knatschen das Wort ist allg. verbr. bis Kemp-Breyell Vorst SHubert SPeter, Geld-Hinsbeck, Kref-Linn Willich, Mörs-Camp Neuk Orsoy Friemersh, Ruhr (einschl.); die Vokalqualität wechselt zwischen
-a-, –ę-, –ā-, –ā:-, -E- [im sndfrk. Trübuugsgeb. hier u. da
-ǫ-, –-], je nach dem zu bezeichnenden Geräusche; im NLRip, Eup, SNfrk auch
-dž-; Monsch
-kš- schw.: 1. intrans. a.
-a- u.
-ę- am selben Orte [
-ā:- Erk-Elmpt] nasse, angefaulte Gegenstände kn., lassen einen patschenden Ton vernehmen, wenn man sie anrührt oder drückt;
wat dat (der fule Appel) knatsch, wammer drop dröck (patsch); die Sumpfstelle der Wiese
knatsch, wenn man sie betritt, so dass die gelbe Brühe hervortritt;
der Dreck knatsch enem onger de Föss; de Schohn kn. wenn Wasser in ihnen ist Eif, Rip. — b.
-a- die Schuhe kn., knarren Altk-Wildenbg;
-ę- Prüm-Watzerath;
-ā- Köln-Stdt; vor Nässe Birkf;
-ā-, et Rad, de Dür knatsch Bo-Stdt, Köln-Stdt. — c.
-ę- laut knallen, knattern,
z. B. von Schüssen Saarbr, Saarl;
de Äste schloge of de Burm (Boden),
dar et knätschte Siegld;
et hät geknätscht (geklatscht),
als of et Lächer (Löcher)
gewe hät Neuw-Datzeroth;
-a-, ech hauen dech, dat et su knatsch dervan! Sieg;
wie der dem e paar gelatscht (gehauen)
hat, do hat es awer geknatscht, dass mer gemännt (gemeint)
hat, de Kopp gäht erunnerflieə Saarbr-Krughütte. —
d. dat Ei es of de Burem (Boden)
geknätscht gefallen Neuw-Heimb Weis. — 2. absol. u. trans. a. absol. α.
-a-, –ę- (im selben Orte) in Nässe gehen,
z. B. in nassen Strümpfen; durch Schmutz u. Wasserlachen waten,
durch den Dreck (Matsch, Patsch) kn.; derdurchkn. Westerw, Eif, Rip, SNfrk [hier u. da
-ǫ- Kemp-Stdt Hüls;
-ę- Saarbr;
-a- unnütz durch die Stube wandern Lennep-Radevormwald]. — β.
-a-, –ę- verächtl. in weicher, breiiger, dickflüssiger Masse mit den Händen knetend arbeiten, in ihr herumrühren, –wühlen, matschen;
de Sau knatscht em Dreck; unappetitlich, unsauber arbeiten in Küche u. Stube, beim Herrichten der Speisen, beim Spülen, Scheuern
ebd.;
-dž- unsauber arbeiten, von Kindern, im Sand oder mit Erde spielen Heinsb-Saeffelen. — γ.
-a-, –ę- im Essen matschen, statt voranzuessen;
sid er widder am kn.; em Essen herömkn. Rip, Allg. [
-ā- Neuw, Barm]. — δ.
-a-, –ę- mit widerlichem Geräusche essen, kauen, breiig, unanständig essen; schmatzen
; von Schweinen, verächtl. von Menschen, bes. Obst kn.;
kn. wie en Schwein (Ferken, Sau) Allg.;
fui, dau knatschs grod wie die Wutzcher (Schweinchen),
wenn de ess! Bernk-Neumag;
knatsch net esu on ess örndlech! Rip;
die Kenger (Kinder)
kn. möt Eəten, dot me van en Dösch su (sollte)
lopen Kemp-Born;
met de Zänn kn. Zell-Briedel; diese Bed. ist allg. [
-ā- Merz-Nunk, Trier-Hermeskeil Karthaus Mehring, Wittl-Hetzerath, Bernk-Stdt, Koch-Treis, May-Monreal, Kobl-Güls, Neuw (nicht kurköln.), Gummb, Wippf-Stdt, Monsch-Neuenhf;
-ęə- May-Kottenh;
-ē- Trier-Fell Mehring;
-ǫ- Heinsb-Erpen]. — ε.
-a- mit den Zähnen fletschen, knirschen;
der Hund knatscht (met de Zähn) Saarbr-Dudw Quierschd, Saarbg, Trier, Koch-Kaisersesch, Sieg-Mond Fussh;
-ę- Saarbr-Riegelsbg, Wittl Springiersb, Koch-Greimersbg, Sol-Hilgen. — ζ.
-a- mit den Fingern knacken, schnalzen Ottw-Hirzw;
-ę- Prüm-Weinsf, Siegld-Hilchenb. — η.
-E- (überweit) langsam, breit gedehnt sprechen, durch die Nase sprechen, dummes Zeug schwatzen Bitb, Trier-Ld, Wittl, Kobl-Urmitz, May-Luxem, Aden-Engeln, Wend-Baumholder, Birkf-OTiefenb,
-ē- Bernk-Neumag;
-ā- Saarbr-Malstatt, Saarl-Berus, Trier-Stdt, Zell, Koch, Kobl, Goar, May, Neuw, Altk, Sol-Richr;
-a- Kreuzn, Mülh Rh-BGladb;
-a- dummes Zeug schwatzen (schreiben) Schleid-Hellenth, Eup;
-ā- durch die Nase sprechen Rheinb-Meckenh, MülhRh-BGladb, uWupp, Jül-Broich;
-ę- geschwätzig plaudern Trier-Filsch. — θ.
-a- übele Nachrede führen Bitb-Dudeld; etwas wiederholen, um zu ärgern Saarbr; Vorwürfe machen, keifen Neuw-Datzeroth;
-E- zanken Prüm-Mürlenb;
-ā- Streit suchen durch allerhand Redereien Kemp-Vorst;
-a- zwitschern, vom Spatz Koch-Bremm. — ι.
-ā- unzufrieden (ohne sichtlichen Grund) weinen u. weinend etwas zu erlangen suchen, von Kindern, die ihren mürrischen Gefühlen andern zur Last (etwa auch aus Eigensinn oder schlechter Laune) Ausdruck verleihen; jammern, über allerlei klagen, mit mehr oder weniger Berechtigung; kränklich sprechen oder tun, nörgeln, von Erwachsenen, bes. Frauen u. Kranken, namentl. auch in der Hoffnung, bedauert zu werden oder etwas zu erhalten;
dat Put (Kind)
knatsch de ganze Dag; do küt et at widder geknatsch, — angeknatsch; ech glöf, dat et Kengk Zängkche (
Zähne)
krit, et knatsch luter; die Frau knatsch sech jet zesamme, mer söll mene, se hätt de Hell op Erden; die hät et Kn. widder an sech (gepack); dat Kengk knatsch enem de Kopp voll; erömkn. kränkeln Rip, SNfrk bis Heinsb, Kemp, Kref, dann Elbf, Düss, Ess-Werden, Gummb-Hombg, Altk, Neuw, May, Kobl, Goar-Hirzenach, Saarl-Roden, Ottw-Neunk, Saarbr-Völkl;
-ā:- Trier-Stdt, Bitb;
-E- Bitb-Speicher, Prüm-Stadtkyll, May-Rieden, Sieg-Ägid (u.
-ā-);
-ē- Bernk (Mos);
-ī- Wittl-Monzel;
-ā- Saarbr-Völkl. RA.:
De kann kn. wie ene Schlosshond Bo-Poppelsd.
Et wor half geknatsch on h. gelach Aden-Liers.
Dat Kn. wiərd meistens bezahlt der Jammernde erhält meist etwas Neuw-Dattenbg. — κ.
-a- sich bei der Arbeit drücken, säumen, zögern Kreuzn-Oberhsn, Saarl-Schaffhsn, Koch-Moselkern, Kobl, May;
-ā- Neuw;
-ē- eine Sache gemütlich betreiben Trier-Hermeskeil. — b. trans. α.
-a-, meist
-ę- (im selben Orte) etwas mit den Händen oder einem Stampfer zerdrücken, zu Brei stampfen, bes. Kartoffeln; das Vieh-, bes. Schweinefutter wird
geknätsch, — klen gekn., — durchenannergekn. Wend, Saar, Mos, Eif, Rip, Westerw, Siegld, OBerg, Eup, SNfrk;
-ǫ- Saarbr;
-ē- Merz, Bernk;
-ā- Neuw (nicht kurköln.);
-ā:- NErk, Kemp;
en Essen zesammekn. unsauber herrichten Bitb-Wiersd;
jet herenkn. unordentlich in einen Behälter pressen Bergh-Kirchherten;
-ē- Trier-Reinsf. RA.:
Ech kann genn Ferkesserie (Schweinerei)
utstoəhn, sät de Frau, do knädschde se de Flege en et Flakrut (Fladenbelag) Heinsb. — β.
-a-, –ę- etwas zerknittern (Tuch, Papier) Wittl-Cröv, Eusk-Dirmerzh, Köln-Frechen, Bergh-Blatzh, Jül, Heinsb. — γ.
-a-, Gras, Getreide kn., niedertreten, meist
nidder-, zer-, verkn. May-Kollig Kirchesch Saffig, Aden-Langenf, Rheinb-Wald, Wippf-Thier (
däll kn.), MülhRh-Holweide, Jül, Grevbr, Neuss, MGladb, Geilk. — δ.
-a- unreifes Obst kn., schmatzend essen;
de Kenger kn. der ganze Dag (grön) Äppel May-Trimbs, Wittl-Ürzig, Rip, NBerg, SNfrk, Mörs; Zuckerzeug schmatzen Saarl-Roden. Wenn Kinder
grön Äppel kn., sagt man:
do sett der Düvel dren, do oəve kick (schaut)
he möt de Ben herut (
d. h. die verdorrten Blütenkronblätter) MGladb-Mülfort. — ε.
-ę-, e Has kn. schiessen Saarbr; den Klicker des Gegners, einen kn., treffen Saarbr-Scheidt, Ottw-Hirzw;
-ā- Ottw-Wiebelsk;
-ę- den Klicker gegen eine Wand werfen, dass er zurückschnellt Saarl-Ensd, Merz-Honzr Stdt, Heinsb-Karken;
-ętšəs Bernk-Maring;
-ę-, ich hon em än geknätscht eine Ohrfeige gegeben Saarbr;
e knätscht en zesamme schlägt ihn nieder Neuw-Datzerroth. — ζ.
-ę-, de Ajelche kn. die Augen zusammenkneifen Koch-Laub. — η.
-ā-, einen, etwas kn., betasten Waldbr-Wildbg;
-ę- etwas zusammensparen, erwerben MülhRh-Overath. — Abl.:
die Knatscherei (
Knätscherei Gedränge MülhRh-Immenkeppel),
dat Geknatsch (
-ä-),
der Knatscher (Rip zu
-a- oft nur
-ę-, –E-),
die Knatschersch.