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knappsack

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knappsack m.

Bd. 11, Sp. 1350
knappsack, m. ranzen, schnappsack u. a., ein wort von nd. oder nl. ursprung, nd. im 16. jh. bei Chytraeus c. 40 mantica, ein renzel, sweideler, knapsack (nicht in seiner hd. vorlage, bei Golius), nl. bei Kilian knapsack, spiersack, viatoria pera, mantica, besace. es erscheint aber auch hd. schon im 16. jh., zuerst von wandernden krämern. 11) von ihrem waarensacke: im Münzer sihet man die rechte eigenschaft (eigenart) eines falschen lehrers. die kommen ungefordert getrolt ... und (wenn) ein wenig ein trüb wölklein aufgehet, so binden sie auf (packen ein) wie ein ander sonnekrämer und legen ihren knapsack anderswo wider ausz. Mathesius Luther 1583 43a; ein pfragner, sonnekremer oder scholderer und schott, der mit seim knapsack und gefelschter würz oder verpafelter wahr die leut besebelt. Sarepta 157a, zum theil in rotwelscher sprache, wonach diese und die entsprechende gesellschaftliche stellung bei jenen krämern vorauszusetzen ist. so greift in folg. ein 'verdorbener krämer in Sachsen' (dem nordöstl. Deutschland) zuletzt zum knappsack: zuletzt der knabsack in ernehrt, lief auf die kirweih, wie man pflegt. eins mals, da er het auszgelegt sein pfennwert, all sein hab und wahr u. s. w. Waldis Esop 4, 51, 4. 22) aber auch vom krämer selbst, und zwar hd. so am ersten wie es scheint: circumforanei, circuitores, knapsecke. Trochus Lpz. 1517 F 6b; 'von sonnenkremern oder knapsecken'. es soll in unserm furstenthumb, landen und gepieten den sonnenkremer oder knapsecken nit gestadt werden zu hausieren und also das arm volk in stetten und dorfern mit allerlei undinstlicher und zu zeiten falscher war zu betriegen ... wurde aber iemants mit knapsecken .. umgeen und hausieren u. s. w. landgrave Philipsen reformation und ordenung u. s. w. i. j. 1526. 4a. B 2b, zugleich in der 1. bed.; als were er (gott) ein knapsack, der faule untüchtige wahr umbher trüge und uns anböte. Luther 5, 192a; sie sind umbher gezogen wie die knapsecke, haben die leute an sich gelocket mit gürteln, täschen, messerlin. tischr. 246b; die lugenpreviligirte wortbeutelige landfarer ... zanprecher, knapsack und marktlötschen. Fischart Garg. 1575 Z 2b (cap. 28), in den ausg. 1594 191b und 1617 354 Sch. wieder knabsack. aber auch ohne üble nebenbedeutung, in derselben zeit: item drei knapseck lassen inkaufen ein sack mit pfeffer, wigt zu Nürnberg 204 lb. Adam Ryse rechnung 1544 E 6a (zuerst 1525); item ein knapsack hat kauft 3 cent 89 pfund umb 16 fl. Joh. Albert new rechenbüchlein 1541 D 6b, also kleiner krämer überhaupt. es müssen nach 1500 wandernde krämer vom nordosten her ins binnenland gekommen sein, die mit einer neuen bequemeren einrichtung, eben dem knappsack, sich den neuen namen beim volke verdienten. noch Dähnert 241a gibt aus Pommern: 'in unsrer baurordnung heiszen knappsäkke die ... tabulettenkrämer'. 33) in der allgemeineren nd. nl. bed. erscheint es hd. erst im 17. jh.: was hastu guts im knapsacke? alam. techn. interim 335; eines bettlers knapsack. Olearius pers. baumg. 4, 12; da ich weiter schritte, stiesz ich auch an einen knappsack, welcher gleich meinem kleid von kalbfellen gemacht war. Simpl. 1, 171, 11 Kurz, es ist der proviantsack eines soldaten, nachher ranzen genannt; mit dem knapsack in die weite welt gehen. Möser phant. 4, 221. von der bed. 2 wissen dagegen die wbb. damals nichts mehr: knappsack bulga, pasceolus Stieler 1658, bisacco Rädlein 549a, bei M. Kramer v. 1719 als zehrsack auf der reise, bei Frisch im gebrauch der reisenden und soldaten; das wort musz so im 17. jh. neu eingeführt sein, vielleicht durch den groszen krieg. daher wol auch engl. knapsack tornister beim militär, franz. canapsa früher vom ranzen der fuszreisenden und soldaten. noch nl. knapzak brotsack, bettelsack, nd. auch für 'schubsack' überhaupt (brem. wb. 2, 821), daher ostfries. knappsackdôk taschentuch, knappsackskärl ein knirps, den man in die tasche stecken kann Stürenburg 115a. Der grund der benennung bleibt zu finden, das brem. wb. erklärt es aus nd. knapp, harte trockene kost (s.knappen I, 8, c), das passte aber höchstens für die bed. zehrsack. vergl. übrigens das gleichbed. schnappsack, das wie eine umdeutung klingt, auch krapsack.
4225 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knappsack

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Knappsack , des -es, plur. die -säcke, vornehmlich im Niedersächsischen, ein Sack, und in weiterer Bedeutung ein jed…

  2. modern
    Dialekt
    Knappsackm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Knappsack m. Knappsack, Reise-, Zehrbeutel; zu ndl. knappen essen: mantica 'ein Renzel, Sweydeler, knapsack' Chytr. 263;…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knappsack

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Zerlegung von knappsack 2 Komponenten

knapp+sack

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knappsack‑ als Erstglied (2 von 2)

knappsackfeger

DWB

knappsack·feger

knappsackfeger , m. : vornemblich aber saget die fabel von den alten knapsackfegern, nebelkäplern, ehebrechern und hurern. Kirchhof wendunm.…