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kluftîg

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

kluftîg

kluftAWB f. i-St., in Gl. seit Anfang des
9. Jh.s: ‚kleine Zange, Feuerzange, Docht-
schere; emunctorium, forceps, forcipula,
forfex, vatilla, cloisch (lingua ignota, Hil-
deg.)‘
(mhd. kluft ‚Spalte, Felsenhöhle,
Gruft, gespaltenes Holzstück, Zange‘
, nhd.
Kluft ‚Schlucht, Felsspalte, Gletscherspalte‘,
übertragen ‚unüberbrückbarer Gegensatz‘;
mndd. kluft ‚Spalte, Riss, Feuerzange, Un-
terabteilung eines Gemeinwesens‘
; mndl.
clucht, cluft, cloft ‚Abteilung der Bürger-
schaft, Generation‘
; afries. kleft f., klefte n.
‚Teil eines Gerichtsbezirks‘: < westgerm.
*klufti-). S. klioban. – kluftaAWB f. ōn-St., Gl.
623 kluf ? – kluftS624
3,121,48 (Ende des 12. Jh.s). 374,54 (12./
13. Jh.); 4,254,30 (3. Viertel des 12. Jh.s)
und Gl. in Erlangen, Ms. 396 (Ende des
13. Jh.s): ‚kleine Zange, Dochtschere, Feu-
erzange; emunctorium, forcipula, forpex
. S.
kluft. – kluftîgAWB adj., Gl. 3,300,35 (SH, Ende
des 12. Jh.s): ‚gespalten; fissilis (mhd.
kluftic, nhd. kluftig, klüftig; in and. Bed.
mndd. klüftich ‚gut zu spalten, brauchbar,
gewandt‘
; mndl. cluchtich, cluftich ‚ge-
wandt, vernünftig‘
). Desubst. Ableitung mit
dem Fortsetzer des Suffixes urgerm. *-ia-.
S. kluft, -îg. – kluftzangaAWB f. ō(n)-St., Gl.
3,629,45 (1. Viertel des 12. Jh.s, alem.):
‚Zange; forceps (mhd., ält. nhd. kluftzange;
mndd. kluftange). Explikativkomp. S. kluft,
zanga. – klunga*AWB f. ōn-St., Gl. 3,375,63
(12./13. Jh.): ‚Knäuel; glomus (ält. nhd.
klunge, nhd. mdartl. rhein. klunge ‚Quaste‘
[Müller, Rhein. Wb. 4, 806], nassau. ‚Knäu-
el‘
[Kehrein, Volksspr. u. Wb. von Nassau
Nachtr. 29], siebenbürg.-sächs. ‚Heuhau-
fen‘
[Schullerus, Siebenbürg.-sächs. Wb.
5, 200 f.], preuß. ‚Strandgarn‘ [Riemann,
Preuß. Wb. 3, 360]; vgl. schweiz. chlungen
m. ‚Garnknäuel‘ [Schweiz. Id. 3, 658 f.],
vorarlb. klungen m. ‚dss.‘ [Jutz, Vorarlberg.
Wb. 2, 95 f.]; aisl. klungr m./n. ‚Dornbusch,
Hundsrose‘
). S. klingan2. – klungilînAWB n. a-St.,
Gl. 3,240,7 (Ende des 12. Jh.s). 8 (12. Jh.).
399,14 (in 2 Hss., 1180/1190 und Anfang
des 13. Jh.s) und Gl. in Erlangen, Ms. 396
(Ende des 13. Jh.s): ‚kleines Knäuel; glaniz
[lingua ignota, Hildeg.], globellum, glo-
bulus
(mhd. klungelîn, nhd. mdartl. schweiz.
chlungel m., chlungel[e]n f. ‚[Garn-]Knäuel‘
[Schweiz. Id. 3, 658 f.; Stalder, Versuch eines
schweiz. Id. 2, 111], els. klungel, klunkel
‚Knäuel, kleine, dicke Frau‘ [Martin-Lien-
hart, Wb. d. els. Mdaa. 1, 493], bad. klungel
f., klüngel m. [Ochs, Bad. Wb. 3, 173], bair.
klungel n. [Schmeller, Bayer. Wb.2 1, 1335],
lothr. entrundet klingel n. [Follmann, Wb. d.
dt.-lothr. Mdaa. 294], rhein. klungel, klüngel
[Müller, Rhein. Wb. 4, 806–808], pfälz. klün-
gel, klungeln f., selten m. ‚[Woll-]Knäuel‘
[Christmann, Pfälz. Wb. 4, 323], nassau.
klungel ‚Quaste‘ [Kehrein, Volksspr. u. Wb.
von Nassau 230], hess. klungel ‚Blüten-
dolde‘
, klüngel n./m. ‚Knäuel‘ [Maurer-
Mulch, Südhess. Wb. 3, 1447; Crecelius,
Oberhess. Wb. 508], aus der pfälz. Sied-
S625klûsa – klûsâra ? 626
lersprache märk. klungel ‚Knäuel‘, übertr.
‚Vetternwirtschaft‘ [Bretschneider, Bran-
denb.-berlin. Wb. 2, 1035], ndsächs. klüngel
‚Garnknäuel‘ [Jungandreas, Ndsächs. Wb. 7,
444], lüneb. klüng’l m. ‚Gestell in der Räu-
cherkammer, an dem die Würste hängen‘
,
eigtl. ‚Gerät, an dem etw. dicht wie ein
Knäuel hängt‘
[Kück, Lüneb. Wb. 2, 150],
nhd. Klüngel nur in der übertragenen Bed.
‚gesellschaftlicher Filz, Vetternwirtschaft‘).
Diminutivbildung mit dem Suffixkonglo-
merat -ilîn (s. d.). S. klunga*. – Ahd. Wb. 5,
265 f.
; Splett, Ahd. Wb. 1, 466. 467. 1172;
Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 668; Schützeichel7
178; Starck-Wells 337; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 5, 264 f.
3758 Zeichen · 215 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kluftîgadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kluftîg adj. , mhd. kluftic, nhd. kluftig; mnd. klüftich ( in anderer Bed. ), mnl. cluchtich, cluftich. — Graff IV,547. …

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Ableitung von kluftig

kluft + -ig

kluftig leitet sich vom Lemma kluft ab mit Suffix -ig.

Keine Komposita gefunden — kluftig kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „kluftig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kluftig/ewa
MLA
Cotta, Marcel. „kluftig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kluftig/ewa. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kluftig". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kluftig/ewa.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kluftig"},
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