Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kleinen swV.
2 ‘klein machen, verringern’ , auch subst.
3 ‘fein, zierlich, handwerklich geschickt herstellen’
1 ‘klein werden’ iuwer leit beginnet grôzen, / und iuwer fröude kleinen Georg 851; dîn schulde ist, daz ir hulde gegen mir kleinet SM:Had 15: 1,11; Helbl 8,136; KLD:WvBreis 1:1,12; Pass III 551,2. – ‘abmagern’ alsus [indem er ihr nicht genug Nahrung gab] wolde er [der Ehemann] verswachen / Anastasien die reinen. / si begonde ouch vaste kleinen / an ir und werden krank Pass III 32,28 2 ‘klein machen, verringern’, auch subst.: daz kraut ist haiz und trucken und entlœst und klainet grôz materi BdN 399,27; er remte [Alkimus trachtete] mit dem kleinen sus / zustoren, daz die ersten man / wol haten zu bereitet dran [am Tempel, vgl. I Mcc 9,54] Macc 4388; daz wir der drier personen / suln eweclichen schonen, / daz wir der namen nicheinen / weder grozeren noch cleynen, / noch minneren noch meren HeslApk 674; KvMSph 39,16. 39,22. – mit Refl.-Pron. ‘sich verkleinern’ wenn si [die Lunge] den luft in sich zeucht, sô grœzt si sich, wenn aber si den luft von ir sleht, sô klaint si sich BdN 29,28; zeitl. ‘sich verkürzen, kürzer werden’ merent sich oder klainent sich die tag oder die neht KvMSph 43,28 3 ‘fein, zierlich, handwerklich geschickt herstellen’ daz sint halsberge sunder wan / von ringen wol gecleinet Blanschandin 70,15
MWB 3,1 339,23; Bearbeiter: Richter