klapperbüchse,
f. crepitaculum Stieler 257, Steinbach 1, 216,
was sie genau meinen, ist nicht zu erkennen. 11)
es heiszt so (
z. b. sächs.)
ein kinderspielzeug, knallbüchse, klatschbüchse,
kleine büchse zum knallen, die man sich aus einem ausgehöhltem stück fliederholz herstellt (
s.klappern 1,
n gleich knallen). Frisch 1, 150
a nennt sie klappbüchse,
das ist der nd. name, klapbüsse,
mit der man schieszt dattet klappet,
knallt Fromm. 5, 151.
nl. ebenso klaterbusse Kil.,
bei Chytr.
c. 51 klöterbusse,
hier aber gleich klapper
crepitaculum, unter musikinstrumenten aufgeführt. überhaupt ist die bed. knallbüchse wol nicht die eigentliche. 22) klapperbüchse
heiszt sächs. auch eine art kinderklapper, die schulkinder aber nennen auch ihr pennal so, das sie gern mit den schieferstiften darin klappern lassen; das nd. kläöterbüss
gibt Danneil 103
b als eine cylinderförmige büchse von blech mit steinchen drin und einem stile, zum klappern. das wird der nachklang der eigentlichen bed. und der von Chytraeus
angegebenen sein. vgl. klingbüchslein. 33)
die eigentliche bed. wird vielleicht aus folg. klar. die knallbüchse unter 1
heiszt nl. auch klakkebus (
auch frosch, als feuerwerkstück)
; das entsprechende engl. clackbox
bedeutet plappermaul (
s. 4) Halliwell 251
a.
derselbe nennt ferner auch clackdish
und clapdish
als hölzerne schüssel mit beweglichem deckel, wie sie sonst bettler trugen, die sich mit dem klappenden deckel vor den thüren bemerklich machten, um darein speise zu empfangen, mit der redensart his tongue moves like a beggar's clapdish;
gerade ebenso verschafft sich Ulrich v. Lichtenstein
vor der burg seiner geliebten ûʒsetzen nepfe
und klopfet,
um sich zu melden, mit seinem hellen (
klingenden)
napfe wie die andern siechen vor der burg, die darauf speise in die näpfe erhalten; s. frauend. 329, 19. 331, 7. 21
ff. 334, 18. 340, 32.
und das scheint denn auch die klapperbüchse,
eine andere form der siechen- und bettlerklapper, denn nur so erklärt sich die übertragung auf das plappermaul. 44)
übertragen, wie klappermühle
und klapper
selbst, auf das plappermaul: manches plauderwäschlein (
schwätzerin), wann sie nur ihre klapperbüchse öffnet und zwei wort redet ..
Simpl. 1, 417 (4, 17); die vierde hatte biszher stillgeschwiegen, nun gieng ihre klapperbüchse auch los: ach, sagte sie
u. s. w. Chr. Weise
erzn. cap. 41,
das los gehn
trifft zugleich auf die knallbüchse. 55)
von der schwätzerin selbst, wie klappermühle
auch: R. es soll ein ehrlich weib gegen ihrem mann das maul halten und nicht das letzte wort haben wollen.
M. hörsts du klapperbix, was man dir sagt? Philander
ges. (1650) 2, 349; also kämen auch im hause ofte vier, fünf und mehr weiber als unnöthige klapperbüchsen zusammen, welche zu waschen nicht wieder aufhören könten. Riemer
pol. maulaffe c. 100.
ebenso bair. schnapperbüchse,
engl. chatterbox, clackbox.
nd. 'klapperbüsse
plaudermatz' Richey 120,
also auch von männern. 66)
noch anders: und ist (im augstmond) der tag kurz, wenn der man nit daheim ist, und ist guot laszen (
aderlassen) in der klaperbüchsen, bei den alten weibern.
lasztafel u. practica des dr. Grillen (1540
o. o.) A 3
b,
daher entlehnt bei Fischart
groszm 637
Sch., wol obscön gemeint wie büchse;
vgl. klappertasche.