knappsack,
m. ranzen, schnappsack u. a., ein wort von nd. oder nl. ursprung, nd. im 16.
jh. bei Chytraeus
c. 40
mantica, ein renzel, sweideler, knapsack (
nicht in seiner hd. vorlage, bei Golius),
nl. bei Kilian knapsack, spiersack,
viatoria pera, mantica, besace. es erscheint aber auch hd. schon im 16.
jh., zuerst von wandernden krämern. 11)
von ihrem waarensacke: im Münzer sihet man die rechte eigenschaft (
eigenart) eines falschen lehrers. die kommen ungefordert getrolt ... und (
wenn) ein wenig ein trüb wölklein aufgehet, so binden sie auf (
packen ein) wie ein ander sonnekrämer und legen ihren knapsack anderswo wider ausz. Mathesius
Luther 1583 43
a; ein pfragner, sonnekremer oder scholderer und schott, der mit seim knapsack und gefelschter würz oder verpafelter wahr die leut besebelt.
Sarepta 157
a,
zum theil in rotwelscher sprache, wonach diese und die entsprechende gesellschaftliche stellung bei jenen krämern vorauszusetzen ist. so greift in folg. ein '
verdorbener krämer in Sachsen' (
dem nordöstl. Deutschland)
zuletzt zum knappsack: zuletzt der
knabsack in ernehrt, lief auf die kirweih, wie man pflegt. eins mals, da er het auszgelegt sein pfennwert, all sein hab und wahr
u. s. w. Waldis
Esop 4, 51, 4. 22)
aber auch vom krämer selbst, und zwar hd. so am ersten wie es scheint: circumforanei, circuitores, knapsecke. Trochus
Lpz. 1517 F 6
b; 'von sonnenkremern oder knapsecken'. es soll in unserm furstenthumb, landen und gepieten den sonnenkremer oder knapsecken nit gestadt werden zu hausieren und also das arm volk in stetten und dorfern mit allerlei undinstlicher und zu zeiten falscher war zu betriegen ... wurde aber iemants mit knapsecken .. umgeen und hausieren
u. s. w. landgrave Philipsen reformation und ordenung u. s. w. i. j. 1526. 4
a. B 2
b,
zugleich in der 1.
bed.; als were er (
gott) ein knapsack, der faule untüchtige wahr umbher trüge und uns anböte. Luther 5, 192
a; sie sind umbher gezogen wie die knapsecke, haben die leute an sich gelocket mit gürteln, täschen, messerlin.
tischr. 246
b; die lugenpreviligirte wortbeutelige landfarer ... zanprecher, knapsack und marktlötschen. Fischart
Garg. 1575 Z 2
b (
cap. 28),
in den ausg. 1594 191
b und 1617 354
Sch. wieder knabsack.
aber auch ohne üble nebenbedeutung, in derselben zeit: item drei knapseck lassen inkaufen ein sack mit pfeffer, wigt zu Nürnberg 204 lb. Adam Ryse
rechnung 1544 E 6
a (
zuerst 1525); item ein knapsack hat kauft 3 cent 89 pfund umb 16 fl. Joh. Albert
new rechenbüchlein 1541 D 6
b,
also kleiner krämer überhaupt. es müssen nach 1500
wandernde krämer vom nordosten her ins binnenland gekommen sein, die mit einer neuen bequemeren einrichtung, eben dem knappsack, sich den neuen namen beim volke verdienten. noch Dähnert 241
a gibt aus Pommern: '
in unsrer baurordnung heiszen knappsäkke
die ... tabulettenkrämer'. 33)
in der allgemeineren nd. nl. bed. erscheint es hd. erst im 17.
jh.: was hastu guts im knapsacke?
alam. techn. interim 335; eines bettlers knapsack. Olearius
pers. baumg. 4, 12; da ich weiter schritte, stiesz ich auch an einen knappsack, welcher gleich meinem kleid von kalbfellen gemacht war.
Simpl. 1, 171, 11
Kurz, es ist der proviantsack eines soldaten, nachher ranzen
genannt; mit dem knapsack in die weite welt gehen. Möser
phant. 4, 221.
von der bed. 2
wissen dagegen die wbb. damals nichts mehr: knappsack
bulga, pasceolus Stieler 1658,
bisacco Rädlein 549
a,
bei M. Kramer
v. 1719
als zehrsack auf der reise, bei Frisch im
gebrauch der reisenden und soldaten; das wort musz so im 17.
jh. neu eingeführt sein, vielleicht durch den groszen krieg. daher wol auch engl. knapsack
tornister beim militär, franz. canapsa
früher vom ranzen der fuszreisenden und soldaten. noch nl. knapzak
brotsack, bettelsack, nd. auch für '
schubsack'
überhaupt (
brem. wb. 2, 821),
daher ostfries. knappsackdôk
taschentuch, knappsackskärl
ein knirps, den man in die tasche stecken kann Stürenburg 115
a.
Der grund der benennung bleibt zu finden, das brem. wb. erklärt es aus nd. knapp,
harte trockene kost (
s.knappen I, 8,
c),
das passte aber höchstens für die bed. zehrsack. vergl. übrigens das gleichbed. schnappsack,
das wie eine umdeutung klingt, auch krapsack.