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knatschen

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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10 in 9 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

knatschen

Bd. 4, Sp. 868
knatschen das Wort ist allg. verbr. bis Kemp-Breyell Vorst SHubert SPeter, Geld-Hinsbeck, Kref-Linn Willich, Mörs-Camp Neuk Orsoy Friemersh, Ruhr (einschl.); die Vokalqualität wechselt zwischen -a-, –ę-, –ā-, –ā:-, -E- [im sndfrk. Trübuugsgeb. hier u. da -ǫ-, –-], je nach dem zu bezeichnenden Geräusche; im NLRip, Eup, SNfrk auch -dž-; Monsch -kš- schw.: 1. intrans. a. -a- u. -ę- am selben Orte [-ā:- Erk-Elmpt] nasse, angefaulte Gegenstände kn., lassen einen patschenden Ton vernehmen, wenn man sie anrührt oder drückt; wat dat (der fule Appel) knatsch, wammer drop dröck (patsch); die Sumpfstelle der Wiese knatsch, wenn man sie betritt, so dass die gelbe Brühe hervortritt; der Dreck knatsch enem onger de Föss; de Schohn kn. wenn Wasser in ihnen ist Eif, Rip. — b. -a- die Schuhe kn., knarren Altk-Wildenbg; -ę- Prüm-Watzerath; -ā- Köln-Stdt; vor Nässe Birkf; -ā-, et Rad, de Dür knatsch Bo-Stdt, Köln-Stdt. — c. -ę- laut knallen, knattern, z. B. von Schüssen Saarbr, Saarl; de Äste schloge of de Burm (Boden), dar et knätschte Siegld; et hät geknätscht (geklatscht), als of et Lächer (Löcher) gewe hät Neuw-Datzeroth; -a-, ech hauen dech, dat et su knatsch dervan! Sieg; wie der dem e paar gelatscht (gehauen) hat, do hat es awer geknatscht, dass mer gemännt (gemeint) hat, de Kopp gäht erunnerflieə Saarbr-Krughütte. — d. dat Ei es of de Burem (Boden) geknätscht gefallen Neuw-Heimb Weis. — 2. absol. u. trans. a. absol. α. -a-, –ę- (im selben Orte) in Nässe gehen, z. B. in nassen Strümpfen; durch Schmutz u. Wasserlachen waten, durch den Dreck (Matsch, Patsch) kn.; derdurchkn. Westerw, Eif, Rip, SNfrk [hier u. da -ǫ- Kemp-Stdt Hüls; -ę- Saarbr; -a- unnütz durch die Stube wandern Lennep-Radevormwald]. — β. -a-, –ę- verächtl. in weicher, breiiger, dickflüssiger Masse mit den Händen knetend arbeiten, in ihr herumrühren, –wühlen, matschen; de Sau knatscht em Dreck; unappetitlich, unsauber arbeiten in Küche u. Stube, beim Herrichten der Speisen, beim Spülen, Scheuern ebd.; -dž- unsauber arbeiten, von Kindern, im Sand oder mit Erde spielen Heinsb-Saeffelen. — γ. -a-, –ę- im Essen matschen, statt voranzuessen; sid er widder am kn.; em Essen herömkn. Rip, Allg. [-ā- Neuw, Barm]. — δ. -a-, –ę- mit widerlichem Geräusche essen, kauen, breiig, unanständig essen; schmatzen; von Schweinen, verächtl. von Menschen, bes. Obst kn.; kn. wie en Schwein (Ferken, Sau) Allg.; fui, dau knatschs grod wie die Wutzcher (Schweinchen), wenn de ess! Bernk-Neumag; knatsch net esu on ess örndlech! Rip; die Kenger (Kinder) kn. möt Eəten, dot me van en Dösch su (sollte) lopen Kemp-Born; met de Zänn kn. Zell-Briedel; diese Bed. ist allg. [-ā- Merz-Nunk, Trier-Hermeskeil Karthaus Mehring, Wittl-Hetzerath, Bernk-Stdt, Koch-Treis, May-Monreal, Kobl-Güls, Neuw (nicht kurköln.), Gummb, Wippf-Stdt, Monsch-Neuenhf; -ęə- May-Kottenh; -ē- Trier-Fell Mehring; -ǫ- Heinsb-Erpen]. — ε. -a- mit den Zähnen fletschen, knirschen; der Hund knatscht (met de Zähn) Saarbr-Dudw Quierschd, Saarbg, Trier, Koch-Kaisersesch, Sieg-Mond Fussh; -ę- Saarbr-Riegelsbg, Wittl Springiersb, Koch-Greimersbg, Sol-Hilgen. — ζ. -a- mit den Fingern knacken, schnalzen Ottw-Hirzw; -ę- Prüm-Weinsf, Siegld-Hilchenb. — η. -E- (überweit) langsam, breit gedehnt sprechen, durch die Nase sprechen, dummes Zeug schwatzen Bitb, Trier-Ld, Wittl, Kobl-Urmitz, May-Luxem, Aden-Engeln, Wend-Baumholder, Birkf-OTiefenb, -ē- Bernk-Neumag; -ā- Saarbr-Malstatt, Saarl-Berus, Trier-Stdt, Zell, Koch, Kobl, Goar, May, Neuw, Altk, Sol-Richr; -a- Kreuzn, Mülh Rh-BGladb; -a- dummes Zeug schwatzen (schreiben) Schleid-Hellenth, Eup; -ā- durch die Nase sprechen Rheinb-Meckenh, MülhRh-BGladb, uWupp, Jül-Broich; -ę- geschwätzig plaudern Trier-Filsch. — θ. -a- übele Nachrede führen Bitb-Dudeld; etwas wiederholen, um zu ärgern Saarbr; Vorwürfe machen, keifen Neuw-Datzeroth; -E- zanken Prüm-Mürlenb; -ā- Streit suchen durch allerhand Redereien Kemp-Vorst; -a- zwitschern, vom Spatz Koch-Bremm. — ι. -ā- unzufrieden (ohne sichtlichen Grund) weinen u. weinend etwas zu erlangen suchen, von Kindern, die ihren mürrischen Gefühlen andern zur Last (etwa auch aus Eigensinn oder schlechter Laune) Ausdruck verleihen; jammern, über allerlei klagen, mit mehr oder weniger Berechtigung; kränklich sprechen oder tun, nörgeln, von Erwachsenen, bes. Frauen u. Kranken, namentl. auch in der Hoffnung, bedauert zu werden oder etwas zu erhalten; dat Put (Kind) knatsch de ganze Dag; do küt et at widder geknatsch, angeknatsch; ech glöf, dat et Kengk Zängkche (Zähne) krit, et knatsch luter; die Frau knatsch sech jet zesamme, mer söll mene, se hätt de Hell op Erden; die hät et Kn. widder an sech (gepack); dat Kengk knatsch enem de Kopp voll; erömkn. kränkeln Rip, SNfrk bis Heinsb, Kemp, Kref, dann Elbf, Düss, Ess-Werden, Gummb-Hombg, Altk, Neuw, May, Kobl, Goar-Hirzenach, Saarl-Roden, Ottw-Neunk, Saarbr-Völkl; -ā:- Trier-Stdt, Bitb; -E- Bitb-Speicher, Prüm-Stadtkyll, May-Rieden, Sieg-Ägid (u. -ā-); -ē- Bernk (Mos); -ī- Wittl-Monzel; -ā- Saarbr-Völkl. RA.: De kann kn. wie ene Schlosshond Bo-Poppelsd. Et wor half geknatsch on h. gelach Aden-Liers. Dat Kn. wiərd meistens bezahlt der Jammernde erhält meist etwas Neuw-Dattenbg. — κ. -a- sich bei der Arbeit drücken, säumen, zögern Kreuzn-Oberhsn, Saarl-Schaffhsn, Koch-Moselkern, Kobl, May; -ā- Neuw; -ē- eine Sache gemütlich betreiben Trier-Hermeskeil. — b. trans. α. -a-, meist -ę- (im selben Orte) etwas mit den Händen oder einem Stampfer zerdrücken, zu Brei stampfen, bes. Kartoffeln; das Vieh-, bes. Schweinefutter wird geknätsch, klen gekn., durchenannergekn. Wend, Saar, Mos, Eif, Rip, Westerw, Siegld, OBerg, Eup, SNfrk; -ǫ- Saarbr; -ē- Merz, Bernk; -ā- Neuw (nicht kurköln.); -ā:- NErk, Kemp; en Essen zesammekn. unsauber herrichten Bitb-Wiersd; jet herenkn. unordentlich in einen Behälter pressen Bergh-Kirchherten; -ē- Trier-Reinsf. RA.: Ech kann genn Ferkesserie (Schweinerei) utstoəhn, sät de Frau, do knädschde se de Flege en et Flakrut (Fladenbelag) Heinsb. — β. -a-, –ę- etwas zerknittern (Tuch, Papier) Wittl-Cröv, Eusk-Dirmerzh, Köln-Frechen, Bergh-Blatzh, Jül, Heinsb. — γ. -a-, Gras, Getreide kn., niedertreten, meist nidder-, zer-, verkn. May-Kollig Kirchesch Saffig, Aden-Langenf, Rheinb-Wald, Wippf-Thier (däll kn.), MülhRh-Holweide, Jül, Grevbr, Neuss, MGladb, Geilk. — δ. -a- unreifes Obst kn., schmatzend essen; de Kenger kn. der ganze Dag (grön) Äppel May-Trimbs, Wittl-Ürzig, Rip, NBerg, SNfrk, Mörs; Zuckerzeug schmatzen Saarl-Roden. Wenn Kinder grön Äppel kn., sagt man: do sett der Düvel dren, do oəve kick (schaut) he möt de Ben herut (d. h. die verdorrten Blütenkronblätter) MGladb-Mülfort. — ε. -ę-, e Has kn. schiessen Saarbr; den Klicker des Gegners, einen kn., treffen Saarbr-Scheidt, Ottw-Hirzw; -ā- Ottw-Wiebelsk; -ę- den Klicker gegen eine Wand werfen, dass er zurückschnellt Saarl-Ensd, Merz-Honzr Stdt, Heinsb-Karken; -ętšəs Bernk-Maring; -ę-, ich hon em än geknätscht eine Ohrfeige gegeben Saarbr; e knätscht en zesamme schlägt ihn nieder Neuw-Datzerroth. — ζ. -ę-, de Ajelche kn. die Augen zusammenkneifen Koch-Laub. — η. -ā-, einen, etwas kn., betasten Waldbr-Wildbg; -ę- etwas zusammensparen, erwerben MülhRh-Overath. — Abl.: die Knatscherei (Knätscherei Gedränge MülhRh-Immenkeppel), dat Geknatsch (-ä-), der Knatscher (Rip zu -a- oft nur -ę-, –E-), die Knatschersch.
7486 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knatschenv., ntr, intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Knatschen , v. I) ntr . mit haben , denjenigen Laut von sich hören lassen, welchen das Wort nachahmet und welcher ents…

  2. modern
    Dialekt
    knatschentr. u. intr. v.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    knatsche n [knàtšə n fast allg.; gnatšə Sgd. Lix. ] tr. u. intr. v. 1. in den Händen herumdrücken, kneten: Teig k. — 2. …

  3. Sprichwörter
    Knatschen

    Wander (Sprichwörter)

    Knatschen A knatschte, doss mer de Hîre und de Sâhe vergink. ( Schles. ) – Frommann, III, 412, 469.

Verweisungsnetz

38 Knoten, 35 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knatschen

3 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von knatschen 2 Komponenten

knat+schen

knatschen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von knatschen (3 von 3)

beknatschen

RhWB

be-knatschen: 1. etwas (sich) b., beschmutzen Kreuzn . — 2. einen b., zu beeinflussen suchen Sieg-Fussh .

verknatschen

LothWB

ver-knatschen tr. v. Bo. D. Si. (-gnadsche Ri. Ha. Hom. ) zerknittern, zerquetschen. Das Partic. verknatscht, verknotscht bedeutet außerdem …

zerknatschen

RhWB

zer-knatschen: etwas z., zerquetschen, zerdrücken, zerbeissen, bes. Speisen; Gras udgl. niedertreten Allg. (nicht Rhfrk).

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APA
Cotta, M. (2026). „knatschen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knatschen/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „knatschen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knatschen/rhwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knatschen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knatschen/rhwb.
BibTeX
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