân de Botz (Hosen) niht, dâ geit esu lêch nit mî av. ( Köln…

  6. Spezial
    Knauf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Knauf m. (-[e]s, Knäufe) 1 (Kugelgriff, Knopf) pom (poms) m. 2 (Knopfgriff) p om (poms) m. , mantia a pom f. ▬ der Knauf…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knauf

38 Bildungen · 37 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

knauf‑ als Erstglied (30 von 37)

Knaufband

RhWB

knauf·band

Knauf-band -pbaŋk Erk-Keyenbg n.: Strohseil, das in der Mitte aus zwei Teilen zusammengeknüpft ist.

Knaufbohnen

RhWB

knauf·bohnen

Knauf-bohnen -øpkəsbū·ə.nə Kemp-Amern SAnton Pl. t.: grüne B., in 2 cm lange Stücke gebrochen für die K.buəhnezupp.

Knaufbuckse

RhWB

knauf·buckse

Knauf-buckse -ōpənboks Rees-Milling ; -pb. Kref f.: Klapphose der Jungen.

knaufeln

DWB

knauf·eln

knaufeln , nagen u. ä.: der hund knaufelt an dem beine ( knochen ). Schmotther canzleimäsz. schreiber. Dresd. 1726. 2, 387 ; thüring. knaufe…

knaufen

DWB

knaufen , knäufen , verb. zu knauf, knopf. die vocc. des 15. jh. erklären nodare mit knaufen, kneufen (kneifen), nrh. kneupen, knôpen ( s. u…

Knaufgat

RhWB

knauf·gat

Knauf-gat -ōps- Kemp , Geld , Mörs , Klevld n.: -loch. RA.: Enen op de K.gater kike ihn ordentlich bemustern Kemp-UWeiden . De liətt (lässt)…

Knaufgras

RhWB

knauf·gras

Knauf-gras Heinsb-Dremmen Höngen Lümb n.: Quecke, triticum repens.

Knaufholz

RhWB

knauf·holz

Knauf-holz Daun-Tettschd n.: Querbalken über der Tenne, über dem die Balken u. Bretter des Tennenaufbaues liegen.

Knaufhose

RhWB

knauf·hose

Knauf-hose -ph·ə.s Neuss , Kref-Osterath , Geld-Hinsbeck , Mettm-OElsiepen; -øyp- Sol , Ess-Werden f.: Gamasche.

knaufig

PfWB

 knaufig Adj. : ' quälend ', knaufich [ Don-Werb ].

Knauf II

RhWB

Knauf II das Wort fehlt Rhfrk u. Mosfrk bis auf das WMosfrk in Saarbg , Trier , Wittl , Bernk , Bitb , Daun , Prüm -ā-, –ō-, Pl. -E-, –ē- [ …

Knaufjunge

RhWB

knauf·junge

Knauf-junge (s. S.) m.: 1. -ōp- –fabrikarbeiter Elbf . — 2. -ēf- Pl. Neckn. derer von Bitb-Speicher .

Knaufküppeler

RhWB

Knauf-küppeler -fkøpələr Prüm-Schlausenb m.: einer, der Händel macht wie ein kleiner Junge.

knaufloch

DWB

knauf·loch

knaufloch , n. internodium. Dief. 304 c , kneufloch lacuna 315 c , kneifloch lacinia 315 a . s. knäufelloch , knäufen .

knaufmacher

DWB

knauf·macher

knaufmacher , m. knopfmacher, als oberd. bei Campe, als verfertiger zinnerner knöpfe bei Brosenius technologie Lpz. 1806 2, 466 . vgl. knauf…

Knaufmächer

RhWB

Knauf-mächer -ōpəmEəkər MGladb ; -ōp- Gummb ; -øpkəsmEkər Barm m.: Knopfarbeiter, ein ausgestorbener Beruf; es wurden glatte Scheibchen aus …

knaufnadel

DWB

knauf·nadel

knaufnadel , f. gleich knäufelnadel, knopfnadel, stecknadel, musz man annehmen; ihm entspricht nnd. knœpnatel Dähnert 244 a , nl. knoopnadel…

Knaufpeter

RhWB

knauf·peter

Knauf-peter -pitər Aach-Merkst m.: scherzh. verächtl. Arbeiter der Knopffabrik.

Knaufschuhe

RhWB

knauf·schuhe

Knauf-schuhe (s. S.) Allg. [ -pər- Barm ] Pl.: Sch., die zugeknöpft werden.

knauf als Zweitglied (1 von 1)

stecknadelknauf

DWB

stecknadel·knauf

stecknadelknauf , m. , selten an stelle des folgenden: es ist keinen stecknadelknauf werth Wander 4, 791 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „knauf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knauf/dwb?formid=K08619
MLA
Cotta, Marcel. „knauf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knauf/dwb?formid=K08619. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knauf". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knauf/dwb?formid=K08619.
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