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Klauenseuche

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Klauenseuche

Klauenseuche

Klaue f. ‘verhornte Zehe, Huf (der Paarhufer), Kralle (der Raubvögel)’. Auf germ. *klēw- beruhen ahd. klāwa (9. Jh.), mhd. klā(we), mnd. klā ‘Kralle, Pfote, Tatze, Hornteil des gespaltenen Tierfußes’; auf germ. *klauw- bzw. *klaw- führen mnd. klauwe, mnl. clauw, nl. klauw, aengl. clēa (engl. mundartlich clee), dazu als Neubildung aus den obliquen Kasus aengl. clawu, engl. claw; germ. *klōw- setzen ahd. klōa (um 800), anord. klō, schwed. klo voraus. Außergerm. vergleichen sich aind. gláuḥ ‘Ballen, kropfartiger Auswuchs’, griech. gínglymos (γίγγλυμος) ‘Knochengelenk des Ellenbogens und Oberarms, Türangel’, glūtós (γλουτός) ‘Hinterbacke, Gesäß’, wahrscheinlich auch air. glūn ‘Knie’ sowie lit. gliaumaĩ ‘Schleim’, (älter) glaumas ‘was beim Schleifen an schleimiger Substanz vom Stein abgeht’. Daraus ist ie. *gleu- erschließbar, eine Weiterbildung der unter Kolben (s. d.) angeführten, vielfach erweiterten Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. Kloß, Klotz, Knäuel), und Klaue ist danach als ‘die sich Ballende, Zusammendrückende’ zu verstehen. Für entsprechende Werkzeuge im Sinne von ‘Greifer, Haken’ steht Klaue seit dem 16. Jh., geringschätzig scherzhaft für ‘Fingernagel, Finger, Hand’ seit dem 17. Jh.; von daher übertragen ‘schlechte Handschrift’ (Mitte 19. Jh.). – Klauenseuche f. (18. Jh.), heute meist Maul- und Klauenseuche, durch Viren hervorgerufene Krankheit der Wiederkäuer mit Bläschenbildung an Maul, Klauen und Euter. klauen Vb. ‘stehlen’. Auszugehen ist von der alten (heute noch in den Mundarten bewahrten) Bedeutung ‘mit den Klauen fassen, packen, kratzen, krauen, krabbeln’ in ahd. klāwen, klouwen (9. Jh.), mhd. klöuwen, mnd. klouwen, frühnhd. kläuen, kleien, mnl. clouwen, aengl. clāwian, anord. klā. Aus ‘mit den Klauen packen, fassen’ entwickelt sich mundartlich ‘stehlen’ (19. Jh., vielleicht älter).
1854 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    klauenseuchef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    klauenseuche , f. eine seuche des rindviehs, die besonders an den klauen sich äuszert. engl. mundartlich claw-ill Halliw…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Klauenseuche

    Goethe-Wörterbuch

    Klauenseuche akute Infektionskrankheit der Klauentiere; Maul- u Klauenseuche T6,105,1 v 6.9.17 Bernd Hamacher B.H.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Klauenseuche

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Klauenseuche , Krankheit der Hufthiere, besonders der Schafe und des Rindviehs, bestehend in einer Entzündung mit Versch…

  4. modern
    Dialekt
    Klauenseuchef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Klauen-seuche f. : = Maul- und Klauenseuche , Klooeseich, Kloo- [verbr., bes. WPf u. NPf], -sääch [ ZW-Bechhf KL-Lind ],…

  5. Spezial
    Klauenseuche

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Klau|en|seu|che f. (-) ‹med› (Tierseuche) cherpaces f.pl. , coia ales aundles f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klauenseuche

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Zerlegung von klauenseuche 2 Komponenten

klauen+seuche

klauenseuche setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „klauenseuche". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klauenseuche/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „klauenseuche". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klauenseuche/pfeifer_etym. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „klauenseuche". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klauenseuche/pfeifer_etym.
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„klauenseuche"},
  year         = {2026},
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